Poeten und Schönlinge in der Tierwelt

Viele Männchen beeindrucken Weibchen durch Schönheit oder Gesang. Männchen möchten am liebsten möglichst viel Nachwuchs zeugen. Deshalb legen sie sich in der Paarungszeit prächtige Farben und Federn zu oder singen um die Wette.

Besonders Vogel- und Fischmännchen versuchen, ihre Weibchen durch besondere Schönheit zu beeindrucken. Die Männchen sind meist farbenprächtiger als die Weibchen und tragen oft zusätzlich Schmuck an Hals, Kopf oder anderen Stellen. Sehr bekannt sind die langen Oberschwanzfedern des Pfaus, die dieser bei der Balz wie ein Rad ausbreitet. Die Federn schillern und sind mit auffälligen Augenzeichnungen versehen.

Prächtiger Kopfschmuck lässt Männchen größer wirken

Die Männchen der Kampfläufer, die zu den Hühnervögeln gehören, ändern vor der Balz ihre Farbe. Das ganze Jahr über tragen sie ein schlichtes, braun-grau-weißes Federkleid. In der Mauser vor der Paarungszeit legen sie sich ein buntes Federkleid mit Perücke und Halskrause zu. Durch den Kopfschmuck wirkt der Kopf etwa doppelt so groß. Auf kleinen Schlammflächen, den sogenannten Balzarenen, präsentieren sich die Männchen der Damenwelt. Sie plustern ihre Perücke und ihre Krause auf, trippeln, tanzen und hüpfen. Kommt ein anderes Männchen in ihr Revier, bekämpfen sich die Kontrahenten. Die Weibchen laufen durch die Arena und wählen ein oder auch mehrere Männchen aus.

Die Angebetete wird besungen und betanzt

Nachtigallen haben ihren Namen daher, dass die Männchen ihre Lieder auch nachts zum Besten geben. Die Weibchen sind in der Unterzahl und treffen erst nach den Männchen im Brutrevier ein – und zwar nachts. Die Männchen singen schon Wochen bevor die Weibchen eintreffen. Wenn die Weibchen endlich ankommen, müssen die Bewerber sich so laut wie möglich bemerkbar machen, um eine Braut zu bekommen. Wer kein Weibchen bekommt, singt weiter in der Hoffnung auf Nachzüglerinnen oder Witwen.

Zebrafinken lassen bei der Balz einen eintönigen Gesang erklingen und fliegen ihre Auserwählte zur Begrüßung an. Dann vollführen sie hüpfende Tanzbewegungen, um das Weibchen vollends zu überzeugen.

Schaufliegen für die Damenwelt

Kolibris singen nicht besonders schön, dafür ist ihre Flugleistung umso bewundernswerter. Sie können rückwärts fliegen, im Sturzflug nach unten sausen und in der Luft schweben. Um ihre Weibchen zu beeindrucken, veranstalten sie Superschauflüge. Dazu singen sie leise und unmelodisch.

Ochsenfrösche locken ihre Weibchen durch Rufe. Sie sitzen am Ufer und stoßen einen tiefen Balzruf aus. Tiefere Balzrufe deuten auf ein größeres Männchen hin und kommen bei den Weibchen besser an. Um die rufenden Männchen scharen sich immer ein paar kleinere Männchen, die keine Rufe ausstoßen und versuchen, sich mit dem angelockten Weibchen zu paaren. Allerdings klappt das nur bei etwa drei von hundert Paarungen. Männchen, die diese Strategie anwenden, nennt man Satellitenmännchen.

Bei den Schmetterlingen locken nicht die Männchen die Weibchen an, sondern die Damen müssen sich bemühen. Sie verströmen Duftstoffe, die von den Männchen auf große Entfernungen wahrgenommen werden. Die Männchen folgen der Duftspur, bis sie beim Weibchen angekommen sind.

Es gibt noch viele andere Wege, wie Männchen versuchen, ein Weibchen zu ergattern. Die wohl größten Gruppen bilden neben den Schönlingen und Poeten die Machos, die in Kämpfen ihre Stärke demonstrieren, und die Versorger, die den Weibchen zeigen, dass sie es mit einem guten Nest und Futter versorgen können.

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