xDSL-Typen – Was darfs denn sein? ADSL oder VDSL?

Verschiedene DSL-Typen: Symmetrisches SDSL ist tot, ADSL – asymmetrisches ADSL – ist Standard, VDSL holt auf mit Übertragungsraten von bis zu 50 Mbps.

xDSL gilt als Überbegriff für die Digital-Subscriber-Line-Technik. Die beiden wichtigsten Typen von xDSL sind asymmetrisches und symmetrisches DSL. Bei asymmetrischem DSL werden für den Download höhere Bandbreiten bereitgestellt als für den Upload. Möglich sind zur Zeit mit der Variante ADSL bis zu 16 Mbps Down- und 768 Kbps Upstream und mit der Variante VDSL bis zu 50 Mbps Downstream.

Asymmetrisches DSL – ADSL

Bei ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) ist die Übertragungsrate Downstream ab einer Bandbreite von 768 Kbps größer als Upstream (deswegen auch die Bezeichnung asymmetrisch). Der Upstream kann somit „nur“ bis zu 768 Kbps Bandbreite haben.

Upstream – Downstream

Das heißt, dass man mehr und schneller Daten aus dem Internet herunterladen kann, als selbst hochladen. Dabei heißt „hochladen“ hier nicht nur, dass man tatsächlich Dateien wie Dokumente oder Fotos ins Internet hochlädt, ein Upload findet bereits dann statt, wenn man eine Webseite anklickt. Trotzdem benötigt man in der Regel viel weniger Upstream-Kapazitäten als Downstream (außer wenn man tatsächlich sein Leben damit verbringt, Fotos ins Internet zu stellen).

ADSL – wozu?

In der Anfangsphase wurde die Entwicklung von ADSL vorangetrieben, um die Übertragung interaktiver Multimedia-Anwendungen zu ermöglichen, wie zum Beispiel Video-on-Demand. Auch heute stehen ähnliche Dienstleistungen wie Homeshopping, Teleworking und Remote Access auf der Liste der Anwendungsgebiete. Die wichtigste Anwendung ist jedoch der Internetzugang. ADSL ist vor allem für die Bereiche geeignet, bei denen es auf die Ausnutzung der vorhandenen Infrastruktur mit einseitig hohen Übertragungsraten ankommt.

ADSL ist dann einzusetzen, wenn die Datenmenge zum Rechner des Anwenders (Client) größer ist als die Datenmenge, die regelmäßig vom Anwender zum Server übertragen wird. Typische Einsatzgebiete sind also Internet- und Intranet-Anbindungen. Durch eine flexible Bandbreitenverteilung kann für jede Anwendung ein geeigneter Datendurchsatz gewählt werden.

  • Was ist der Datendurchsatz? a) Der Datendurchsatz gibt an, wie viele Daten in einem bestimmten Zeitraum übertragen werden. Während die Bandbreite die mögliche, verfügbare Datenübertragungsrate anzeigt, gibt der Datendurchsatz die tatsächlich übertragenen Daten an. Maßeinheit: Bit/s. – b) Statistischer Mittelwert für die Datenübertragungsrate in Bit/s oder CPS (Characters per second, Zeichen/s).

Die ADSL-Technik bietet sich damit auch für einen Massenmarkt an, der sowohl Geschäftskunden, wie KMUs (kleine und mittlere Unternehmen) oder SOHOs (Small Office / Home Office), als auch den Privatkundenbereich umfasst. Es werden Kunden angesprochen, die einen hohen Informationsbedarf haben oder große Datenmengen aus dem Internet herunterladen wollen, wie zum Beispiel Videos.

Was sind asymmetrische Übertragungsraten?

ADSL hat unterschiedlich hohe Datenübertragungsraten in die beiden Richtungen des Datenstroms (siehe Grafik „ADSL – unterschiedliche …“).

  • Beispiel zu Veranschaulichung: Stellen Sie sich vor, Sie stehen in der Rush-Hour auf der Autobahn im Stau. Was wäre nun, wenn Sie einige der leeren Gegenfahrbahnen noch für den Verkehr in ihre Richtung nehmen könnten? Genau – das würde den Verkehr schneller machen. Sie kennen dies vielleicht von der CeBIT: dort wird regelmäßig der Verkehr auf dem Messeschnellweg so optimiert. Morgens ist die Autobahn eine Einbahnstraße in Richtung Messe, abends umgekehrt. Die jeweiligen Fahrbahnen der Gegenrichtung werden mitgenutzt, so dass erheblich mehr Autos schneller durchkommen. Genau das macht ADSL.

