„Economy-Class-Syndrom“ – Wenn Flugreisen gefährlich werden

Thrombosen, die durch langes Sitzen mit abgeknickten Beinen auf Flug- oder Busreisen entstehen, kann auf einfache Weise entgegengewirkt werden.

Bei einer Thrombose wird ein Blutgefäß durch ein Blutgerinnsel verschlossen, was nicht zwangsläufig Beschwerden machen muss und dennoch zu erheblichen Komplikationen führen kann.

Was ist eine Thrombose?

Bildet sich innerhalb eines Gefäßes ein Blutgerinnsel (Thrombus) und das Gefäß verengt oder verschließt sich daraufhin, handelt es sich um eine Thrombose. Der Entwicklung einer Thrombose liegen drei wesentliche Mechanismen zugrunde, die sogenannte Virchow-Trias. Diese Trias beinhaltet Veränderungen beziehungsweise Schädigungen der Gefäßwand, etwa durch Entzündungen oder Ablagerungen, außerdem einen verlangsamten Blutfluss, zum Beispiel durch Bettruhe, und eine veränderte Blutzusammensetzung, die eine erhöhte Blutgerinnung zur Folge hat. Meist sind die tiefen Bein- und Beckenvenen von einer Thrombose betroffen, seltener die Armvenen. Bei einer Entzündung der oberflächlichen Venen – das Blutgerinnsel entwickelt sich hier sekundär und ist im Vergleich relativ harmlos – wird von einer Thrombophlebitis gesprochen. Jene kann allerdings die Entstehung einer Thrombose begünstigen. Zu weiteren begünstigenden Faktoren einer Thrombose zählen Operationen, bestimmte Erkrankungen wie Diabetes mellitus, das Rauchen und die Einnahme der Antibabypille.

Komplikationen einer Thrombose

Die Lungenembolie ist eine schwerwiegende Komplikation einer Thrombose der tiefen Bein- und Beckenvenen. Dabei kommt es zu einer Ablösung des Blutgerinnsels, welches dann von den Beinvenen über den Blutkreislauf durch das Herz in die Lungenarterien gerät, sich dort festsetzt und diese verstopft. Der Blutdruck im Lungenkreislauf steigt an und das Herz überlastet, sodass Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand drohen.

Worum geht es beim Economy-Class-Syndrom?

Beim Economy-Class-Syndrom sorgt der niedrige Luftdruck beim Fliegen für eine Ausdehnung der Venen. Zudem verlangsamt das lange eingeengte Sitzen mit abgeknickten Beinen den Blutfluss, der Rückfluss zum Herzen ist behindert und die Gefahr einer erhöhten Blutgerinnung besteht. Ferner verdickt sich das Blut durch die verminderte Luftfeuchtigkeit. Langstreckenflüge bedeuten insbesondere ein Risiko für Schwangere, Raucher, ältere Menschen, Übergewichtige, Menschen mit Krampfadern, Herz- und Lungenkrankheiten oder Thrombosen in der Vorgeschichte sowie für Frauen, die die Pille einnehmen.

Anzeichen für eine Thrombose

Eine Thrombose kann gerade anfangs symptomlos oder symptomarm verlaufen. Das Economy-Class-Syndrom beschreibt in der Regel eine Thrombose des Unterschenkels, so kann ein Spannungsgefühl in den Beinen auftreten oder leichte Schmerzen in den Waden – die Beschwerden bessern sich beim Hochlagern der Beine. Ein Spannungsgefühl und leichte Schmerzen in den Waden sind nach Langstreckenflügen jedoch nicht ungewöhnlich. Erst das Anschwellen des betroffenen Unterschenkels und eventuelle Rötungen sind deutliche Thrombosehinweise.

Was auf Langstreckenflügen beachtet werden sollte

Um einem Economy-Class-Syndrom vorzubeugen, sollte während des Fluges viel getrunken und möglichst auf Kaffee und Alkohol verzichtet werden. Darüber hinaus sollte, durch das Kreisen lassen der Füße und das Wippen mit den Fußspitzen, der venöse Rückfluss beziehungsweise die Venenpumpe aktiviert werden. Daneben ist es empfehlenswert, gelegentlich aufzustehen und umherzugehen. Menschen mit einem erhöhten Thromboserisiko ist zu raten, während des Fluges und die nächsten zwei Tage Kompressionsstrümpfe zu tragen und sich vorab von ihrem Arzt blutverdünnende Medikamente verordnen zu lassen.

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