Kaufhilfe: PC, Internet und Handy für Senioren

Der Technik-Einkaufsratgeber 2017 für die Generation 50plus. Beim Kauf eines PCs oder Handys kann man viel falschen machen – besonders, wenn man wenig von der Technik versteht. Mit diesem Ratgeber vermeiden Sie teure Fehlkäufe.

8,4 Millionen Bundesbürger zwischen 50 und 70 Jahren gehen regelmäßig online. Und die so genannten Silver Surfer werden immer mehr. Kein Wunder, dass die kaufkräftige Kundschaft langsam auch von der Industrie entdeckt wird. „Wir sind überrascht, wie technikbegeistert diese Generation ist“, fasst Intel-Geschäftsführer Hannes Schwaderer die Ergebnisse einer Umfrage zusammen, die der Informationstechnologie-Hersteller unter rund 1100 älteren Surfern durchgeführt hat. 79 Prozent gaben an, dass sie täglich im Netz unterwegs sind. „Die Teilnehmer haben klare Wünsche an die Nutzerfreundlichkeit sowie an Service und Beratung“, betont Schwaderer. Nun sei die Industrie gefordert, sich stärker mit der Generation 50plus auseinander zu setzen.

PC und Internet: die ganze Welt per Mausklick

Für viele Ältere ist die Anschaffung eines Rechners ein großer Schritt. Deshalb empfiehlt sich auf jeden Fall der Gang zum Fachhändler. Beratung und Service sind das Wichtigste. Achten solle man auf folgende Mindestausstattung: einen modernen Prozessor (das Herz jeden Computers), eine mindestens 1 Terabyte große Festplatte, die genügend Platz für Programme, Texte oder Fotos bietet, und ein Megabyte Arbeitsspeicher (im Fachjargon: RAM), um eine flüssige Arbeitsweise zu gewährleisten. Ein DVD-Brenner ist bei den aktuellen Geräten ebenso Standard wie ein Modem zur Einwahl ins Internet. „Kosten darf ein Einsteiger-Computer maximal 600 Euro.

Dazu kommen dann noch 200 bis 300 Euro für einen flimmerfreien modernen Flachbildschirm. Auch mobile Alles-in-einem-Geräte mit Bildschirm und Tastatur (Notebooks) sind bei Konsumenten ohne PC-Kenntnisse gefragt. Schnäppchen, wie sie bei Lebensmittel-Discountern angeboten werden, sind aber nicht immer eine gute Wahl: Die technische Ausstattung ist für Einsteiger fast immer völlig überdimensioniert, und für Fragen steht höchstens eine anonyme Telefon-Hotline zur Verfügung. Ein Kurs bei der Volkshochschule oder bei einem gemeinnützigen Verein hilft, mit der ungewohnten Technik warm zu werden. Selbst Deutschlands größte Fernschule ILS bietet inzwischen Computer-Studiengänge an.

Für den Zugang ins Internet genügt eine analoge Telefonleitung, wenn man nur E-Mails versenden und vielleicht einmal pro Woche die Bahnauskunft oder eine andere Infoseite konsultieren will. Dabei kann man die Leitung aber nicht parallel zum Telefonieren nutzen. Das zur Datenübertragung nötige Modem ist bei den meisten Rechnern schon eingebaut, die Gebühren werden mit der Telefonrechnung abgebucht. Hier hat man die Wahl zwischen Tarifen, die nach der übertragenen Datenmenge (Volumentarife) oder der im Netz verbrachten Zeit abgerechnet werden. „So eine Lösung sollten aber nur Wenigsurfer wählen“, erklärt Evelyn Keßler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Ein digitaler DSL-Breitbandzugang ist inzwischen in weiten Teilen Deutschlands schon ab etwa 15 Euro pro Monat zu haben. Wer die Vorzüge des Internet-Turbos genießen möchte, benötigt einen Computer mit Netzwerkanschluss, der bei allen neuen Rechnern Standard ist. Die Hardware (DSL-Modem oder Modem inklusive Router, über den man auch mehrere PCs ins World Wide Web bringen kann) wird in der Regel vom jeweiligen Anbieter bei Vertragsabschluss für kleines Geld oder kostenlos geliefert. Am besten ist ein Pauschaltarif (Flatrate) ohne Zeit- oder Volumenbegrenzung, den man schon für weniger als fünf Euro monatlich buchen kann. Eine tagesaktuelle und unabhängige Übersicht über alle Angebote gibt es im Internet.

