Das größte Radioteleskop der Welt

Das weltgrößte Radioteleskop, auch als Lofar bekannt, ist offiziell in Betrieb gegangen. Mit diesem werden bisher unerforschte Frequenzen näher untersucht.

Das größte Radioteleskop der Welt – Lofar – hat heute offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Der Name für dieses Projekt ist zugleich auch Beschreibung für den Forschungsbereich des Teleskopes. Denn Lofar ist ein Kunstname, bestehend aus der Wortgruppe „Low Frequency Aray“. Was soviel bedeutet, dass das Radioteleskop vor allem elektromagnetische Wellen im sehr niedrigen, nicht sichtbaren Frequenzbereichen auffangen soll.

Das größte Radiotelskop der Welt hat einen Durchmesser von 1.000 Kilometern

Verteilt auf mehrere Stationen in den Niederlanden und Frankreich, Deutschland und Schweden sowie Großbritannien, besteht das weltgrößte Radioteleskop aus 25.000 separaten Antennen. Durch die weiträumige Verteilung dieser verfügt das Lofar über einen Durchmesser von bis zu 1.000 Kilometern. Damit wird eine wesentlich höhere Auflösung erzielt, als sie jeder konventionelle Parabolspiegel erreichen kann.

Lofar soll neue Ergebnisse über Schwarze Löcher und extragalaktische Magnetfelder erzielen

Im Zentrum des Projektes Low Frequency Aray steht das Ziel Radiosignale sehr weit entfernter Objekte aufzufangen, insbesondere von Wasserstoffwolken, die etwa eine Milliarde Jahre nach dem Urknall entstanden sind, also bereits vor 12,7 Milliarden Jahren existierten. Um dieses Ziel zu erreichen arbeitet das System aus Antennen und Stationen in einem Frequenzbereich von 10 bis 240 Megahertz, wie das federführende niederländische Radioastronomie-Institut Astron bekannt gab. Diese Frequenzen sind bisher weitestgehend unerforscht. Die Wissenschaftler selbst erhoffen sich unter anderen, durch das „Auffangen“ von extrem langlebigen, niederenergetischen Elektronen, Erkenntnisgewinne, über bisher unbekannte und längst vergangene Explosionsvorgänge, extragalaktische Magnetfelder sowie Schwarze Löcher.

Alle gesammelten Daten landen in der Universität Groningen

Die niederländische Königin Beatrix weihte bereits am 12. Juni 2010 mit einem symbolischen Knopdruck das weltgrößte Radioteleskop in der niederländischen Station in Buinen offiziell ein, womit nun auch der reguläre Betrieb aufgenommen werden konnte. Die produzierten Daten die bei der Signalsuche entstehen, werden in insgesamt sechs verschiedenen Forschungseinrichtungen, wie zum Beispiel dem deutschen Max-Planck-Institut für Radioastronomie, verarbeitet und anschließend in der niederländischen Universität Groningen zusammengeführt.

Das weltgrößte Radioteleskop soll weiter wachsen

In den nächsten Monaten und Jahren soll das Lofar-System sogar noch erweitert werden. So sollen in den Niederlanden bis Ende diesen Jahres ganze 36 Stationen Teil des Systems sein und auch Deutschland möchte die Zahl seiner Stationen auf vorerst acht erhöhen. Darüber hinaus werden auch Stationen in Italien, Polen und der Ukraine integriert.

Die Kosten sind vergleichsweise gering

Da das größte Teleskop der Welt aus, in weiten Teilen, bereits bestehenden Anlagen zusammengesetzt ist, sind die Kosten des Projekts, mit rund 150 Millionen Euro, äußerst gering. Im Vergleich dazu sind die geplanten Kosten für das größte Teleskop der Welt und das Weltraumteleskop Herschel, mit geschätzt jeweils rund einer Milliarde Euro, gewaltig.

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