Asthma und Sport

Trotz des positiven Einflusses auf Körper und Geist sollten betroffene Asthmatiker bei der Auswahl der Sportart einige Dinge in Erwägung ziehen.

Eine regelmäßige, sportliche Betätigung hat einen sehr positiven Einfluss auf Körper und Geist, von denen auch der aktive Asthmatiker profitiert. Trotzdem sollten Betroffene bei der Auswahl der Sportart einige Dinge in Erwägung ziehen. Körperliche Bewegung verursacht eine schnellere Atmung als üblich, da die Muskeln einen erhöhten Sauerstoffbedarf haben. Ist diese Reaktion aber übersteigert, spricht man von Hyperventilation (hyper, griechisch = über; lateinisch ventilare = schwingen, lüften), die mit einer Störung des osmotischen Gleichgewichts (Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks, also des Gehaltes an Flüssigkeit in einer Zelle) in der Lunge sowie Wasser- und Wärmeverlust einhergeht. Infolgedessen werden Überträgersubstanzen freigesetzt, die eine asthmatische Reaktion mit den bekannten Symptomen auslösen. Kalte, trockene Luft sowie Dauer und Intensität der Belastung verstärken die Reaktion.

Anstrengungsasthma

Bei Kindern mit Bronchialasthma geht man davon aus, das zwischen 70 und 90 Prozent zu einer asthmatischen Reaktion bei Anstrengung neigen. Aktivitäten wie freies Rennen und Radfahren gelten als besonders gefährdend. Von der Deutschen Atemwegsliga e.V. empfohlen werden Sportarten, die ohne Zeit- und Leistungsdruck ausgeübt werden sollten. Aufgrund der feuchten und angewärmten Luft gilt daher Schwimmen als für die betroffenen Kinder besonders geeignete Sportart, da es sich positiv auf die Atemwege auswirkt. Außer Schwimmen eignen sich Segeln, Kanu und Skilanglauf. Insgesamt sind Ausdauersportarten für den Asthmatiker meist günstiger, da abrupte Tempo- und Belastungswechsel die Atemwege zu sehr beanspruchen.

Sport im Freien

Hippokrates (griechischer Arzt, um 460-377 v. Chr.) behauptete: „Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mäßig, übe den Körper und atme reine Luft.“ Leichter gesagt als getan. Besonders für den Asthmatiker stellt sich in mehr als einem Punkt die Frage, ob denn dieser Satz überhaupt seine Gültigkeit hat. Denn häufig treten Beschwerden wie Atemnot oder Husten gerade dann ein, wenn er sich anstrengt. Die vermeintlich „frische“ Luft steckt für ihn ebenfalls voller möglicher Auslöser. Ob Pollen, Schadstoffe oder Kältereiz – viele Dinge können einen Asthmaanfall auslösen. Im Gedächtnis des Betroffenen bleibt dann z.B. hängen: „Bewegung hat mir nicht gut getan, ich hatte Beschwerden, also lasse ich es lieber.“ Dies ist eine verständliche, nichtsdestotrotz falsche Reaktion, denn heute weiß man, dass körperliche Bewegung betroffenen Kindern und Erwachsenen gut tut.

Regeln für Asthmatiker

Grundsätzlich kann ein Asthmatiker jede Sportart betreiben, sollte dabei aber einige Regeln beachten, die für ihn noch wichtiger sind als für den unbelasteten Sporttreibenden. So ist es wichtig zuvor einen Gesundheits-Check bei einem Arzt zu machen und Art sowie Dauer des Bewegungsprogramms mit diesem zu besprechen. Denken Sie auch immer an ein kurzes Warm-up vor dem Trainingsbeginn. Das Aufwärmprogramm ist für den Asthmatiker besonders wichtig: ein „Kaltstart“ kann bei ihm eine abrupte Verkrampfung der Bronchien zur Folge haben und Hyperventilation und Luftnot auslösen.

Trainingsaufbau

Man sollte von seinem Körper nicht sofort sehr hohe Leistungssteigerungen fordern. Durch ein langsames Aufbautraining gewöhnt sich der Körper allmählich an die ansteigende Belastung. Besser als einmal in der Woche ausgiebig zu trainieren, sind mehrere kleinere Trainingseinheiten, die sich über die Woche verteilen. Die Belastung sollte man während eines Trainings allmählich steigern und vor dem Ende langsam zurückfahren – nicht abrupt aufhören!

Auf die Signale des Körpers achten

Betroffene sollten besonders auf die Zeichen ihres Körpers hören und bei aufkommenden Beschwerden pausieren oder das Training für diesen Tag einstellen. Weil viele Freizeitsportler Schwierigkeiten haben, die Signale des Körpers richtig zu interpretieren, ist es hilfreich, eine Pulsuhr zu verwenden. Für einen Asthmatiker ist es wichtig, zwischen den Belastungen während eines Trainings seine Atmung beruhigen zu können, da sonst eine Hyperventilation droht. Reagiert man auf körperliche Anstrengung mit asthmatischen Beschwerden, so kann man zum Schutz in Absprache mit dem Arzt ein Medikament einnehmen.

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