Depressiven Verstimmungen mit Heilkräutern begegnen

Mit sanfter Pflanzenmedizin kann man dem Stimmungstief wieder auf die Beine helfen.

Heilen mit Pflanzen ist vermutlich die älteste medizinische Heilmethode überhaupt. Hat die Pflanzenheilkunde, auch Phytotherapie genannt, durch die schnelle Entwicklung der modernen Medizin im letzten Jahrhundert an Aktualität verloren, kann man seit ein paar Jahren feststellen, dass sich immer mehr Menschen wieder dem traditionellen Wissen zuwenden und die Pflanzenmedizin dadurch ihren berechtigen Einsatz wiederfindet. Was früher nur aus Erfahrung, Überlieferungen und Tradition heraus genutzt wurde, kann durch neue Forschungsmethoden mittlerweile zunehmend wissenschaftlich belegt werden. Die Natur dient dem Menschen als idealem Rohstofflieferanten, um einfach und dennoch wirkungsvoll Hilfe bei therapeutisch unterschiedlichen Krankheitsbildern zu geben.

Mit pflanzlichen Mitteln neue Energie tanken

Gerade beim Stimmungstief und schwermütiger Niedergeschlagenheit findet der Leidtragende mit Heilpflanzen eine geeignete Alternative zu chemischen Stimmungsaufhellern, da pflanzliche Mittel meist ohne Risiko eingesetzt werden können. Sie binden nicht an Abhängigkeit, setzen die Leistungsfähigkeit nicht herab und sind in der Regel gut verträglich. Bei Traurigkeit und Unruhe können bei regelmäßiger Anwendung wieder Zuversicht und Ausgeglichenheit zurückkehren, neue Energie und neuer Antrieb kehren wieder ein. Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Darreichungsform die Heilpflanze zum Einsatz kommt. Ob als Tee, Tinktur oder Präparat, entscheidend ist, dass nur qualitativ hochwertige Produkte verwendet werden.

In ihrem Buch „55 natürliche Hilfen für die Seele“ beschreiben die Autorinnen, Dr. med. Susanne Holst und Ulrike Meiser, wie mit sanfter Pflanzenmedizin dem Stimmungstief wieder auf die Beine geholfen werden kann. Sie weisen auch darauf hin, dass ein wenig Geduld bei dieser natürlichen Behandlung erforderlich ist. Das emotionale Tief verschwindet nicht immer sofort, sondern der positive Stimmungseffekt tritt meist langsam ein. Da die Heilpflanzen bei jedem Anwender anders reagieren, empfehlen die Autorinnen, ein wenig zu experimentieren. So findet jeder leicht sein ideales pflanzliches Mittel, um seine individuelle Stimmungslage am besten zu bekämpfen.

Baldrian beruhigt und hilft beim Einschlafen

Baldrian ist wohl die bekannteste Heilpflanze, die beruhigend und stimmungsverbessernd wirkt und den Schlaf fördert. Baldrian kann bei nervöser Erregung, Konzentrationsschwäche, Stress und Ängstlichkeit ebenso eingenommen werden wie er als Einschlafhilfe wertvolle Dienste erweist. Baldrian wirkt entspannend und entkrampfend. Daher kann die Heilpflanze auch bei Gesundheitsbeschwerden, die aus Unruhe und Verkrampfung herrühren, eingenommen werden. Da Baldrian die Konzentration steigert und nicht müde macht, ist er auch bei Prüfungsängsten ideal einsetzbar. Ob eingenommen als Teeaufguss, als Tinktur, als Präparat in Drageeform oder als Badezusatz, dieses milde Beruhigungsmittel kann auch über einen längeren Zeitraum ohne Bedenken eingenommen werden.

