Dachgärten als Zukunftsprojekte der urbanen Architektur

Obst- und Gemüseanbau der Stadtfarmen ist eines der Visionen der urbanen Landwirtschaft. Die Grünflächen auf den Dächern sorgen zudem für bessere Luft.

In New York gehören sie schon zum normalen Stadtbild, die Dachgärten hoch über der City. Sie dienen neben Kräutergarten und dem Anbau von eigenem Gemüse auch als grüne Erholungsoase für den stressgeplagten Großstädter. Nicht nur für kreative Individualisten ist diese Art der Begrünung interessant, längst haben Zukunftsforscher diese Alternative als ernstes Projekt im Visier.

Vertical Farming

Unter dem Begriff des Vertical Farming verbirgt sich die Vorstellung von einer städtischen Agrarkultur, die in mehrstöckigen Häusern oder auf Dächern stattfindet. Dickson Despommier, Professor an der Columbia University in New York, entwickelte zusammen mit seinen Studenten die Vorstellung einer sogenannten vertikalen Landwirtschaft, die fernab von Feldern in die Stadt integriert ist. Dabei sollen mehrstöckige Gebäude und Dächer von Häusern jeglicher Art als Anbaufläche dienen. Bei den Dachbegrünungen werden die sonst ungenutzten Dachflächen unter ökologischen Aspekten mit Grünpflanzen und Gräsern bedeckt, was nicht nur optische Vorteile bietet. Diese Art der Bebauung führt auch zu einem besseren Schutz und damit einer längeren Lebensdauer der Dächer. Die Anpflanzung von Gemüse und Obst soll langfristig ein fester Bestandteil der städtischen Landwirtschaft werden. Mit dem Konzept des Vertical Farming soll neben der Verwertung ungenutzter Flächen für den Anbau die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln nachhaltig gefördert werden. Forscher erwägen sogar die Überwindung des weltweiten Hungers mithilfe der urbanen Landwirtschaft. Ein Projekt in Südkorea arbeitet an einem geeigneten Modell für das zukunftsträchtige Konzept der städtischen Agrarwirtschaft. Der Bausektor hat mittlerweile diesen Trend entdeckt und sich spezialisiert. Wünschenswerte Nebenwirkungen der Dachgärten sind neben einer Verbindung von Natur und Urbanität eine sinnvolle und entspannende Freizeitbeschäftigung der „StadtgärtnerInnen“, die sich vielleicht langfristig auch auf dem gewerblichen Gebiet auswirkt.

Ökologische Vorteile

Die Dachnutzung für die Begrünung in Städten hat vor allem auch ökologische Vorteile.

Wie verschiedene Forschungen ergeben, sorgen die Pflanzen auf dem Dach für einen gesunden Temperaturausgleich und sparen damit Energie. Zudem speichern sie das Regenwasser und entlasten damit auch die Kanalisation. Außerdem sorgen die Grünpflanzen für bessere Luft, vor allem in den belasteten Großstädten. Hier lassen sich die oft fehlenden grünen Lungen in der Stadt unproblematisch in die schon bestehende Stadtarchitektur einfügen. Einzig bleibt meist die Frage der Finanzierung solcher Projekte, die in der Regel fachmännisch ausgeführt werden sollten, damit die darunter liegenden Wohnräume sich nicht einer Begrünung in Form von Schimmel erfreuen. Hier gibt es meistens lokal abhängig verschiedene Fördermöglichkeiten.

Die Hoffnung auf eine Lösung ökologischer Probleme mithilfe der Integration von Dachbepflanzungen lassen verschiedene Projekte, wie z.Bsp. die Veranstaltung ZFarm, weiter an der Optimierung dieser urbanen Architektur arbeiten.

Der Trend aus New York wird sicherlich in absehbarer Zeit auch in Deutschland sichtbare Realität werden.

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