Herz-Kreislauferkrankungen – warum Übergewicht ein Risiko ist

Übergewicht ist nicht nur die Folge eines ungünstigen Lebensstils sondern bedingt seinerseits weitere Erkrankungen, die lebensgefährlich sein können.

Starkes Übergewicht (vor allem stammbetonte Adipositas ab einem BMI von >30) geht nicht nur mit zahlreichen Beschwerden und Begleiterkrankungen oder Folgeschäden sondern vor allem mit einem erhöhten Risiko für

  • Bluthochdruck,
  • Herzinfarkt,
  • Schlaganfall,
  • Darmkrebs und
  • Typ-2-Diabetes

einher. Bei genetischer Veranlagung in Verbindung mit ungesunder Ernährungsweise und ungünstigem Lebensstil kann es zu einer Insulinresistenz kommen, welche als direkte Vorstufe des Typ-2-Diabetes gilt. Zunächst ist das noch vorhandene Insulin nicht mehr wirksam, der Blutzuckerspiegel steigt an, es wird mehr unwirksames Insulin produziert, bis es schließlich doch zu einem Insulinmangel kommt. Der Blutzuckerspiegel steigt dauerhaft an und es kommt zur Entwicklung von Diabetes mellitus. Der Typ-2-Diabetes tritt häufig gemeinsam mit

  • Übergewicht,
  • Bluthochdruck und
  • erhöhten Blutfettwerten

auf.

Zusammenhang zwischen Übergewicht und Herz-Kreislauferkrankungen

Übergewicht steht in engem Zusammenhang mit verschiedenen, oben genannten Erkrankungen unter anderem des Herzkreislaufsystems. Da diese Zusammenhänge schon lange bekannt sind, sind die meisten Empfehlungen zur Prävention und auch teilweise zur Behandlung von Herzkreislauf-Erkrankungen zunächst einmal das Anstreben und Erreichen eines normalen und gesunden Körpergewichts. Wie genau das Übergewicht negativen Einfluss auf das Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko hat, konnte in einer neuen Untersuchung nun weitgehend aufgeklärt werden.

Unbekannter molekularer Mechanismus erklärt Erkrankungsrisiko

Deutsche Wissenschaftler fanden heraus, warum Übergewicht in engem Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steht. Bei starkem Übergewicht besteht häufig ein erhöhter Insulinspiegel, welcher wiederum zu einem verminderten ANP-Spiegel (atriales natriuretisches Peptid) führt. ANP ist dabei ein blutdrucksenkender Botenstoff, der das Durstgefühl hemmen kann, die glatte Muskulatur der Gefäße entspannt und gleichzeitig für eine verstärkte Harnausscheidung sorgt. Auf diese Weise kann ANP dazu beitragen, den Blutdruck zu senken und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.

Führt krankhaftes Übergewicht jedoch zu chronisch erhöhten Insulinspiegeln, werden Rezeptoren, die ANP abbauen, verstärkt produziert, das ANP bindet an diese Rezeptoren und kann so nicht mehr blutdrucksenkend wirken.

Blick in die Zukunft: Behandlung von Herz-Kreislauf -Erkrankungen und Entwicklung neuer Medikamente

Die nun nachgewiesene Verbindung zwischen einem hohen Insulinsiegel, dem Fettgewebe und dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen könnte einen wichtigen Meilenstein inder Forschung auf diesem Gebiet darstellen. Die neu entdeckte Eigenschaft des Insulins, auf das ANP in seiner Funktion als Regulator des Blutdrucks einzuwirken ist auch für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen interessant. Deshalb sollten derzeit durchgeführte Behandlungsmethoden auf der Grundlage dieser Ergebnisse neu überdacht werden. Möglicherweise ist dies auch ein erster Ansatz für die Entwicklung neuartiger Medikamente.

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