Der Folsäurebedarf in der Schwangerschaft

Für eine Schwangere ist die Folsäure das wichtigste Vitamin. Eine Unterversorgung kann zu schwersten Entwicklungsstörungen des Säuglings führen.

Der Name Folsäure leitet sich vom lateinischen Begriff folium (= Blatt ab). Dieses Vitamin aus der B-Gruppe wurde erstmals aus Spinatblättern isoliert, die demzufolge für die Namensgebung Pate standen.

Folsäurehaltige Lebensmittel

Folsäurehaltige Lebensmittel sind außer Spinat beispielsweise Salat, Tomaten, Kartoffeln, Produkte aus Vollkornmehl, Weizenkeime und Sojabohnen. Das Vitamin ist auch in einigen Kohl- und Obstsorten enthalten. Bei tierischen Produkten enthält Leber die höchsten Konzentrationen, während andere Fleischarten und auch Fisch nur geringe Mengen aufweisen. Neuere Untersuchungen zeigen, dass auch im Direktsaft der auch in Deutschland immer bekannter werdenden Aroniabeere ein nicht unerheblicher Anteil an Folsäure enthalten ist. In Untersuchungen zeigte sich ein Gehalt von 54 Mikrogramm/100 ml Saft. Dies entspricht nach RDA (Recommended Daily Allowance) 27 % der empfohlenen Tagesdosis. Der RDA gilt als amerikanische Richtlinie, wie viel Vitamine und Mineralstoffe ein Mensch zu sich nehmen sollte, um seinen täglichen Bedarf zu decken. Folsäure ist licht-, sauerstoff- und hitzeempfindlich und gut wasserlöslich. Demzufolge sollten zu lange Lager- und Kochzeiten der Lebensmittel sowie intensives Wässern möglichst verhindert werden.

Problem Folsäuremangel

Folsäuremangel ist einer der häufigsten Vitaminmangel, da die moderne, industriell verarbeitete Nahrung von sich aus wenig Folsäure enthält und die meisten Menschen heutzutage nicht viel naturbelassene Lebensmittel zu sich nehmen. Ein Vitamin-C-Mangel zieht unweigerlich einen Folsäuremangel nach und auch ein Vitamin-B12-Mangel verhindert den Metabolismus von Folsäure.

Weitere Gründe für einen Folsäuremangel

Folsäure – wichtig für Zellbildung und Zellteilung

Im Körper gesunder Erwachsener finden sich etwa 15 Milligramm Folsäure, die hauptsächlich in der Leber gespeichert sind. In der Schwangerschaft ist die Folsäure das bedeutendste Vitamin, denn der Körper braucht es für die Zellbildung und Zellteilung. Man kann sich die enorme Wichtigkeit gut vorstellen, wenn man bedenkt, dass sich aus einer Zelle zu Beginn der Schwangerschaft ein Mensch mit ungefähr 100 Milliarden Zellen entwickelt. Die Folsäure wird schon direkt am Anfang der Schwangerschaft vermehrt gebraucht. Der Bedarf steigt um das doppelte der normalen Menge und liegt nun bei 0,8 mg pro Tag.

Ein Mangel an Folsäure bei der schwangeren Mutter kann zu Neuralrohrdefekten beim Kind führen. Das Neuralrohr ist eine Struktur in der Embryonalentwicklung, die sich schon in der zweiten bis dritten Schwangerschaftswoche entwickelt. Aus dieser Struktur entwickelt sich das periphere und das zentrale Nervensystem. Neuralrohrdefekte können z.B. sein ein offener Rücken (Spina bifida), Lippen-Kiefer-Gaumen-Segel-Fehlbildung, kurz LKGS-Fehlbildung genannt, Wasserkopf (Hydrozephalus) und allgemeine Entwicklungsstörungen des Gehirns. Ein Folsäuremangel kann auch Fehlgeburten auslösen.

Schwangerschaftsplanung und Folsäureeinnahme

Bei einer geplanten Schwangerschaft ist es sinnvoll, schon vor der Empfängnis mit der Einnahme eines Folsäurepräparates zu beginnen, denn so wird sicher jedes Risiko vermieden. Schädigungen am Embryo entstehen nämlich in der Regel in einer Zeit, in der die Frauen noch gar nicht wissen, das sie schwanger sind. Obwohl auch hohe Dosen von Folsäure nicht toxisch sind, sollten bei einer geplanten Schwangerschaft Präparat und Dosierung mit einem Arzt abgeklärt werden.

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