Datensicherung: Ein Überblick zu Backup-Lösungen

Sicherung im Netzwerk: Beispiele für Backupkonzepte und eine Zusammenfassung zu Backup-Grundsätzen und Sicherungs-Methoden.

Im Folgenden sollen drei Backup-Szenarien mögliche Lösungskonzepte für die Datensicherung verdeutlichen.

Beispiel 1: Kleine Backuplösung

Eine kleine Firma hat ein Büro für die Abrechnungen mit einem eigenen Fileserver. Auf diesem Server liegen alle buchhalterischen und kaufmännischen Daten. Außerdem wird der Fileserver noch als Druckserver und Gateway in das Internet sowie für Mails genutzt. Der Server ist damit das A und O der Firma. Weder für den Server noch für die einzelnen Workstations gibt es eine Backup-Lösung. Alle Daten liegen auf dem Server und es wird eine tägliche Vollsicherung durchgeführt. Diese Daten wurden geprüft und sind auch verfügbar. Der Firmenchef hat als Ausfallzeit einen Zeitraum von maximal sechs Stunden definiert.

Der Server verfügt über gespiegelte Festplatten. Bei Ausfall einer Festplatte sind die Daten auf der anderen Festplatte (in der Regel) noch verfügbar. Bei einem Ausfall des Servers, also einem Systemausfall, muss ein Servicetechniker kommen und den Schaden reparieren. Im schlimmsten Fall wird der Server komplett neu aufgezogen und mit der aktuellen Datensicherung versehen. Somit können die Daten eines Arbeitstages verloren gehen.

Beispiel 2: Einfache Backuplösung

Die gleiche Firma. Die Ausfallzeit darf jedoch nur maximal zwei Stunden betragen. Der Server besteht aus dem eigentlichen Rechner sowie einem angeschlossenen externen Speichersystem (RAID). Als Backuplösung gibt es einen zweiten Rechner, der über die gleiche Hardwareausstattung wie der Server verfügt. Beim Ausfall muss nur das BIOS von IDE auf SCSI umgestellt und das RAID System angeschlossen werden. Dies wurde zum Test auch ausprobiert.

Beispiel 3: Bessere Backuplösung

Wieder das gleiche Beispiel. Die Ausfallzeit darf maximal fünf Minuten betragen. Da der Server sehr wichtig für die Firma und deren Überleben ist, wurde eine Lösung in Form einer Serverspiegelung gewählt. Hier sind zwei vollkommen identische Server angeschafft worden, sie verfügen über redundante Netzteile und Festplatten (RAID), über spezielle Hochleistungsnetzwerkkarten sind die Server untereinander gekoppelt.

Je nach Wichtigkeit und Wertigkeit der Daten können auch andere Lösungen gewählt werden, beispielsweise ist die oben erwähnte Lösung auch mit zwei Servern möglich, die in unterschiedlichen Räumlichkeiten oder gar Städten stehen, um so den Ausfall bei Feuer, Erdbeben, Hochwasser usw. zu vermeiden.

Andere Lösungen können wie folgt aussehen: Die gesamte zentrale EDV ist in externe Hände gelegt, eine namhafter Hersteller leistet Support und stellt die Verfügbarkeit der Daten sicher. Mit einer Verfügbarkeit von über 99,8 % ist dies ein sehr guter Wert.

Zusammenfassung Backup

  • Zu einem guten Sicherungskonzept gehört die Planung, Erprobung, Durchführung und immer wieder Überprüfung des Konzeptes.
  • Plattenspiegelung ist kein Backup!
  • Backup gehört auf Wechselplatte, am sichersten sind Bandlaufwerke.
  • Mit großen Kapazitäten und langen Haltbarkeiten sind Datenbänder die erste Wahl bei Sicherungen.

Methoden

  • Restore-Window: Zeitspanne, nach der auf gelöschte Dateien oder ältere und gesicherte Versionen von Dateien noch zugegriffen werden kann.
  • Drei-Generationen-Methode (Großvater-Vater-Sohn): Großvater-Backup wird erst gelöscht, wenn Sohn-Backup fehlerfrei ist.
  • Komplettbackup
  • Incremental-Backup: Backup der geänderten Dateien
  • Differentialbackup: zuerst Komplettbackup, dann nur noch Incremental-Backups.
  • Online-Backup: Backup im laufenden Betrieb

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