Fruchtbarkeitsmythen – Mythen rund um die Fruchtbarkeit

Nach dem Sex mindestens 30 Minuten liegen bleiben, Beine hoch und bloß nicht duschen? Was ist dran an den Mythen rund um die Fruchtbarkeit?

Beschließt ein Paar, ein Baby zu bekommen, lassen die gutgemeinten Ratschläge von Freunden und Familie oft nicht lange auf sich warten. Sprüche wie „wenn man es zu sehr will, klappt es nicht“, kennt wohl fast jede Frau in dieser Situation, vor allem wenn es dann wirklich nicht auf Anhieb klappt. Im Folgenden werden einige der gängigsten Fruchtbarkeitsmythen genauer unter die Lupe genommen.

Täglicher Sex verschlechtert die Spermienqualität

Dieser Mythos ist einfach nicht totzukriegen. Angeblich solle ein Paar, das sich ein Baby wünscht, nur alle drei Tage Geschlechtsverkehr haben, da ansonsten die Qualität der Spermien leide. Wissenschaftlich ist dies allerdings nicht belegt. Es scheint im Gegenteil so zu sein, dass die Spermaqualität mit der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs steigt. Die Fruchtbarkeit erhöht sich also bei häufigem Geschlechtsverkehr. Umgekehrt sinkt die Spermaqualität schon bei einem Tag ohne Sex.

Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher des Soroka University Hospitals in Israel. Sie untersuchten 1.800 Spermienproben von 900 Männern. Dabei stellten sie fest, dass die Beweglichkeit der Spermien bereits bei einem abstinenten Tag deutlich sank. Und Biologen der University of Adelaide fanden heraus, dass viel Geschlechtsverkehr sogar nötig ist, um das Immunsystem der Frau an die Spermien, welche als zu vernichtende Fremdkörper empfunden werden, zu gewöhnen. Geschieht dies nicht, werden die fremden Spermien vom weiblichen Immunsystem angegriffen und vernichtet. Eine Unfruchtbarkeit hängt also oft zusammen mit einem überaktiven Immunsystem der Frau. Um eine Sperma-Akzeptanz zu erreichen, sollte man möglichst oft Geschlechtsverkehr haben!

Die Frau sollte nach dem Sex liegen bleiben, nicht duschen und nicht auf die Toilette gehen

Die Idee hinter dieser Vermutung ist, dass die Frau etwa eine halbe Stunde auf dem Rücken liegen bleiben und sich am Besten noch ein Kissen unter das Becken schieben sollte, um so der Schwerkraft entgegenzuwirken und den Spermien den Weg zu erleichtern. Auch das Duschen und auf die Toilette gehen, soll die Chancen für eine Schwangerschaft verringern, da das Sperma herausgespült wird. Für diese Theorien gibt es aber keine gesicherten wissenschaftlichen Beweise. Was das Duschen angeht, könnte es sein, dass eine Scheidenspülung den Spermien sogar hilft ihr Ziel zu erreichen, da sie „hochgespült“ werden. Aber auch dies ist nicht bewiesen.

Der weibliche Orgasmus erhöht die Schwangerschaftschance

Grundsätzlich gilt: es ist gut, wenn der Spaß auch bei großem Babywunsch nicht zu kurz kommt. Aber der weibliche Orgasmus hat keinen Einfluss auf eine Schwangerschaft!

Die Frau kann nur bei Sex kurz vor oder nach dem Eisprung schwanger werden

Dies ist schlichtweg falsch! Die Spermien können bis zu fünf Tage überleben, das erhöht die fruchtbaren Tage der Frau also auf fast eine ganze Woche. D.h. eine Schwangerschaft kann bei Geschlechtsverkehr ab etwa fünf Tage vor dem Eisprung eintreten, und bis etwa einen Tag danach.

Nach langer Pilleneinnahme kommt es oft zu Problemen mit der Fruchtbarkeit

Das kann man so nicht sagen. Es stimmt, dass der Körper sich nach der Pilleneinnahme umgewöhnen muss. Bei einigen Frauen dauert es etwas länger bis sie wieder einen Eisprung bekommen, andere haben sofort wieder einen Eisprung. Grundsätzlich tut die Pille der Fruchtbarkeit der Frau aber keinen Abbruch. Frauen, die hormonell verhütet haben, sind nicht weniger fruchtbar als andere Frauen. Es gibt sogar gegenteilige Untersuchungsergebnisse, welche besagen, dass die Fruchtbarkeit nach Absetzen der Pille noch ansteigt. Zumindest warten diese Frauen nicht länger auf eine Schwangerschaft als andere.

Bestimmte Stellungen beim Sex begünstigen eine Schwangerschaft

Es heißt, dass die Missionarsstellung die Spermien besonders gut bis zum Ziel bringen soll, da es dabei zu einer besonders tiefen Penetration kommt. Ebenso soll Sex von hinten die Chancen für eine Schwangerschaft erhöhen, besonders bei Frauen die eine verkrümmte Gebärmutter haben. Schlechte Positionen sollen hingegen alle diejenigen sein, welche im Sitzen oder Stehen stattfinden, sowie die Reiterstellung bei der die Frau oben liegt, da diese Stellungen der Schwerkraft widersprechen.

Es gibt allerdings keine wissenschaftlichen Studien, welche diese Vermutungen belegen. Was sicher ist: man kann in jeder vaginalen Stellung schwanger werden.

Wenn Frauen sich zu sehr unter Druck setzen, klappt es nicht

Grundsätzlich stimmt es wahrscheinlich, dass psychischer Druck und Stress einer Schwangerschaft nicht gerade förderlich sind. Doch ist es nicht erwiesen, dass die Chance auf eine Schwangerschaft sinkt, weil eine Frau sich „zu sehr“ ein Baby wünscht.

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