Schwarze Prepaid Mastercard mit Hochprägung

Während Kreditkarten mit Hochprägung in den USA als veraltet und hässlich gelten, stehen sie in Deutschland leider immer noch für Kreditwürdigkeit. Das Prestige einer hochgeprägten Kreditkarten auf Guthabenbasis. Während Amerikaner hochgeprägte Kreditkarten hässlich und veraltet finden und in vielen Internetforen darüber diskutieren, ob auch andere Kreditkartenfirmen endlich Visa gleichziehen, das seit September in den USA die klassische Kreditkarte ohne Hochprägung herausbringt, empören sich in deutschen Internetforen Besitzer einer Kreditkarte auf Guthabenbasis darüber, dass man diese an der fehlenden Hochprägung als solche sofort erkennt und suchen die diversen Finanzforen im Internet auf und ab nach Prepaid Karten mit Hochprägung. Und sind dafür bereit, jeden Preis zu bezahlen – so groß ist die Angst, in Geschäften oder Hotels bei Vorlage einer nicht hochgeprägten Kreditkarte als „nicht kreditwürdig“ eingestuft zu werden.

Préstige oblige, zumindest in Deutschland. Erzählt man das einem Amerikaner, schüttelt er nur unverständig den Kopf, hat die nicht hochgeprägte Karte doch viel mehr Vorteile. Anders als die hochgeprägten Karten muss sie nicht außerhalb der Bank gedruckt werden, sondern die Bank kann die Karte mit den Kundendaten in wenigen Minuten selbst bedrucken, was natürlich viel kostengünstiger ist. In zwei, drei Jahren wird es in den USA keine hochgeprägten Kreditkarten mehr geben – schließlich dienten diese ausschließlich den Ritsch-Ratsch-Geräten, die es mittlerweile fast nicht mehr gibt, da heute alle Zahlungen elektronisch abgewickelt werden. Und dazu ist keine hochgeprägte Kreditkarte notwendig.

Die hochgeprägte Prepaid Mastercard der Medius Card AG

Seit kurzem gibt es in Deutschland die erste Kreditkarte auf Guthabenbasis mit Hochprägung: Die Mastercard der Münchener Medius Card AG, die sich außer der Hochprägung von den anderen Prepaid Kreditkarten im Preis deutlich unterscheidet. Man muss für die Karte nicht nur 39 Euro Jahresgebühr, sondern auch 39 Euro Ausstellungsgebühr bezahlen. Zudem werden bei Einkäufen im Nicht-EU Ausland 2,75 Prozent Fremdwährungseinsatz berechnet sowie Ladegebühren bis zu 5,5 Prozent, wenn die Karte nicht durch Banküberweisung oder Bareinzahlung aufgeladen wird. Da die Karte nicht von einer Bank ausgestellt wird, sondern von Transact Network Limited in Gibraltar, ist sie „nur“ eine elektronische Geldbörse, in der sich das verfügbare Guthaben befindet.

Die schwarze Prepaid Kreditkarte für Jedermann

Die Medius Card ist nicht nur die einzige aufladbare Kreditkarte mit Hochprägung auf dem deutschen Markt, das schwarze Design, „das sehr edel und anspruchsvoll wirkt“, so die Werbung, lockt besonders diejenigen, die gerne in den Genuss einer „schwarzen“ Kreditkarte kommen möchten, auch wenn es keine Centurion von Amex ist. Doch was nützt Hochprägung und edles Design, wenn das Kartenguthaben nicht durch Einlagensicherung, wie bei deutschen Banken gewährleistet, abgesichert ist? Die Medius-Kartenkonten werden in Gibraltar geführt und unterliegen dem Bankgeheimnis von Gibraltar, was natürlich für Schufageschädigte von Vorteil ist.

Die Medius Master Card unterliegt nicht der deutschen Einlagensicherung

Unter dem Punkt „Haftung“ steht in den AGBs der Medius AG folgendes: „In dem unwahrscheinlichen Falle unserer Insolvenz können Ihre Karte(n) und Ihr Konto ihren Wert verlieren und unbrauchbar werden, und dem entsprechend können Sie das auf Ihr Konto geladene E-Money verlieren“. Und unter dem Punkt „Regelung“ heißt es weiter: „Das Einlagensicherungssystem Gibraltars deckt kein von uns ausgestelltes E-Money und keine in Bezug auf durch uns ausgestelltes E-Money erhobenen Forderungen ab. Es gibt kein System zur Entschädigung von E-Moneyinhabern in Fällen in denen wir nicht in der Lage sind, gegen uns erhobene Forderungen in Bezug auf E-Money zu befriedigen“. Pech für diejenigen, die im „Falle der Fälle“ gerade mehrere tausend Euro auf der Karte „geparkt“ haben.

 

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