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Homöopathie als Erste Hilfe bei Unfällen

Homöopathische Mittel, die in Notfällen bei Verletzungen helfen

Bei Muskelzerrung und Bänderdehnung, bei Verbrennung und Insektenstich, bei Prellung und Knochenbruch, nach Zahnbehandlung und Operation. Homöopathie fördert die Heilung.

Bei kleineren häuslichen Notfällen können homöopathische Mittel als Erste Hilfe wunderbare Dienste tun. Sollten Sie sich bei der Vorgehensweise oder der Schwere der Verletzung unsicher sein, wenden Sie sich an einen Arzt oder Heilpraktiker. Bei einem schwereren Notfall haben die allgemeinen Erste-Hilfe-Maßnahmen Vorrang. Gleichzeitig oder sofort danach muss der Notarzt benachrichtigt werden. Bis zum Eintreffen des Arztes können die angeführten homöopathischen Mittel eingesetzt werden.

Als erstes Mittel kann Arnika in der C 30, bei Verletzungen aller Art eingenommen werden. Arnika reduziert den Verletzungsschock, wirkt positiv auf Schwellung, Schmerzen und Bluterguss, wirkt blutstillend und beschleunigt die Wundheilung. Es wird in dieser Potenz nur einmalig gegeben, um danach auf ein spezifischeres Mittel zu wechseln. Wenn nicht anders angegeben, werden die Globuli in der D12, zwei- bis dreimal täglich eingenommen.

Homöopathie bei Zerrungen von Muskeln, Bändern und Sehnen

  • Rhus tox. – die erste Bewegung ist sehr schmerzhaft. Durch fortgesetzte leichte Bewegung verbessert sich alles. Auch Wärmeanwendungen verbessern.
  • Bryonia – jede Bewegung bereitet starke, stechende Schmerzen. Verbessert wird der Zustand durch Ruhe, Kälteanwendungen und festes Bandagieren oder Druck.
  • Calendula – die Schmerzen sind besonders stark und es besteht Verdacht auf Muskel- oder Bänderriss.
  • Ruta – hilft bei Zerrungen, die mit Gelenkschwäche verbunden sind. Die Gelenke geben einfach nach.

Verletzungen von Knochen und Knochenhaut durch Prellungen und Brüche

  • Symphytum – wird bei stechenden Schmerzen durch Prellung der Knochen, auch Gesichtsknochen, eingesetzt. Hier ist es ein wichtiges Mittel beim blauen Auge durch Schlag, Fall oder Ball. Es hilft auch bei Verletzung der Knochenhaut durch Verstauchung. Bei Knochenbrüchen, die schlecht heilen wollen, wird es gegeben, um die Heilung zu fördern.
  • Ruta – bei Verletzungen und Prellungen der Knochenhaut. Das Mittel ist sehr bewährt bei Schienbeinprellung. Diese kommt häufig durch Unfälle beim Fußballspielen zustande.

Mit Globuli gegen Beschwerden nach einer Operation

  • Arnika – unser bestes Verletzungsmittel wird in der C30 schon 1 bis 3 Tage vor dem Operationstermin genommen. Nach der OP wiederholt man das Mittel noch 2-mal im Abstand von 4 bis 6 Stunden.
  • Staphisagria – hilft bei allen Schnittverletzungen, auch beim Dammschnitt während einer Geburt.
  • Nux vomica – lindert Beschwerden, die durch die Narkose auftreten, wenn es zu Übelkeit mit vergeblichem Brechreiz kommt.
  • Arsenicum album – Erbrechen nach Narkose, möchte warme Getränke.
  • Phosphorus – Erbrechen nach Narkose, möchte kalte Getränke.

Kleinere Verbrennungen homöopathisch behandeln

  • Belladonna – die Haut glüht und ist knallrot, brennend und berührungsempfindlich. Die Globuli helfen auch bei Sonnenbrand.
  • Apis – hier ist die Haut eher blassrot, glänzend und leicht geschwollen. Die Schmerzen haben stechenden Charakter. Kalte Anwendungen bessern.
  • Cantharis – diese Schmerzen sind sehr stark brennend. Es kann zu Blasenbildung kommen.
  • Causticum – wird bei Brandwunden gegeben, die schlecht abheilen wollen. Dabei sind die Schmerzen ätzend und brennend.
  • Hamamelis – ein Mittel bei Verbrühungen der Lippen, der Zunge und der Mundschleimhaut. Als Dosierung wir die D4, alle 10 Minuten, bis Besserung eintritt, empfohlen.

Homöopathie bei Kopf- und Augenverletzungen

  • Arnika – als Sofortmaßnahme in C30 bei allen Kopfverletzungen und bei Verdacht auf Gehirnerschütterung.
  • Ledum – wird bei blauem Auge und Bluterguss eingesetzt, wenn kalte Auflagen erleichtern. Der Rand der Verfärbung ist wie aufgemalt.
  • Acidum sulfuricum – hier wirkt der Rand der Verfärbung ausgefranst und es ist eine glasige Schwellung vorhanden.
  • Staphisagria – bei Verletzungen durch Messer, Dornen, Schnitt und Operation.

Quetschungen und Prellungen von nervenreichem Gewebe

Nervenreiches Gewebe besitzen Finger, Zehen, Wirbelsäule und Zähne. Die Verletzungen sind hier in der Regel sehr schmerzhaft und haben ziehenden Charakter. Bei dieser Art der Verletzung ist Hypericum das, was bei anderen Verletzungen Arnika ist. Hypericum wird verwendet, wenn nach Zahnbehandlungen ziehende Schmerzen bestehen. Es hilft bei Schädel-, Wirbelsäulen- und Steißbeinprellungen. Ursache kann ein Autounfall sein, wenn ein Schleudertrauma besteht oder, bei der Steißbeinprellung, ein Sturz vom Pferd. Bei Quetschungen der Finger, zum Beispiel durch Einklemmen in einer Tür oder Schlag mit dem Hammer, wird es sehr erfolgreich eingesetzt. Das Gleiche gilt für Quetschungen der Zehen, wenn beispielsweise ein Stein auf den Fuß gefallen ist.

Homöopathische Mittel bei Insektenstichen

  • Staphisagria – diese Mittel hat sich zur Vorbeugung bewährt. Wenn die Stechmücken also gerade Sie besonders lieben oder Sie gerne angeln gehen, können Sie dieses Mittel als Prophylaxe einsetzen.
  • Ledum – ist das wichtigste Mittel bei Zeckenbissen, hilft aber auch bei Bissen und Stichen aller Art.
  • Apis – wird vorwiegend bei Bienen und Wespenstichen eingesetzt.
  • Urtica urens – wird benutzt, wenn ein nesselartiger Ausschlag auftritt, zum Beispiel nach Bissen von Quallen.