Harter Stuhlgang bei Kindern: Was ist zu tun?

Von Verstopfung spricht man, wenn der Stuhlgang zu selten oder zu hart ist. Tipps und Tricks gegen harten Stuhl für Babys, Kleinkinder und Schulkinder.

Erwachsene und Kinder haben normalerweise alle 1-2 Tage Stuhlgang. Säuglinge, die gestillt werden, entleeren den Darm bis zu 5 Mal am Tag oder auch nur einmal in der Woche. Beides ist ganz normal. Eine Verstopfung bei Kindern erkennt man vor allem an der Konsistenz des Stuhls: Er ist hart und kann nur unter Anstrengung herausgepresst werden. Hat das Kind bei der Darmentleerung Schmerzen, so hält es den Stuhl zurück, was zu einer weiteren Verhärtung des Darminhaltes führt. In der Folge unterdrücken die Kinder mit aller Macht den Stuhldrang, wodurch sich das Problem verschärft.

Chronische Verstopfung verhindern

Eine Verstopfung bei Kindern ist nicht wirklich gefährlich, jedoch sollte man sie schnell auflösen, denn erstens leiden die Kinder unter den Schmerzen und zweites kann die Obstipation unbehandelt chronisch werden. Wird der Stuhldrang vom Kind immer wieder unterdrückt, dann spürt das Kind irgendwann nicht mehr, dass es auf die Toilette muss. Nicht selten wird das „Stuhlproblem“ zum Konfliktherd zwischen Eltern und Kindern. In dieser Situation hat es wenig Sinn, Druck auch die Kinder auszuüben, die selber am meisten unter ihrer Unfähigkeit leiden.

Warum hat mein Kind harten Stuhlgang?

Harter Stuhlgang bei Kindern kann viele Ursachen haben. Nicht selten liegt der Grund darin, dass das Kind zu wenig Wasser getrunken hat. Bei Säuglingen kann es im Verlauf der Umstellung vom Stillen auf Breinahrung ebenfalls zu Verstopfung kommen. Auch liegt die Ursache manchmal in einem wunden Po und kleinen Einrissen am Darmausgang. Diese Verletzungen führen dann bei der Darmentleerung zu Schmerzen, wodurch der Teufelskreis von Stuhlverhaltung und Verstopfung in Gang kommt.

Kleinkinder und Schulkinder können, ähnlich wie Erwachsene auch, auf Änderung des Tagesablaufes mit einer Veränderung der Stuhlgewohnheiten reagieren. Jeder weiß, dass lange Autofahrten in den Urlaub oder eine ungewohnte Umgebung, eventuell auch eine Krankheit die Funktion des Darmes beeinträchtigen. Ist die Verstopfung erst einmal da, dann heißt es Geduld üben. Auf die Schnelle lässt sich das Problem meist nicht aus der Welt schaffen.

Hausmittel gegen harten Stuhlgang beim Säugling

Je nach Alter des Kindes kann man gegen Verstopfung einiges tun. Zuerst sollte man daran denken das Kind einem Kinderarzt vorzustellen, um organische Ursachen auszuschließen. Eine akute Verstopfung beim Säugling behebt man am einfachsten mit einem Glycerin-Zäpfchen, welches in den After eingeführt wird. Auch sollte man immer darauf achten, den Po und den Darmausgang bei jedem Windelwechsel gut zu reinigen, damit das Kind nicht wund wird, denn damit fängt eine Verstopfung bei Säuglingen oft an. Isst das Baby bereits Brei, so füttert man es besser mit Vollkornbrei und verzichtet auf Bananen, die stopfend wirken. Birnenmus hat eine stuhlauflockernde Wirkung, ebenso Apfelmus, Pflaumen, Feigen und Aprikosen. Achten Sie auch darauf, dass das Kind ausreichend Wasser oder Tee trinkt.

Verstopfung bei Kleinkindern behandeln

Kindergarten- und Schulkindern kann man bereits erklären, was beim „großen Geschäft“ im Körper passiert. Abführmittel oder entsprechende Tees sollten Kindern nicht einfach so verabreicht werden. Man kann Kindern im akuten Fall mit Klistieren helfen. Auch Milchzucker ist zur Aufweichung von hartem Stuhlgang geeignet, denn er fördert im Darm das Wachstum von Laczobazillus bifidus. Milchzucker ist unschädlich und kann auch über längere Zeit angewandt werden. Ein weiteres geeignetes Mittel ist Macrogol, welches Wasser im Darm bindet und so den harten Stuhl lockert. Überlassen Sie eine medikamentöse Therapie, falls diese überhaupt notwendig ist, jedoch dem Kinderarzt.

Verstopfung bei Kleinkindern – Ernährungstipps

Um Obstipation vorzubeugen sollten Kinder auf Bananen, Weißbrot und Schokolade verzichten. Vollwertige Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten beugt Stuhlverhärtung vor, vorausgesetzt es wird dazu genug Wasser getrunken. Wie man es schafft ausreichend zu trinken, wird im Artikel „Wie viel Wasser muss man trinken?“ dargestellt. Auch fördert körperliche Aktivität die Darmtätigkeit. Ebenso wichtig wie gesunde Ernährung ist die Einhaltung einer „Stuhlroutine“, das heißt die Kinder sollten regelmäßig nach den Mahlzeiten aufgefordert werden die Toilette zu besuchen. Eine Sitzung sollte maximal 10 Minuten dauern. Loben Sie ihr Kind für sein Verhalten, auch wenn es nichts „gemacht“ hat. Ein spezieller Kindersitz, der die Öffnung der Toilettenschüssel verkleinert, ist für Kleinkinder angenehm und erleichtert das entspannte Sitzen.

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