Heilfasten lindert Arthrose-Schmerzen

15-tägiges Tee-Saft-Fasten nach Buchinger hilft den Gelenken. Eine Fastenkur unter ärztlicher Aufsicht verringert Arthrose-Beschwerden. Leptin aus den Fettzellen wird abgebaut. Auch gegen Bluthochdruck und Migräne wirkt die Kur.

Bei der Behandlung von Arthrose-Beschwerden spielt der Abbau von Übergewicht eine wesentliche Rolle. Durch diese Maßnahme allein können eine Linderung der Schmerzen und eine Zunahme der Gelenkbeweglichkeit erreicht werden. Das belegte eine Studie der Wake Forest Universität, North Carolina für Patienten mit einer Knie-Arthrose. Die ADAPT-Studie zeigte außerdem, dass die Wirkungen der Diät noch verbessert werden, wenn sie mit Bewegung kombiniert wird.

Leptin aus Fettzellen schädigt den Gelenk-Knorpel

Die Normalisierung des Gewichts hat zwei Effekte. Erstens wird die Last verringert, die bei jedem Schritt auf die Gelenke drückt. Dieser Druck veranlasst die Knorpelzellen der Gelenke, Eiweiße zu bilden, die Entzündungsprozesse auslösen. Der zweite Effekt der Gewichtsabnahme ist die Verringerung der Fettzellen. Gerade in den Fettzellen des Bauchfetts wird unter anderen Risiko-Stoffen das Hormon Leptin gebildet. Im Blut Übergewichtiger ist Leptin vermehrt nachweisbar. Es wird angenommen, dass das Leptin in der Gelenkflüssigkeit eine Entzündung auslöst und den Gelenkknorpel direkt angreift.

Abnehmen reduziert nicht nur die Beschwerden in den Gelenken, auf denen das Übergewicht lastet, sondern beispielsweise auch in den Fingergelenken. In einer Studie zum Tee-Saft-Fasten nach Otto Buchinger profitierten vor allem die Patienten, bei denen mehrere Gelenke von Arthrose betroffen waren.

Folge der 15-tägigen ambulanten Fastenkur war nicht nur, dass die Schmerzen der Arthrose-Patienten nachließen, sondern auch, dass die Beweglichkeit zunahm. Diese Effekte sind während der Fastenperiode am größten, halten aber noch drei Monate danach an. Mithilfe des Heilfastens konnte die Menge der täglich einzunehmden Schmerzmittel erheblich reduziert werden oder sie wurden gänzlich überflüssig.

Tierische Fette verstärken die Entzündung im Gelenk

Die Studienleiterin Prof. Christine Uhlemann von der Universität Jena schildert eine weitere Wirkung des Fastens. Es kommt zu einer längerfristigen Umstellung der Ernährungsgewohnheiten. Nach der Kur nehmen die Patienten kleinere Portionen zu sich. Und ein weiterer Gesichtspunkt ist im Hinblick auf die Arthrose von Bedeutung: vegetarische Produkte treten nach Wiederaufnahme der normalen Ernährung in den Vordergrund. Wie Christine Uhlemann erläutert, wird mit tierischen Fetten Arachidonsäure aufgenommen, die Entzündungsprozesse in den Gelenken entstehen lässt und verstärkt.

Eine Fastenkur ist nicht für jeden geeignet

Da Fasten eine Belastung für den Körper darstellt, darf es nur unter ärztlicher Überwachung erfolgen und erst, wenn Gegenanzeigen sicher ausgeschlossen wurden. Als solche sind zu nennen:

  • Untergewicht
  • Magersucht
  • Überfunktion der Schilddrüse
  • Demenz
  • fortgeschrittene Leber-, Nieren- und Herzschwäche
  • Schwangerschaft und Stillzeit

Fasten wirkt sich gleichzeitig auf eine Reihe anderer Erkrankungen positiv aus:

  • metabolisches Syndrom ( gleichzeitiges Auftreten von dreien dieser Störungen: Insulinresistenz, Übergewicht, Fettstoffwechselstörung, Bluthochdruck)
  • entzündlich-rheumatische Erkrankungen
  • chronifizierte Schmerzkrankheiten
  • allergische Erkrankungen
  • Spannungskopfschmerz und Migräne

Wenn eine Fastenkur nicht in Frage kommt, kann auch schon die Abnahme weniger Pfunde sich sehr günstig auf die Gelenke auswirken.

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