Romantik – gestern und heute

Der Begriff der Romantik hat zwischen dem 18./19. Jahrhundert und heute einen prägenden Bedeutungswandel erfahren.

Ursprünglich war mit dem Begriff der Romantik eine kulturgeschichtliche Stil-Epoche gemeint, die insbesondere für das 18. und 19. Jahrhundert prägend war. In der bildenden Kunst dominierte die Romantik zwischen 1790 – 1840, in der Literatur von 1795 – 1848. Die Musik der Romantik etablierte sich jedoch wesentlich später, denn die Kernzeit lag zwischen 1820 – 1850.

Die Stilrichtung der Romantik

Der Begriff „Romantik“ wurde erst nachträglich geprägt, Künstler aller Art, die innerhalb dieser kulturgeschichtlichen Epoche tätig waren, haben diesen Begriff selbst nicht benutzt. Während früher Lateinisch die dominierende Sprache in der Kunstgeschichte war, wandelte sich dies im 18. und 19. Jahrhundert. Vermehrt hielten die romanischen Sprachen in der Kunst Einzug.

Gleichzeitig war die Romantik auch eine Abkehr von der Antike, was Sprache und Stil betraf. Bei der künstlerischen Gestaltung wurde verstärkt auf die Sagen- und Mythenwelt des Mittelalters zurückgegriffen. Die Vertreter der Antike reagierten auf diese neue Stilrichtung bisweilen sehr entrüstet und taten alles Romantische als phantastisch oder sogar krankhaft ab. Die Antike war sehr faktenorientiert und wissenschaftlich ausgerichtet, während sich die Romantik eher der Gefühlswelt und der Seele zuwandte. Dazu passt auch die Einbeziehung der Sagen und Mythen früherer Jahrhunderte.

Es ging jedoch nicht nur um „positive“ Gefühle wie Liebe und Sehnsucht in der Romantik, gleichzeitig wurden auch verstärkt Schauerromane, die Vorläufer der heutigen Horrorliteratur, veröffentlicht. Ein bekanntes Beispiel ist die Ballade der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797 – 1848) aus dem Jahr 1842.

Die Romantik im heutigen Sinne

Aus der Gefühlsbetonung dieser Stilepoche hat sich auch die heutige Bedeutung des Wortes „Romantik“ und dem dazugehörigen Adjektiv „romantisch“ entwickelt. Bei der heutigen Verwendung des Romantikbegriffs stehen Liebe und die Sehnsucht nach einem geliebten Menschen im Vordergrund, mit Gruselgeschichten steht die Romantik heute nicht mehr im Zusammenhang – was selbstverständlich nicht bedeutet, dass nicht auch ein Horror-Roman romantische Passagen enthalten kann.

Gemeinhin werden mit der Romantik heute bestimmte Bilder assoziiert wie etwa Sonnenuntergänge, Palmenstrände, Lagerfeuer (die so genannte „Lagerfeuerromantik“), Sternenhimmel, Mondlicht (meist Vollmond), Kerzenschein, Feuer im Kamin, wobei es natürlich auch Menschen gibt, die gerade diese Bilder als abgedroschen oder kitschig empfinden. Es fällt auf, dass meist eher Attribute, die mit dem Abend oder der Nacht in Zusammenhang stehen, als romantisch angesehen werden.

Eine Reihe von modernen Balladen in der Musik wird ebenfalls mit Romantik und romantischem Erleben verknüpft wie etwa verschiedene Songs von Gary Moore („Empty Rooms“, „The Loner“, „Still Got The Blues“ et cetera), Metallica („Nothing Else Matters“), Guns n Roses („November Rain“, „Don’t cry“), Phil Collins („A Groovy Kind of Love“, „I Wish It Would Rain Down“) und viele mehr. Es fällt auf, dass die Musik generell zwar eher im Mid-Tempo gehalten ist und die Tonlage vielfach in Moll, aber die Texte handeln seltener von uneingeschränktem Liebesglück, sondern häufig eher von Liebeskummer, Trennung und Sehnsucht. Dennoch werden einige der genannten Songs vielfach gerne bei schönen Stunden zu Zweit aufgelegt.

Unter einer Romanze wird die zarte Annäherung zweier Menschen verstanden – aufkeimende Gefühle, zarte Berührungen und gemeinsame Unternehmungen zu Zweit stehen mehr im Vordergrund als Alltagserleben und Sexualität.

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