Antibiotika und Schmerzmittel in der Schwangerschaft

Antibiotika und Schmerzmittel sind häufig verschriebene Medikamente. Nicht alle Präparate sind für Schwangere geeignet.

Jeder werdenden Mutter ist es zu wünschen, fit und gesund durch ihre Schwangerschaft zu gehen. Doch nicht immer ist das Schicksal gnädig, und bei manchen Erkrankungen schadet es Mutter und Kind mehr, wenn die Krankheit unbehandelt bleibt, als wenn Tabletten geschluckt werden.

Krank in der Schwangerschaft

Zum einen können unterschiedliche Erkrankungen, die während einer Schwangerschaft auftreten, Medikamente erforderlich machen. Hierzu zählen fieberhafte Infektionen und Entzündungen, aber auch starke Schmerzen, z. B. bei einer Migräne.

Zum anderen werden auch chronisch kranke Frauen schwanger. Ein chronisches Schmerzsyndrom muss zu jeder Zeit – ob schwanger oder nicht – behandelt werden.

Krankheiten in der Schwangerschaft – Gefahr fürs Kind

Als Faustregel gilt natürlich, so gut es geht, auf Medikamente zu verzichten und kleinere Beschwerden z.B. mit homöopathischen Mitteln zu lindern. Wenn eine werdende Mutter sich jedoch eine schwere Infektion zuzieht, möglicherweise hohes Fieber hinzukommt, sind Antibiotika unvermeidlich. Denn bei Infektionen ist das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt deutlich erhöht. Besonders gefährlich sind hier Harnwegsinfekte, denn die Keime können durch die Harnröhre aufsteigen und zu schweren Erkrankungen des Kindes führen.

Geeignete Antibiotika in der Schwangerschaft

Geeignete Antibiotika sind die Gruppe der Penicilline und die älteren Cephalosporine (wie z.B. Cefoxitin und Cefazolin ). Diese Mittel sind zwar placentagängig, aber sie verursachen nach heutigem Wissensstand keine Schädigungen des Ungeborenen. Für die neueren Chephalosporine (z.B.Cefotaxim) liegen noch keine ausreichenden Ergebnisse vor.

Diese Antibiotika in der Schwangerschaft bitte nicht

Tetracycline und Chinolone dürfen der Schwangeren auf keinen Fall gegeben werden, da sie das Missbildungsrisiko beim Kind stark erhöhen. Kurz vor der Geburt darf die werdende Mutter auch keine Sulfonamide nehmen, denn die Leber des Kindes ist zu wenig ausgereift, um Medikamente dieser Gruppe zu verarbeiten. Das besonders bei Harnwegsinfektionen gern gegebene Präparat „Cotrim forte“ (Trimethoprim-Sulfamethoxazol ) ist ebenfalls gefährlich, da es beim Ungeborenen eine Blutarmut (Anämie) hervorrufen kann.

Was tun bei Schmerzen in der Schwangerschaft?

Schmerzen können krank machen und sind manchmal so stark, dass ein Schmerzmittel benötigt wird.

Paracetamol in einer Höchstdosis von 1000 mg (das sind zwei Tabletten) gilt während der gesamten Schwangerschaft als unbedenklich. Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin oder ASS-ratiopharm) steht im Verdacht, während des ersten Schwangerschaftsdrittels in hohen Dosen Fehlbildungen beim Kind zu verursachen, zwei Tabletten am Tag (1000mg) dürfen bei strenger Indikationsstellung in den ersten sechs Monaten der Schwangerschaft gegeben werden. Im letzten Drittel jedoch ist ASS kontraindiziert. Es verzögert und verlängert die Geburt und kann zu starken Blutungen bei der Mutter führen. Auch das Blutungsrisiko beim Kind, insbesondere für Hirnblutungen, steigt.

Migränetherapie in der Schwangerschaft

Magnesium hilft besonders bei Migräne sehr gut und gilt während der ganzen Schwangerschaft – selbst intravenös gegeben – als unbedenklich. Neuere Migränemittel, die Triptane (z.B. Imigran), sollten in der Schwangerschaft vermieden werden, denn es liegen für diese Medikamente noch keine ausreichenden Erfahrungen vor.

In der Schwangerschaft starke Schmerzmittel?

Starke und chronische Schmerzen lassen sich mit den vorab genannten Medikamenten oft nicht ausreichend therapieren. Während früher die Gabe von starken Schmerzmedikamenten, den Opioiden, nur bei nicht zu ertragenden Tumorschmerzen erfolgte, empfehlen die Experten heute bei schweren chronischen Schmerzen (z.B. Bandscheibenleiden ) auch jungen Menschen eine Opioid-Therapie, denn es ist bekannt, dass ein chronischer Schmerz unbehandelt zu einer eigenständigen Schmerzerkrankung werden kann. Auch Frauen mit einer dauerhaften Opioid-Einnahme dürfen schwanger werden!

Nach Opioid-Gabe in der Schwangerschaft Entzug beim Kind

Da die Opioide aber über die Plazenta in den Blutkreislauf des Ungeborenen gelangen, gewöhnen diese sich an das Medikament. Nach der Geburt erleiden sie, genauso wie jeder Abhängige, der den Wirkstoff nicht mehr bekommt, einen Entzug. Häufig bekommen die Säuglinge dann Fieber, sie leiden unter Erbrechen und zittern stark. Manchmal kann es sogar zu Krampfanfällen kommen.

Nach Meinung von Experten ist es aber nicht allzu schwierig, ein Neugeborenes von Opioiden zu entwöhnen, wenn es gleich nach der Geburt intensiv betreut wird. Sehr viel komplizierter ist eine Schwangerschaft, bei der die Mütter unter stärksten Schmerzen leiden.

Es gilt jedoch für jedes Präparat – von Magnesium bis hin zu Opioiden – keine Einnahme, ohne diese vorher mit dem Arzt abzuklären!

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