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Die perfekte Hausapotheke

Eine Hausapotheke gehört in jeden Haushalt. Wichtig ist jedoch, dass sie richtig ausgestattet ist – was rein muss, lesen Sie hier.

Wie schnell ist es passiert: Sie schütten sich versehentlich kochendes Wasser über die Hand oder es ereilen Sie von einer Minute auf die andere starke Kopfschmerzen. Solange solche Fälle während der üblichen Geschäftszeiten unter der Woche eintreten, können Sie sich helfen und in die nächste Apotheke gehen. Nach Ladenschluss oder am Wochenende ist die Sache nicht mehr so einfach. Es sei denn, man kann auf heimische Bestände zurückgreifen. Deshalb sollten Sie eine gut sortierte Hausapotheke Ihr eigen nennen.

Platzieren Sie Ihre Hausapotheke dunkel, kühl und trocken an einem kindersicheren Ort. Bad und Küche sind ungeeignet, da Feuchtigkeit und Wärme Arzneimittel vorzeitig unbrauchbar machen können.

Regelmäßiger Check-up der Hausapotheke

Mindestens zweimal jährlich sollten Sie den Inhalt Ihrer Hausapotheke überprüfen. Abgelaufene, verdorbene oder beschädigte Präparate gehören in den Arzneimüll und sollten möglichst gleich wieder ersetzt werden. Achten Sie auch darauf, dass manche Arzneimittel wie beispielsweise Augentropfen nach Anbruch nicht bis zum aufgedruckten Haltbarkeitsdatum, sondern nur noch wenige Wochen haltbar sein können. Notieren Sie auf derartigen Medikamenten das Anbruchsdatum und entsorgen Sie diese entsprechend bei Zeiten.

Sortieren Sie weiterhin verstaubtes Verbandsmaterial, angerostete Scheren und andere Utensilien aus, die nicht mehr wirklich tip top in Ordnung sind. Das ist keineswegs Verschwendung, sondern das tun Sie Ihrer Gesundheit zuliebe – und die sollte Ihnen mehr wert sein als alles andere.

Das Wichtigste zur Ersten Hilfe

Im Notfall sollten akute Beschwerden umgehend selbst behandeln werden können, ohne zuvor in die Apotheke gehen zu müssen. Das geht, wenn Sie Ihre Hausapotheke wie nachfolgend aufgeführt ausrüsten.

Medikamente aus der Apotheke

  • Schmerzmittel: zum Beispiel Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol
  • Tabletten gegen Halsschmerzen, am besten zum Lutschen
  • Hustenstiller gegen Reizhusten, vor allem für die Nacht
  • Schleimlöser, die tagsüber bei produktivem Husten Erleichterung bringen
  • Arzneimittel gegen Durchfall, wie zum Beispiel Loperamid zur Ruhigstellung des Darms
  • Elektrolytlösung (Pulver zum Auflösen gemäß WHO-Rezeptur)
  • Isotonische Kochsalzlösung
  • Arzneimittel gegen Insektenstiche
  • Gel, Salbe oder Sprühlösung gegen Verstauchungen und Prellungen, am besten Präparate mit Diclofenac, Ibuprofen oder Piroxicam
  • Fieberzäpfchen für Kinder
  • Nasentropfen
  • Schnupfenspray
  • Gel gegen Sonnenbrand
  • Wund- und Heilsalbe
  • leichtes Schlaf- und Beruhigungsmittel, am besten Präparate mit Baldrian-Extrakt
  • kreislaufanregendes Mittel
  • Säurebinder (Antazida) gegen Sodbrennen, am besten mit Aluminiumverbindungen, z. B. Maaloxan oder Talcid
  • Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen
  • pflanzliches Kombinationspräparat gegen Verdauungs- und Magenbeschwerden
  • Präparat mit Simeticon oder Dimeticon gegen Blähungen, z. B. Espumisan oder sab simplex
  • Augentropfen, am besten Präparate mit Einmaldosierungen – angebrochene Packungen sind ansonsten nur 4 Wochen verwendbar

