4 Rezepte zur alternativen Haarwäsche

Gesunde Haare: Silikonfreie Haarpflege – Shampoo selbstgemacht. Haare waschen ohne industrielle „Silikonbomben“: Rezepturen für selbst hergestellte „Shampoos“ aus Lavaerde, Waschnusssud, Natron und Seifenkraut

Es gibt viele Tipps für schöne und gesunde Haare. Inzwischen gibt es einige Anbieter von silikonfreien Shampoos (zum Beispiel Sante oder Alverde), die auch in einem erschwinglichen Rahmen sind. Doch viele, die sich intensiver mit ihren Haaren auseinandersetzen, suchen nach weiteren Alternativen zu Tensiden, Silikon & Co.

Haarwäschen herauszögern

Meist waschen wir viel zu oft unsere Haare. Viele der Probleme, die man mit der Kopfhaut (häufiges Nachfetten, Schuppen) und den Haaren hat, sind durch das in der Werbung suggerierte tägliche Haarewaschen hausgemacht. Ziel von vielen ist es deshalb, die Haarwäschen wieder mehr hinauszuzögern, um dem Haar und der Kopfhaut eine Chance zu geben, ein natürliches Gleichgewicht und damit auch meist mehr Glanz, Fülle und Widerstandsfähigkeit zu erlangen. Diese natürlicheren Haarwäschen schäumen teilweise weniger bis gar nicht – anfangs also eine kleine Umgewöhnung. Aber probieren sie es aus, das Ergebnis ist wirklich überzeugend.

Unterschiedliche Haarstrukturen

Eines jedoch sollte klar sein: Nicht nur jeder Kopf, auch jedes Haar ist anders. Ausprobieren, und wildes Testen sollte also die Devise sein, wenn man seine Haarwäsche umstellen möchte. Nicht jedes Haar passt zu jeder Form der alternativen Haarwäsche. Diese 4 verschiedenen Möglichkeiten, die Haare zu waschen und zu pflegen sind natürlich auch kombinierbar. Empfehlenswert ist es aber, nach jeder Haarwäsche auf jeden Fall mit einer sauren Rinse nachzuspülen.

Haarwäsche mit Lavaerde – Ghassoul

Der Begriff Lavaerde, auf arabisch Ghassoul genannt, leitet sich vom lateinischen Wort lavare für waschen ab und hat wirklich nichts mit erloschenen Vulkanen zu tun. Zur Haarwäsche mit dieser im Atlasgebirge abgebauten speziellen Tonerde einfach 3 EL mit etwas Wasser verrühren und kurz quellen lassen. Dies ergibt eine geschmeidige fast gelartige Paste/Flüssigkeit. Diese in das feuchte Haar einmassieren, etwas einwirken lassen und gut ausspülen. Lavaerde bringt eine gestörte Kopfhaut wieder ins Gleichgewicht, verleiht auch dünnen Haaren mehr Griffigkeit und kann bei einem Silikon-Entzug hilfreich wirken.

Haarwäsche mit Natron

Bei der Natronwäsche rührt man ca. einen EL Natron (Kaisernatron) mit etwas Wasser flüssig und massiert diese Mischung auf der feuchten Kopfhaut ein. Kurz einwirken lassen und gründlich ausspülen. Danach auf jeden Fall eine Saure Rinse.

Honig-Ei-Shampoo

Fast eine Haarkur – frisch zusammengerührt aus Eigelb und einem TL Honig. Auf die Haare geben, einige Minuten einwirken lassen und gründlich mit lauwarmem (sonst gibt es Rührei) Wasser ausspülen.

Haare waschen mit Waschnuss-Sud

Sapindus mukorossi – Waschnüsse – die meisten kennen sie wahrscheinlich nur aus dem Bio-Laden. Aber auch in einigen Katalogen und sogar normalen Supermärkten wurden diese kleinen Waschwunder schon gesichtet. In Indien (und anderen asiatischen Ländern) werden sie seit Jahrhunderten von der Bevölkerung zur Körperpflege und zur Textilwäsche genutzt. Bei uns werden sie vor allem für letzteres verkauft. Wer erstmal probieren möchte: im Handel und über Webseiten sind Probepäckchen erhältlich, die für einen ersten Versuch vollkommen ausreichen.

Rezept für Shampoo aus Waschnüssen

15 halbe Waschnüsse

1 Liter Wasser

2 EL Zitronensaft oder Essig

Die Schalen zusammen mit dem Wasser und der Säure in einem großen Topf (Vorsicht: es schäumt stark) aufkochen. Ca. 10 Min. kochen lassen. Die Nüsse zusammen mit der Flüssigkeit über Nacht im Topf abkühlen lassen. Das goldfarbene Shampoo abseihen und in eine Flasche (zum Beispiel eine alte Spülmittel-Flasche zur besseren Dosierung) füllen, die ausgekochten Nüsse wegwerfen.

Es gibt einige wenige Menschen, die den Geruch der Waschnüsse als unangenehm empfinden. Hier empfiehlt es sich vielleicht, einen Tropfen ätherischen Lieblings-Öls (Tonka, Orange, Zitrone, Lavendel) dazuzugeben oder die saure Rinse mit einem angenehm riechenden Kräutertee zu kombinieren. Das Shampoo kann auch auch zum Duschen, Waschen oder Putzen genutzt werden.

Seifenkraut

Saponaria officinalis – wird seit altersher in der Medizin verwendet. Das Seifenkraut wird wahrscheinlich seit der Jungsteinzeit angebaut und fand als Seifenersatz Nutzung. Durch seinen hohen Gehalt an Saponinen schäumt es und wirkt reinigend. Vorsicht: in hohen Dosen eingenommen, kann Seifenkraut zu Brechreiz führen, wirkt also (auch für manche Tiere) giftig. Früher nutzte man die frische, zerstoßene und mit Wasser aufgeschäumte Wurzel des Seifenkrauts. Heutzutage kann man auch getrocknete Seifenkrautwurzel für einen Absud nutzen.

Rezept für Shampoo aus Seifenkraut

100g Seifenkraut (bekommt man in der Apotheke, bitte den lateinischen Namen immer mit angeben) in einem Topf zusammen mit einem ½ Liter Wasser aufkochen. Simmern lassen, bis sich die Flüssigkeit in etwa halbiert hat. Abseihen und in eine Flasche abfüllen.

Tipp: Für eine gelartigere Konsistenz der selbstgekochten Shampoos aus Waschnüssen oder Seifenkraut, die Flüssigkeit mit Nestargel, Guarkernmehl oder Xanthan andicken.

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