Renaissance alter Getreide- und Gemüsesorten

Dinkel, Schwarzwurzel und Co. feiern Comeback am Biomarkt. Dinkel, Schwarzwurzel und Co. waren lange fester Bestandteil der Deutschen Küche. Plötzlich verschwanden sie von unseren Speisezetteln. Nun feiern sie ihr Comeback.

Für Großmutter gehörten Dinkel, Schwarzwurzel und Pastinaken noch zum festen Bestandteil der Küche. Doch plötzlich verschwanden alte Getreide- und Gemüsesorten von unseren Speisezetteln. Jetzt feiern sie am Biomarkt ihre Renaissance. Zu recht, schließlich schmecken sie nicht nur vorzüglich, sondern enthalten auch wichtige Vitamine.

Pastinaken

Die Pastinake (Hammelmöhre, Moorwurzel) zählte bis Mitte des 18. Jahrhunderts zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln in Deutschland. Die Einführung der Kartoffel und der Karotte verdrängte sie dann langsam aus deutschen Kochtöpfen. Ausgehend von der Bio-Küche ist sie mittlerweile während der Saison von September bis Februar wieder überall auf den Wochenmärkten zu finden. Die weiß- bis cremefarbene Wurzel riecht ähnlich wie Sellerie und schmeckt fein würzig-nussig, dabei leicht süßlich. Man bereitet sie wie Karotten zu, kann sie aber auch wie Kartoffeln in der Pfanne braten. Sie enthalten viel Vitamin A und C.

Schwarzwurzeln

Lange Zeit war die wild wachsende Schwarzwurzel (Winterspargel) nur als Heilpflanze bekannt, die gegen Pest und Schlangenbisse wirken sollte. Ab 1700 wurde die Wurzel als Gemüse kultiviert und verbreitete sich dann rasch in ganz Europa. Frische Ware ist von Ende September bis Ende März erhältlich. Der Geschmack der zarten, weißfleischigen Schwarzwurzel erinnert an Spargel, ist allerdings viel kräftiger und dabei herb-säuerlich. Ihre Schale ist braun bis schwarz, beim Schälen tritt ein weißer, rahmartiger Saft aus, der sich an der Luft schnell braun verfärbt. Schwarzwurzeln haben einen hohen Nährwert. Sie sind zwar nicht besonders vitaminreich, enthalten jedoch viel Phosphor, Eisen und leicht verdauliche Kohlenhydrate.

Topinambur

Topinambur (Erdbirne, Indianerkartoffel) stammt ursprünglich aus Südamerika und ist in Europa etwa seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Es gibt weiße, gelbe, rote und rotviolette Sorten. Die Knollen wirken kartoffelähnlich, sind aber wie Birnen geformt. Sie haben eine dünne Schale und schmecken herb-süßlich. Frisch sind sie ab Ende Oktober erhältlich hierzulande vor allem aus ökologischem Anbau, denn es waren Biobauern, die sie in den letzten Jahren wiederentdeckt haben. Das leckere Knollengemüse eignet sich als Gemüsebeilage, als Püree, für Aufläufe und Suppen sowie roh und fein gehobelt in Salaten. Topinambur ist reich an Vitamin C und B, verträgt sich gut mit Kartoffeln, gilt aber auch als kalorienarme Kartoffel-Alternative.

Dinkel

Dinkel (Spelz) ist ein Vorläufer bzw. die Urform des heutigen Weizens. Nahezu vergessen, feiert er heute im ökologischen Landbau sein großes Comeback. Er erzielt weniger Ertrag als der Weizen, kann jedoch mit anderen Vorzügen wuchern. So gedeiht er auch in rauerem Klima und zeigt sich unempfindlicher gegenüber von Schädlingen und Krankheiten. Dinkel-Backwaren liegen im Trend. Immer mehr Verbraucher schätzen ihren guten Geschmack und ihre Bekömmlichkeit. Außerdem ist Dinkel ernährungsphysiologisch ausgesprochen wertvoll. Wegen hoher gesundheitlicher Verträglichkeit ersetzen viele Menschen, die allergisch auf Weizen reagieren, Weizen durch Dinkel.

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