Hausmittel

  • Arnikatinktur
  • Baldriantinktur
  • Heilerde (für den innerlichen und den äußerlichen Gebrauch)
  • Fencheltee
  • Kamillenblüten (für Tees oder Kopfdampfbäder)
  • Franzbranntwein
  • Melissengeist
  • Ringelblumensalbe
  • Mittel zum Gurgeln, zum Beispiel Emser Salz
  • Latschenkiefer- oder Fichtennadelöl
  • Eukalyptusöl
  • Aloe-Vera-Gel

Verbandsmaterial

  • Heftpflaster mit Wundauflage in unterschiedlichen Größenzuschnitten
  • Wundpflaster zum Zuschneiden
  • wasserfeste Pflaster
  • Pflasterrolle ohne Wundauflage, um Binden zu befestigen (wie Klebeband)
  • steril verpackte Mullbinden in verschiedenen Größen
  • Elastikbinden
  • Fixierbinden
  • Verbandsschere
  • Einmalhandschuhe
  • Verbandpäckchen in klein, mittel und groß
  • sterile Verbandkompressen aus Mull 10×10 cm
  • sterile Brandkompressen
  • zwei Dreieckstücher aus Baumwolle oder Mull
  • Sicherheitsnadeln
  • Verbandklammern

Sonstiges für die Hausapotheke

  • Reinigungs- und Desinfektionsmittel: 3%ige Wasserstoffperoxidlösung
  • Mittel zur Wunddesinfektion: Polyvidon-Jodlösung
  • Wärmflasche
  • Leinentücher (können auch Geschirrtücher sein)
  • warme Wolldecke
  • Zeckenzange
  • Splitterpinzette
  • normale Pinzette
  • Fieberthermometer
  • Kühlkissen und Kühlkompresse (am besten im Kühlschrank aufbewahren, denn nur dann sind sie auch jederzeit einsetzbar)
  • steriler Urinbehälter

Ebenfalls unerlässlich

Eine Liste mit allen wichtigen Notrufnummern. Dazu gehören neben Feuerwehr, Notarzt und Polizei auch die Nummer des örtlichen Vergiftungsnotrufes. Nicht zu vergessen die Nummer Ihres Hausarztes und Zahnarztes sowie der nächstgelegenen Apotheke mit Notdienst.

Was tun bei Kreislaufkollaps und Ohnmacht?

Obwohl sich beides bekanntermaßen vergleichsweise plötzlich ereignet, gibt es einige charakteristische Vorboten, die es ermöglichen, noch vorbeugend tätig zu werden.

  • man beginnt am ganzen Körper stark zu schwitzen
  • kalter Schweiß tritt auf die Stirn
  • man fühlt sich schwindlig
  • flaues Gefühl im Magen
  • in den Ohren »rauscht« es
  • vor den Augen erscheinen Punkte oder aber es flimmert

Wenn Sie diese Anzeichen bei sich bemerken, sollten Sie sich sofort hinsetzen, besser noch hinlegen und die Beine dabei etwas höher als den Kopf lagern.

Wenn es dennoch geschehen ist:

  • Den Ohnmächtigen auf den Rücken legen. Dabei die Beine etwas höher als den Kopf lagern.
  • Prüfen Sie die Atmung und den Puls.
  • Das Gesicht leicht zur Seite drehen, damit eventuell Erbrochenes nicht die Atemwege verstopfen kann.
  • Lockern Sie die Kleidung, vor allem enge Gürtel oder Krawatten.
  • Falls Sie sich in einem Zimmer befinden, öffnen Sie die Fenster, um frische Luft hereinzulassen.
  • Besprengen Sie das Gesicht des Ohnmächtigen mit kaltem Wasser und wischen Sie ihm mit einem feuchtkalten Lappen über Stirn und Schläfen. Auch ein Eisbeutel (kann auch ein Waschlappen, gefüllt mit Eiswürfeln sein) eignet sich.
  • Halten Sie dem Ohnmächtigen ein Fläschchen mit Hoffmannstropfen unter die Nase und lassen Sie ihn, sobald er wieder bei Bewusstsein ist, 20 bis 30 Tropfen davon auf ein Glas lauwarmes Wasser trinken.