Der Bund der Ehe – ein Bündnis fürs Leben?

Die Hochzeit wird von vielen Menschen als das schönste Ereignis in ihrem Leben beschrieben. Aktuelle Statistiken liefern uns jedoch andere Ergebnisse.

„Der Bund der Ehe“ – dieser Ausdruck löst heutzutage bei vielen Menschen stark differenzierte Gefühle und Ansichten aus. Auf der einen Seite glauben die Menschen an die wahre Liebe, die ein ganzes Leben andauern wird. Auf der anderen Seite bestehen Zweifel und Ängste davor, dass die Ehe nicht ein ganzes Leben halten kann und man im Endeffekt vor den Scherben dieses Bündnisses steht. Bereits in der Bibel wird dieser Bund der Ehe aufgegriffen und als eine starke Verbindung zwischen den Menschen definiert (Vgl. Muttersbach, Peter: Keine Rolltreppe in den Himmel. Schöning: Peter Muttersbach, 2008. S. 31ff.).

Wird heute überhaupt noch an die große Liebe und an das Bündnis des Lebens geglaubt und falls ja, warum scheitern trotz dieser Auffassungen so viele Ehen im jetzigen Jahrhundert?

Das Bündnis der Ehe – es sollte der schönste Tag im Leben sein…

Eigentlich sollte die Hochzeit doch der schönste Tag des Lebens für die Braut und ihren Bräutigam sein. Ein Tag, an dem sich noch die Enkelkinder erfreuend zurück erinnern und die Bilder dieses Tages zusammen mit den Großeltern anschauen. Beim Betrachten eines frisch getrauten Ehepärchens schiebt sich schließlich jedem ein Lächeln ins Gesicht und die Augen weiten sich erfreut. Diejenigen, die den/die Richtige/n noch nicht gefunden haben, blicken voll Wehmut auf das traute Paar und flüchten in Gedanken selbst zu dem Tag, an dem es bei ihnen endlich soweit sein sollte. An dem Tag der Hochzeit werden mögliche Zweifel und Ängste ausgeblendet und nur nach dem Guten gestrebt. Das Brautpaar und die anwesenden Gäste glauben an das ewige Bündnis der beiden frisch Vermählten und feiern diesen Tag wie keinen Zweiten im Leben.

… doch warum sagen uns die Statistiken etwas anderes?

Trotz der bekannten Euphorie zum Thema Hochzeit, sollten die Statistiken der vorhandenen Scheidungen nicht außer Acht gelassen werden. Zwar ist ein Rückgang der Scheidungen seit dem Jahr 2004 zu verzeichnen, jedoch wurden im vergangenen Jahr immerhin noch 185.500 Ehen geschieden (Quelle: Statistisches Bundesamt). Eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass dieser Bund doch eigentlich für ein ganzes Leben bestimmt war.

Ist die Ehe in unserer Gesellschaft mittlerweile nur noch ein Mittel zum Zweck?

Ein Grund für die vielfältigen Scheidungen kann in der Motivation der Menschen heutzutage liegen. Viele Paare sind mit ihrer Entscheidung zu heiraten vorschnell und teilweise unbedacht. Dies äußerte sogar die Kirche und wollte diese Motivation auf Sorgfalt und Sicherheit überprüfen lassen. Ist die Ehe überhaupt noch das, was sie einmal war? Kann in unserer Gesellschaft davon ausgegangen werden, dass lediglich nur noch aus Liebe geheiratet wird? Immerhin sind steuerliche Vergünstigungen ebenfalls ein Anreiz dafür, den Bund der Ehe einzugehen. Letzten Endes muss jeder selbst für sich entscheiden, welchen Weg er einschlagen sollte. Trotzdem kann eine gründliche Reflexion der eigenen Motive und der eigenen Beziehung niemals schaden – denn schließlich geht es hierbei um einen Bund fürs ganze Leben.

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