Abweichendes Verhalten im Internet

Studie über Suizid-Foren, Raubkopien und Kreditkartenbetrug. Eine aktuelle Studie befasst sich mit dem komplexen und vielschichtigen Themenfeld des abweichenden Verhaltens, das im Internet stattfindet.

Suizid-Foren, Raubkopien, Kreditkartenbetrug und andere Formen des abweichenden Verhaltens werden in der Regel als Phänomene betrachtet, die in erster Linie mit der Verbreitung des Internet zusammenhängen. Dabei ist deviantes Verhalten, also Verhalten, das von allgemeinen Normen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen abweicht, in jeder Gesellschaft beobachtbar.

Workshop zum abweichenden Verhalten im Internet

Bereits im Februar des Jahres 2006 veranstaltete das Deutsche Forum für Kriminalprävention (DFK) einen Experten-Workshop mit dem Titel „Internet-Devianz“. Ursprung dieses Workshops war die Beobachtung, dass den Nutzenden des Internet nicht nur die Kommunikation mit allen Teilen der Welt offen steht, sondern dass sie auch zunehmend mit kriminellen und risikobehafteten Inhalten und Methoden konfrontiert werden. Dabei reicht das Spektrum des abweichenden Verhaltens im Internet über Betrugsdelikte jeglicher Art bis hin zu verbotenen rechtsextremistischen oder kinderpornografischen Inhalten.

Im Nachgang zu diesem Workshop wurde die Projektgruppe Prävention von Internet-Devianz gebildet. Projektziel war es, durch Kompetenzförderung die notwendige Sensibilität und das Risikobewusstsein im Umgang mit dem Internet zu schaffen beziehungsweise zu schärfen.

Studie zum Thema abweichendes Verhalten im Internet

Die nun veröffentlichte Expertise „Internet-Devianz. Strukturierung des Themenfeldes ‚Abweichendes Verhalten‘ im Kontext der Internetnutzung“ wurde von der ecmc GmbH im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein Westfalen erstellt. Die Studie zum abweichenden Verhalten befasst sich mit dem überaus komplexen und vielschichtigen Themenfeld des abweichenden Verhaltens, das im Internet stattfindet, beziehungsweise mithilfe des Internet praktiziert wird.

Gegenstand der Studie zum abweichenden Verhalten sind

  • neue Formen des als abweichend definierten Verhaltens wie beispielsweise Internetkriminalität (Phishing, Betrugsdelikte, Computersabotage),
  • neue Kommunikationswege, über die sich Teilöffentlichkeiten und virtuelle Gemeinschaften zu Themen tatsächlichen oder vermeintlichen devianten Handelns bilden (zum Beispiel Suizid-Foren)

Um zu erläutern, wie abweichendes Verhalten entsteht beziehungsweise als solches wahrgenommen und sanktioniert wird, werden in der Studie zum abweichenden Verhalten im Internet ausgewählte Themen wie Raubkopieren oder abnormes Computerspielen untersucht. Anhand der Präsentation in Tages- und Fachzeitschriften wird aufgezeigt, wie Zuschreibungsprozesse ablaufen und ab wann ein bestimmtes Verhalten als normverletztend und damit abweichend beziehungsweise deviant bezeichnet wird.

Studienergebnisse

Die Strukturierungsversuche in der Studie zum abweichenden Verhalten im Internet gehen von unterschiedlichen Annahmen aus und transportieren verschiedene Konzeptionen des Normen- und Devianzbegriffs. Vor diesem Hintergrund wurden zwei Strukturierungsweisen präsentiert: Während die erste den meist rechtlich definierten Normenbezug hervorhebt, orientiert sich die zweite an den gesellschaftlichen Zuschreibungsprozessen unterschiedlicher Akteure, die abweichendes Verhalten im Internet konstruieren.

Die Studie zum abweichenden Verhalten im Internet gibt eine Übersicht über das komplexe Themenfeld, stellt den aktuellen Diskussionsstand dar und benennt aktuelle Literatur. Die Studie steht allen Interessierten zum kostenlosen Download auf der Internet-Seite der Landesanstalt für Medien Nordrhein Westfalen zur Verfügung.

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