Der Alltag nach einer Wirbelsäulen-OP

Was ist nach der Operation erlaubt – was nicht? Langes Sitzen sollte bis zu zwölf Wochen nach der OP vermieden werden. Aktives Autofahren ist bereits nach 14 Tagen wieder möglich.

Eine Operation an der Wirbelsäule ist ein großer Eingriff. Viele Patienten sind nach der Entlassung aus dem Krankenhaus noch lange nicht wieder fit und zudem verunsichert, welche Bewegungen und Tätigkeiten erlaubt sind und welche nicht. Der Artikel gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Die medizinische Versorgung nach dem Krankenhausaufenthalt

Dank neuer Operationsmethoden ist der Krankenhausaufenthalt nach Eingriffen an der Wirbelsäule relativ kurz, so dass bei der Entlassung die Fäden noch nicht gezogen sind. Dies sollte circa 10 bis 14 Tage nach der Operation der Hausarzt oder der behandelnde Orthopäde übernehmen.

Der weiterbehandelnde Arzt ist es auch, der die weiteren Schmerzmittel aufschreibt. Wenn Sie am Wochenende aus der Klinik entlassen werden, denken Sie unbedingt daran, dass Ihnen Medikamente mitgegeben werden.

Welche Bewegungen sind erlaubt?

Wie Sie sich nach der OP bewegen dürfen, kommt auf die Art der Operation an. Deswegen sollten Sie sich vom behandelnden Arzt sagen lassen, welche Bewegungen medizinisch unbedenklich sind und welche nicht. Generell gilt: Nach Bandscheibenoperationen oder Spinalkanalstenosenoperationen sollten Sie sich direkt wieder frei bewegen dürfen.

Anders sieht es bei Versteifungsoperationen, etwa nach Skoliose-Ops aus. Durch die Versteifung eines Teiles der Wirbelsäule sind einige Bewegungen nicht nur nicht erlaubt, sondern auch nicht mehr möglich. Deshalb werden Sie im Krankenhaus von einem Physiotherapeuten alternative Bewegungsabläufe gezeigt bekommen.

In jedem Fall sollten Sie in den ersten drei Monaten langes Sitzen vermeiden.

Was darf ich im Alltag?

Zunächst einmal sollten Sie es nach der Operation ruhig angehen lassen. Das heißt, dass Sie vor allem schweres Heben (über fünf Kilogramm) für sechs bis acht Wochen unbedingt vermeiden sollten. Bei Versteifungsoperationen sollten Sie das Heben sogar zwölf Wochen vermeiden. Danach sollten Sie sich auch nicht sofort an schwere Lasten wagen, sondern langsam eine Belastungssteigerung durchführen.

Duschen ist dank eines Duschpflaster sofort nach der Operation wieder möglich. Anders sieht es beim Thema Baden aus. Hiermit sollten Sie warten bis die Wunde abgeheilt ist, das heißt auch alle Fäden gezogen und die Narbe verheilt ist.

Auch mit dem Autofahren müssen Sie nicht allzu lange aussetzen. Passives Autofahren ist bereits ab sofort möglich, doch sollten auch hier lange Strecken wegen des monotonen Sitzens noch vermieden werden. Aktiv dürfen Sie sich nach 14 Tagen wieder hinters Steuer setzen.

Sport nach der Wirbelsäulen-OP

Zunächst einmal sollten Sie auf keinen Fall zu früh mit dem Sport wieder anfangen, da sonst das Ergebnis der Operation gefährdet werden könnte. Nach Bandscheibenoperationen empfehlen Ärzte nach drei bis sechs Wochen langsam mit sportlichen Tätigkeiten zu beginnen. Eine Vollbelastung ist nach sechs Monaten möglich.

Nach Versteifungsoperationen sollten Sie länger aussetzen. Erste sportliche Tätigkeiten sind nach sechs Wochen möglich, Vollbelastung erst nach zwölf Monaten.

In jedem Fall sollten Sie Extrembewegungen und vor allem Extremsportarten vermeiden. Wirbelsäulenfreundliche Sportarten sind Schwimmen, Aqua-Jogging, Jogging und und ebenerdiges Radfahren.

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