Harninkontinenz und Sexualität: Was tun?

Das Problem betrifft vor allem ältere Menschen. Auch ältere Menschen haben sexuelle Wünsche und sind entsprechend aktiv. Aber dabei gibt es körperliche Probleme. Eins betrifft die Harninkontinenz.

Die Menschen werden immer älter. Und damit gewinnt ein Problem immer größere Bedeutung: Wie kann trotz Harninkontinnz ein erfülltes Liebesleben gesichert werden. Allmählich akzeptiert die Gesellschaft, dass auch Senioren sexuelle Bedürfnisse und Wünsche haben.

Mit dem Ätlerwerden nimmt die sexuelle Aktivität ab. Neben dem fehlenden Partner spielen dabei körperliche Probleme eine Rolle. Immerhin hat aber noch über ein Drittel der über Siebzigjährigen Geschlechtsverkehr. Dabei kann insbesondere Blasenschwäche Probleme vor allem bei Frauen auslösen. Wobei Fachleute sagen: Sex und Inkontinenz seien ein zweifaches Tabuthema. Einmal mehr raten deshalb die Fachleute den Senioren, mit einander, zumindest aber mit ihrem Arzt über solche Probleme zu reden. Das verbessert die Lebensqualität.

Harnverlust beim Geschlechtsverkehr

Den Partnern muss klar werden, dass ein ungewollter Urinverlust während des Geschlechtsverkehrs kein Riesenunglück ist. Darüber hinaus geben Fachleute eine Reihe beherzigenswerter Ratschläge.

  • Sorgen Sie für eine leere Blase. Also vor einem intimen Beisammensein möglichst nicht trinken.
  • Als Unterlage sollte ein Handtuch oder noch besser eine Inkontinz-Unterlage dienen.
  • Versuchen Sie es mit Positionen, bei denen der Druck auf die Blase gering ist.
  • Sollte es doch zum Abgang von Urin kommen, gehen Sie mit Humor darüber weg. Schließlich ist Sex auch sonst keine trockene Angelegenheit.
  • Sprechen Sie mit ihrem Arzt. Der kann die Ursachen der Störung klären und behandeln.

Störungen sind häufig physiologisch bedingt

Solche Störungen sind häufig altersbedingt, wobei auch physiologische Veränderungen eine Rolle spielen kann. Die im Alter häufige Einnahme zahlreicher Medikamente kann sich durchaus auswirken, aber auch Lebensstil und Umgebungsfaktoren.

Frauen müssen wissen, dass mit zunehmendem Alter infolge des dadurch bedingten Östrogenmangels die Haut von Vulva und Vagina dünner und anfälliger gegen Verletzungen und Infektionen wird. Das kann zu Brennen, Juckreizen und schmerzhaften Einrissen führen. Die Vagina ist geringer gleitfähig, was beim Verkehr zu Schmerzen führen kann.

Bei Männern veringern sich die Testosteronwerte. Die sexuerlle Errungen wird langsamer aufgebaut und ist störungsanfälliger. Der Orgasmus wird weniger intensiv erlebt. Harninkontinenz kann hormonell, nerval und strukturell bedingt sein. Prostataprobleme beim Mann und astrophische Vaginitis bei der Frau führen zu einer Veränderung der Libido. Daneben spielen eine Reihe von körperlichen Krankheiten wie Diabetes, Polyarthrose und neurologische Ejrkrankungen bei beiden Geschlechtern eine Rolle.

Medikamente können helfen

Kontinenz und Libido hängen eng zusammen. Aber selbst bei Parkinson oder Demenz sind solche Störungen nach Ansicht der Fachleute behandlungsbedürftig und -fähig.

Von einer Reihe von Medikamenten – wie solchen gegen Depressionen und Überaktivität – ist bekannt, dass sie als Nebenwirkung Einfluss auf die Sexualität nehmen. In der Fachwelt strittig ist, ob man die Nebenwirkungen von Arzneizmitteln mit dem Beelzebub anderer Arzneimittel bekämpfen sollte. Immerhin werden solche Wirkstoffe bereits angeboten.

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