Dialekt vs. Varietät – linguistische Definition

Beide werden von geographischen sowie sozialen Faktoren beeinflusst. Jede Standardsprache lebt mit den unterschiedlichsten Abweichungen, seien sie mehr oder weniger populär. Die beiden wichtigsten Arten lauten Dialekt und Varietät.

Aus linguistischer Sicht ist der Dialekt als eine nicht standardisierte Sprachvarietät definiert. Vorausgesetzt wird dabei also die Existenz einer Standardsprache, von dem dieser abweichen kann. Besonderes Kennzeichen: Der Dialekt ist regional begrenzt und wird hauptsächlich von den Sprechern innerhalb dieses Gebietes verwendet. Eine fundierte Auseinandersetzung mit diesem Thema begann zwar erst relativ spät im 19. Jahrhundert, der Philisoph Jean-Jacques Rousseau hat ihn jedoch schon viel früher als die Sprache des „einfachen Mannes“ bezeichnet. Abzugrenzen hiervon sind jedoch Slang oder Jargon, da diese beiden nur von bestimmten sozialen Gruppen verwendet werden, um einen eigenen guppen- und fachspezifischen Wortschatz zu bilden. Daneben gibt es noch den Begriff der „Mundart“, der jedoch größtenteils gleichbedeutend ist mit dem des Dialekts. Der einzige Unterschied: Ein Dialekt kann schriftlich dargestellt werden, bei der Mundart liegt der Fokus auf der Aussprache. Also kann zum Beispiel beim Vorlesen eines Textes in der Standardsprache hinsichtlich der Aussprache eine Mundart vorliegen.

Der Dialekt: Wo und warum wird er gesprochen?

Der Begriff Dialekt stammt vom griechischen Wort „dialegesthai“, was so viel bedeutet wie „miteinander sprechen“ oder „sich unterhalten“. Die Frage, wie das Gebiet dieses Dialekts einzugrenzen ist, ist von mehreren Faktoren abhängig. Zum einen können dies historische Gründe sein, wie zum Beispiel durch bestimmte Siedlungsgebiete in früheren Jahrhunderten. Doch auch die natürlichen Gegebenheiten spielen eine wichtige Rolle, wenn beispielsweise durch Berge oder große Wälder der Kontakt zu anderen Sprachgruppen minimiert wird. Heutzutage sind bestimmte wirtschaftliche Ballungszentren von großer Bedeutung, denn diese tendieren meistens zu einer einheitlichen Sprachform. Durch Landesgrenzen werden zudem nicht nur politische, sondern auch soziale und sprachliche Grenzen gezogen, die so den Sprecherkreis eines Dialektes beschränken können.

Die Entstehung einer Varietät

Neben den Dialekten existieren in Bezug auf Sprachwandel und -veränderung die Varietäten. Diese breiten sich sowohl in geographischen als auch in sozialen Räumen aus. Auch innerhalb eines Sprachgebietes oder Dialektes gibt es wiederum kleine oder größere Varietäten in der Sprache der Menschen. Diese ganz eigene Varietät, die jeder von uns benutzt, ist sein Idiolekt. Er ist völlig individuell und von den Einflüssen, denen der Sprecher ausgesetzt ist, beeinflusst. Abhängig von verschiedenen Situationen und deren formaler oder familiärer Angemessenheit, benutzt jeder Mensch als Mitglied einer Sprachgemeinschaft also seine eigene Sprache. Alle diese Varietäten können schließlich den Prozess der Standardisierung durchlaufen und somit als Standardvarietät anerkannt werden. Dazu gehört vor allem die Kodifizierung ihrer Norm in Bezug auf Orthographie, Wörterbuch und Grammatik. Durch diese Entwicklung steigt wiederum auch das soziale Ansehen der Standardvarietät.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.