Festnetztelefon: Schnurloser Komfort für Haus und Garten

Manche mögen sich einfach nicht von ihrem Telefonapparat trennen, der ihnen zehn Jahre oder mehr gute Dienste geleistet hat. Dabei reicht dessen Kabel oft nicht einmal ins nächste Zimmer und wird für ältere Menschen leicht zur Stolperfalle. Die Lösung ist ein digitales Schnurlostelefon, wie es in jedem Elektronikfachmarkt ab 50 Euro angeboten wird. Es besteht in der Regel aus einer Basisstation, die mit der Telefonsteckdose verbunden wird, und bis zu fünf Mobilteilen, die per Funk Kontakt zur Basis halten. Die Reichweite beträgt bis zu 300 Meter, sodass man im ganzen Haus, auf der Terrasse oder im Garten telefonieren kann. Viele dieser so genannten DECT-Telefone sind wahlweise mit integriertem Anrufbeantworter zu haben.

Vor dem Kauf hilft ein kurzer Test im Laden: Die Tasten sollten nicht nur ausreichend groß und gut leserlich beschriftet sein, sondern auch über einen klar definierten Druckpunkt verfügen, damit man sich nicht so leicht verwählt. Die Darstellung der Ziffern auf dem Display darf ebenfalls keine Rätsel aufgeben. Eine Beleuchtung von Tastatur und Anzeige erleichtert zudem das Telefonieren in den Abendstunden. Wer sich Sorgen um die Funkstrahlung in den eigenen vier Wänden macht, kann neuerdings auch ein DECT-Telefon mit „Eco-Mode“ erwerben. So wird die Strahlungsintensität auf ein Minimum reduziert, wenn das Mobilteil in der Ladeschale liegt. Einen derartigen Ruhemodus sucht man bei einem Großteil der aktuellen Modelle vergeblich.

Mobiltelefon: mehr Spaß und Sicherheit rund um die Uhr

So manches herkömmliche Handymodell überfordert Mobilfunk-Einsteiger. Nach einer Untersuchung des Fachmagazins connect misst eine durchschnittliche Handy-Tastatur nur 7,5 mal 7,5 Millimeter. Und dann sind die Mini-Drücker auch noch mit bis zu vier Funktionen belegt. Dazu kommen Displayschriften, für die man häufig fast eine Lupe braucht. Am besten, Sie probieren ein paar Geräte im Handyshop aus und wählen ein Modell ohne unnötigen Schnickschnack. „Bei der Ausstattung ist weniger oft mehr“, bestätigt Evelyn Keßler von der Verbraucherzentrale. Viele Extras erschwerten die Bedienung, auch wenn man sie nicht nutze. „Eine Kamera oder ein mobiler Internetzugang sind eher zu entbehren als ein kontrastreiches Display mit wählbarer Schriftgröße.“

Noch diffiziler ist die Auswahl des passenden Mobilfunkanbieters. Discounter wie simyo oder klarmobil brachten in letzter Zeit Bewegung in die Preise, die teilweise bis auf fünf Cent pro Gesprächsminute purzelten. Auch Handelsketten wie Aldi oder Penny offerieren inzwischen eigene Handykarten. „Achten Sie darauf, welches Netz von Ihrer Familie oder im Freundeskreis genutzt wird“, rät Evelyn Keßler. „Gespräche ins gleiche Netz, also beispielsweise von T-Mobile zu T-Mobile, sind immer billiger.“ Wenigtelefonierer fahren mit einer Prepaid-Karte am besten, die per Mobiltelefon, in vielen Geschäften oder über das Internet aufgeladen werden kann. Einen zweijährigen Vertrag, wie er in der Branche üblich ist, wenn man ein Handy als Dreingabe haben möchte, sollte man wegen der hohen Fixkosten nicht unterschreiben. Keßler: „Wer ein Gerät auf dem freien Markt oder im Internet erwirbt, fährt meistens günstiger.“

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