ADSL bietet oberhalb einer Bandbreite von 768 Kbps für den Downstream mehr Bandbreite als für den Upstream. Dies ist erfahrungsgemäß bei vielen Nutzern die wichtigere und ausgelastetere Übertragungsrichtung.

Die ADSL-Modems teilen das Frequenzband in drei Kanäle auf: einen Downstream- und einen Upstream-Kanal sowie den „Plain Old Telephone Service“ (POTS)-Kanal. Letzterer wird nicht benötigt (siehe Grafik unten). Über die Downstream-Leitungen können Übertragungswerte bis zu 16 Mbps erzielt werden, auf den Upstream-Verbindungen zum Zugangsknoten 768 Kbps.

Aber natürlich sind auch Kombinationen möglich, die gleiche Übertragungsraten Up/Downstream haben – nämlich bei allen Bandbreitklassen, die eine Übertragung von bis zu 768 Kbps Up/Downstream bieten -, dann ist ADSL also eine symmetrische DSL-Anbindung.

Zusammenfassung: 4 short facts about ADSL

  • Für Download ist häufig mehr Bandbreite nötig als für den Upload. Dies macht sich ADSL zunutze.
  • Bandbreite: Downstream bis zu 16 Mbps, Upstream bis zu 768 Kbps.
  • Gleiche Übertragungsraten Up/Downstream sind bei Bandbreiten bis zu 768 Kbps möglich.
  • Anwendungsbereiche: Internetzugang, Homeshopping, Tele­work­­­ing, Remote Access, Video-on-Demand etc.

Sonstige DSL-Typen

In den Anfangszeiten von DSL wurde dem erwähnten symmetrischen DSL eine große Zukunft vorausgesagt – das hat sich allerdings nicht bestätigt, symmetrisches DSL ist heute bedeutungslos. Auch VDSL wird eine große Zukunft zugetraut – und vermutlich wird sich diese Prophezeiung auch erfüllen (siehe unten).

Symmetrisches DSL

Die symmetrischen Varianten der DSL-Technik, boten gleich hohe Datenübertragungsraten in beide Richtungen. Diese Verfahren sollten in Einsatzbereichen zum Tragen kommen, bei denen es auf schnelle Echtzeitübertragungsraten ankommt, wie zum Beispiel Videoconferencing oder für den firmeninternen Einsatz im Netzwerk.

Eine der ersten symmetrischen DSL-Typen war HDSL. Die HDSL-Technologie hat aber nie eine wirklich bedeutende Rolle gespielt. HDSL benötigte beide Adern der Kupferleitung. Telefonieren mit einem Kabel war so nicht mehr möglich.

Die bekannteste symmetrische Variante war SDSL (Symmetric oder auch Single Line Digital Subscriber Line), eine Weiterentwicklung von HDSL. Haupteinsatzgebiete für SDSL lagen im Serverbereich und bei Remote-Anwendern, die schnelle Übertragungsraten brauchen, also firmeneigene Netzwerke, Basisstationen für drahtlose LANs, Access-Systeme für Carrier, Internet-PoPs und der Zugang zu VPNs (Virtual Private Networks). Mit SDSL ließen sich Übertragungsraten von 2 Mbps in beiden Richtungen erzielen.

SDSL (Symmetrisches DSL)

  • Bandbreite: bei SDSL Up/Downstream etwa 2 Mbps.
  • Anwendungsgebiete: Videoconferencing, firmeninterner Einsatz im Netzwerk, im Serverbereich und bei Remote-Anwendern, die schnelle Übertragungsraten brauchen, Basisstationen für drahtlose LANs, Access-Systeme für Carrier, Internet-PoPs, Zugang zu VPNs.

Schnellste Variante: VDSL

Die aktuellste Generation des digitalen Breitbandzugangs zu Netzwerken ist Very High Rate Digital Subscriber Line (VDSL). VDSL ähnelt im Aufbau vor allem der ADSL-Technik. Die unterschiedlichen Down- und Upstream-Übertragungsraten übertreffen die ADSL-Werte noch um einiges. VDSL überträgt Daten mit einer maximalen Downstream-Übertragungsrate von bis zu 50 Mbps über eine Distanz von bis zu 300 Metern.

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