Johanniskraut hellt die Stimmung auf

Johanniskraut gehört zu den am häufigsten verwendeten Mitteln bei depressiven Verstimmungen. Seine Wirkung ist beruhigend und zugleich stimmungsaufhellend. Johanniskraut ist bei leichter bis mittelschwerer Depression die ideale Alternative zu synthetischen Antidepressiva. Johanniskraut sorgt dafür, dass die vom Körper selbst hergestellten stimmungsaufhellenden Stoffe länger ihre positive Wirkung entfalten können. Gerade auch bei der bekannten Winterdepression erhellt Johanniskraut, bei regelmäßiger Einnahme, die Stimmung. Nervöse Angstzustände, innere Unruhe, stressbedingte Übererregbarkeit sind Indikationen, bei denen Johanniskraut das seelische Gleichgewicht wieder herstellt und die Gemütslage stabilisiert und den eigenen Antrieb wieder fördert. Johanniskraut sollte über einen längeren Zeitraum und regelmäßig eingenommen werden. In akuten und schweren Fällen kann Johanniskraut daher nicht ausreichend helfen, da seine Wirkung erst nach einiger Zeit spürbar wird. Dieses Heilkraut kann als Präparat, Tinktur, Teeaufguss oder ätherisches Öl angewendet werden.

Die Mariendistel vertreibt die Melancholie

Die Mariendistel unterstützt nicht nur die Leber bei deren Stoffwechselfunktion, sondern sie lindert auch die Anflüge der Schwermut. Sie hilft daher vor allem in den Wintermonaten, die gern eintretende Melancholie zu vertreiben. Sie kann als Teeaufguss, Tinktur oder als Präparat eingenommen werden. Durch eine regelmäßige Einnahme ist die Mariendistel besonders wirkungsvoll.

Salbei sorgt für eine ausgeglichene und stabile Stimmung

Der Salbei hat eine sehr vielfältige Heilwirkung. Er hilft nicht nur bei Hitzewallungen in den Wechseljahren und lindert Halsentzündungen, sondern er wirkt sowohl anregend als auch beruhigend und sorgt damit für eine ausgeglichene und stabile Stimmung. Als Stärkungsmittel für die Nerven bringt er auch gleichzeitig den gesamten Organismus sanft auf Touren. Als Teeaufguss stärkt Salbei die Nerven, als Tinktur eingenommen sorgt er für eine positive und ausgeglichene Stimmung und in Tablettenform wirkt der Salbei einer depressiven Verstimmung entgegen.

Die Schlafbeere hilft bei nervöser Erschöpfung

Die Schlafbeere beruhigt die Nerven und fördert die natürliche Schlafbereitschaft. Sie hilft daher sehr vorteilhaft bei nervöser Erschöpfung und depressiver Verstimmung. Gleichzeitig stärkt die Schlafbeere den Organismus und steigert die Vitalität. Dadurch sorgt sie für den nötigen Antrieb, ein emotionales Tief zu meistern. Ebenfalls wird sie gerne als Aphrodisiakum eingesetzt. Als Präparat eingenommen lässt man die Niedergeschlagenheit wirkungsvoll hinter sich.

Die Autorinnen berichten in ihrem Buch noch von weiteren Heilpflanzen, die bei depressiver Verstimmung oder Einschlafstörungen angewendet werden können. Da ist zum Beispiel die Passionsblume, die bei nervöser Unruhe und bei Angstzuständen gute Wirkung erzielt. Oder der Lavendel, der entspannt und auf das Nervenkostüm einen positiven Einfluss hat. Sogar die Kamille ist bei Nervosität und Reizbarkeit eine wertvolle Hilfe. Der Hopfen, der für Ausgleich sorgt und die Rauwolfia, die Anspannungen löst. Es steckt eine große Kraft in all den Pflanzen, die als Quelle der Gelassenheit, der Nervenstärke und der guten Laune genutzt werden können.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Im Gegensatz zu chemischen Stimmungsaufhellern sind pflanzliche Mittel zur Herstellung des seelischen Gleichgewichtes in der Regel ohne Risiko einsetzbar. Dennoch kann es beim Einzelnen zu allergischen Reaktionen oder Wechselwirkungen in Verbindung mit konventionellen Medikamenten kommen. Sie sollten daher vor der Anwendung immer das Gespräch mit einem Arzt oder Apotheker suchen. Sollten Sie den Eindruck haben, dass Ihnen die Einnahme eines pflanzlichen Heilmittels nicht gut tut, brechen Sie die Behandlung sofort ab.

Der Artikel „Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit – das muss nicht sein“ hilft mit Tipps weiter, wenn die Gefühle Achterbahn fahren und die Stimmungsschwankungen über Hand nehmen. Hier werden unter anderem ätherische Öle als Energiespender eingesetzt.

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