Zeitungsdruck – kleinere Zeitungsformate, größerer Umsatz?

Die Zeitungsformate werden immer kleiner. Das handliche Tabloid Format hat zu einer deutlichen Umsatzsteigerung beigetragen.

Zeitungen waren früher so groß, dass man sich dahinter verstecken konnte. Dies galt zumindest für die Tageszeitungen und Wochenzeitungen, Boulevardblätter waren traditionell kleiner. Doch bereits seit einigen Jahren gehen immer mehr Verlage dazu über, ihre Ausgaben auf einem kleineren Format zu drucken. Das Tabloid Format hat sich seit ca. 2004 auch in Deutschland erfolgreich durchgesetzt. Die meisten Verlage stellten eine deutliche Umsatzsteigerung durch das handliche Format fest. Kleine Zeitungen sind ganz einfach zeitgemäßer, sie lassen sich problemlos in einer Hand halten und so auch zum Beispiel in Bus oder Bahn lesen. Auch das umständliche Zusammenfalten entfällt. Angesichts der wachsenden Zahl an Lesern, die ihre Tageszeitung nicht mehr in gedruckter Form, sondern auf elektronischen Medien lesen, müssen sich die Verlage zwangsläufig umstellen.

Die wichtigsten Zeitungsformate

Das Zeitungsformat beschreibt Breite mal Höhe einer nicht aufgeschlagenen Tageszeitung. Die heute in Deutschland gängigen Formate wurden 1973 in der DIN 16604 festgelegt. 2006 wurden die DIN Normen noch einmal modifiziert. In Deutschland sind vier Hauptformate gebräuchlich: das Berliner Format, das Rheinisches Format, das Nordische Format sowie das Tabloid Format. Aus dem Zeitungsformat ergeben sich zwangsläufig auch andere für den Zeitungsdruck wichtige Maße wie zum Beispiel die Satzspiegelbreiten, die Spaltenbreiten und die Satzspiegelhöhen. Neben diesen Hauptformaten gibt es weitere Sonderformate.

Ist das Tabloid das beste Zeitungsformat?

Handlich und zeitgemäß, so wird das kleine Tabloid auch bezeichnet. Es kann problemlos im Bus oder in der Bahn gelesen werden. Ursprünglich war dieses Format nur für Boulevardzeitungen üblich. Nachdem der britische Independent 2003 durch den Wechsel auf das Tabloid Format die Auflage steigern konnte, begannen auch in Deutschland und im übrigen Europa Verlagshäuser, kleinere Formate zu testen. Die erste war die Miniaturausgabe der Welt, die der Springer Verlag als “Welt kompakt“ in den Handel brachte.

Weitere Verlage zogen nach, denn schnell zeigte sich, dass sich durch die Verkleinerung des Formates eine Umsatzsteigerung erzielen ließ. Andere Verlage wie der britische Guardian entschieden sich, das große Format beizubehalten und nur die wöchentlichen Sonderbeilagen wie zum Beispiel die Stellenanzeigen oder Wohnungsanzeigen im Tabloid-Format herauszubringen.

Auch die Zeitschriften sind kleiner geworden

Auch Zeitschriften haben den Trend zum kleineren Zeitungsformat erkannt. Schon seit vielen Jahren gibt es Frauenzeitschriften oder Computerzeitschriften sowohl als Großformat als auch als Taschenformat. Für Leser interessant ist hierbei auch der günstigere Preis. Mit dem kleineren Format lassen sich die Herstellungskosten reduzieren und die Auflagen erhöhen. Damit die großformatige Variante trotzdem noch gekauft wird, locken Verlage hier mit Sonderbeigaben wie Kosmetikprodukten, CDs oder Einkaufsgutscheinen.

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