Advent – Die Zeit der Erwartung

Geschichte und Tradition der Adventszeit. Advent ist die Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Sie symbolisiert die Hoffnung und Erwartung der Christen auf die Wiederkunft Jesu Christi.

Zur Adventszeit sind die Straßen und Häuser mit Lichterketten geschmückt und erleuchtet. Weihnachtsplätzchen werden gebacken und Weihnachtsmärkte werden besucht. An jedem Sonntag zündet man eine weitere Kerze am Adventskranz an, Kinder haben einen Adventskalender, in dem sie 24 Tage lang eine kleine Überraschung finden. Für viele Menschen ist es die schönste und auch besinnlichste Zeit des Jahres.

Bedeutung des Advents

Das Wort Adventkommt vom lateinischen adventus und bedeutet Ankunft. Es kann sowohl „wird kommen“ als auch „ist gekommen“ meinen. Christen erwarten die Ankunft ihres Herrn Jesus Christus. In diesem Sinne hat die Adventszeit verschiedene Dimensionen. Christen werden zum einen in die Lage der Menschen vor mehr als 2000 Jahren versetzt, die das Kommen des verheißenen Messias erwarteten. Es waren nicht nur die frommen Juden, die aufgrund ihrer Heiligen Schrift diesen Tag erwarteten, sondern auch Heiden, die in der Erwartung auf einen Friedensbringer lebten.

Gegenwärtig ist für Christen der Messias bereits erschienen und doch warten sie noch auf die erhoffte Wiederkehr am Ende der Zeiten, zum jüngsten Gericht. Die ersten Generationen von Christen waren von einer nahe bevorstehenden Wiederkehr überzeugt. In den urchristlichen Liturgien beteten sie „Maran atha“ (aramäisch), was bedeutet: „Unser Herr, komm!“ Zusätzlich bietet der Advent die Gelegenheit, sich innerlich auf das nahe stehende Weihnachtsfest vorzubereiten. Die Zeit ist einerseits vom Bußcharakter, andererseits von freudiger Erwartung geprägt.

Herkunft der Adventszeit

Die vierwöchige Adventszeit hat sich erst im Laufe der Jahrhunderte herausgebildet. Es lag nahe, die Zeit vor Weihnachten ähnlich wie die Fastenzeit als Vorbereitungszeit zu begehen. So feierte Syrien an den beiden letzten Sonntagen vor Weihnachten die Verkündigung an Zacharias und Maria.

Im 6. Jahrhundert legte Papst Gregor der Große vier Adventssonntage für die Vorbereitungszeit auf Weihnachten und eine liturgische Ordnung fest. Die vier Sonntage standen symbolisch für die 4000 Jahre, welche die Menschen nach kirchlicher Rechnung auf die Ankunft des Erlösers warten mussten. Im Jahr 1570 verfasste Papst Pius V. die endgültige Regelung der Adventsliturgie.

Symbolik der vier Adventssonntage

Der Adventszeitraum beginnt zwischen dem 27. November und 3. Dezember eines Jahres und endet am Heiligen Abend. Mit dem ersten Advent beginnt ein neues Kirchenjahr. Jeder Sonntag hat seine eigene Symbolik der weihnachtlichen Vorgeschichte. So erinnert der erste Advent an den Einzug Jesu in Jerusalem, der zweite an die Wiederkunft Christi, der dritte an Johannes den Täufer und der vierte an Maria, die Mutter Jesu.

Entstehung und Brauch des Adventskranzes

Es ist häuslicher Brauch, an jedem Sonntag des Advent auf einem Kranz aus Tannenzweigen jeweils eine Kerze mehr anzuzünden. Der gewundene Kranz gilt als Symbol der Huldigung und weist auf den kommenden König hin. Die Kerzen stehen für das aufgehende, heller werdende Licht, das Hoffnung geben und das Böse abwehren soll.

Die genaue Herkunft des Adventskranzes ist nicht geklärt. Wahrscheinlich geht er auf einen Brauch zurück, der im Jahr 1839 im Rauhen Haus in Hamburg, einer Betreuungsanstalt für Waisenkinder, von Johann Hinrich Wichern eingeführt worden war: Auf einem Wagenrad wurden 23 Kerzen angebracht. Vier große weiße Kerzen symbolisierten die Sonntage bis Weihnachten, 19 kleine rote die Werktage. Jeden Tag wurde von den Kindern eine Kerze mehr angezündet. Ab 1860 band Wichern Tannenzweige zum Kranz. Diese Sitte verbreitete sich dann von Norddeutschland aus weiter.

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