Anämie – Ein Überblick

Eine Anämie (Blutarmut) kann verschiedenste Ursachen haben.

Anämien können sehr vielgestaltig sein. Blutarmut ist nicht gleich Blutarmut. Es gibt viele verschiedene Formen. Grob gesagt unterscheidet man in hypochrome, normochrome und hyperchrome Anämien. Das bedeutet, dass die Erythrozyten (rote Blutkörperchen), die bei einer Anämie nicht mehr in dem Umfang im Körper vorhanden sind, wie eigentlich nötig, dabei entweder weniger, genauso viel oder mehr Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) als gängig enthalten. Auf die genauen pathophysiologischen Ursachen kann an dieser Stelle nicht eingegangen werden, da dies den Rahmen sprengen würde.

Zu den hypochrome Anämien gehört die Eisenmangelanämie

Die Eisenmangelanämie ist sicher die bekannteste Anämieform. Sie ist besonders bei Frauen ein Thema, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, wenn also zusätzlich zu der Monatsblutung noch andere Faktoren kommen, die einen verminderten Eisengehalt im Körper bedingen. Eine zweite Ursache für die hypochrome Anämie können Tumorerkrankungen oder Infekte sein, denn diese können auch eine Verminderung der roten Blutkörperchen bedingen. Eine dritte Ursache, die allerdings eher im Mittelmeerraum von Bedeutung ist, ist die vererbte Thalassämie.

Die wichtigste normochrome Anämie ist die akute Blutungsanämie

Blutungen können, wie sicher bekannt, sehr viele Stellen des Körpers betreffen. Man kann aus offenen Wunden bluten, die zum Beispiel nach einem Unfall auftreten können. Man kann im Verdauungstrakt bluten oder auch in der Brusthöhle. Es gibt aber noch zahlreiche andere Ursachen für eine normochrome Anämie. Dazu gehören zum Beispiel die Sichelzellanämie (die vor allem in Afrika verbreitet ist), die medikamenteninduzierte Anämie (z.B. durch bestimmte Antibiotika oder Anti-Parkinson-Mittel), die Hämolyse (Blutzerfall) durch Toxine (Schlangengifte, Bakterien, Schwermetalle) oder auch die Hämolyse bei Malaria (nach einem Tropenaufenthalt ist daran zu denken).

Zu den hyperchromen Anämien gehören der Folsäure-/ und der Vitamin-B12-Mangel

Ein Folsäuremangel kann zum Beispiel durch Fehlernährung (u.a. auch durch Alkoholismus) oder länger anhaltende Durchfälle bedingt sein. Der Vitamin-B12-Mangel kann durch verschiedene Krankheiten entstehen. Dazu gehören Schilddrüsenentzündungen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), bestimmte Erkrankungen der Nebennierenrinde oder der Morbus Crohn (eine Form der chronischen Darmentzündung).

Was tun, wenn man eine Anämie bei sich vermutet?

Klassische Zeichen einer Änämie sind allgemeines Schwächegefühl, Atemnot, Kopfschmerzen und Haut- und Schleimhautblässe. Stellt man diese oder ähnliche Symptome bei sich fest, kann ein Arztbesuch hilfreich sein. Neben einer Befragung seitens des Arztes, wird dieser eine körperliche Untersuchung durchführen und, die Hauptsäule der Anämiediagnostik, Blut abnehmen, um sich das Blutbild ansehen zu können. Meist gibt das Blutbild, in Zusammenhang mit bestimmten erfragten Daten und körperlichen Befunden, schon nützliche Hinweise auf Ursachen der Blutarmut.

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