English Electric Canberra und Martin B-57

Die English Electric Canberra gehörte zur ersten Generation der Strahlflugzeuge und wurde 1951 in Dienst gestellt. Bis 1996 flog sie für die Royal AirForce.

Die English Electric Canberra war ein zweistrahliger Bomber aus Großbritannien. Sie gehörte zu der ersten Generation von Strahlflugzeugen und sollte die de Havilland Mosquito ablösen. Mit ihrer Entwicklung wurde 1944 begonnen. Ab 1951 konnte die Royal Air Force sie einsetzen. Eine äußerliche Besonderheit ist der Einbau der Triebwerke in die Tragflächen integriert. In den USA wurde dieses Flugzeug in Lizenz gefertigt. Die Maschinen der US Air Force wurden als Martin B-57 geführt.

Der Einsatz der Canberra

Das Flugzeug wurde als leichter Bomber entwickelt. Später überwog die Verwendung als Aufklärer. So gab es eine speziell für den Einsatz in großen Höhen ausgerüstete Version. Mit der wurde 1957 mit einem Aufstieg auf 21.430 Meter einen Höhenweltrekord aufgestellt, Die US Air Force schickte diese Maschinen zu Aufklärungsflügen über China und der Sowjetunion. Abgelöst wurden diese Höhenaufklärer von der Lookheed U-2.

Die US Air Force löste mit der B 57 die B-26 Marauder ab und setzte diesen Flugzeugtyp in Vietnam ein. Kampfeinsätze hatte die Canberra im malayischen Bürgerkrieg, in der Sueskrise, in den Kriegen zwischen Äthiopien und Eritrea bzw. Somalia, in den Indisch-Pakistanischen Kriegen und in Rhodesien.

Die Martin B-57G

In Vietnam brachten die Vietkong ihren Nachschub im Schutz des Dschungels und der Nacht über den Ho-Chi-Minh-Pfad in den Süden. Die Unterbrechung dieser Nachschublinie war für die Amerikaner ein wichtiges Ziel. Dafür ließen sie 16 Flugzeuge zur Martin B-57G umbauen. Die erhielten ein so genanntes Nachtangriffspaket und eine neue Knollennase. Das Nachtangriffspaket von Westinghouse umfasste ein Suchradar, Nachtsichtgerät und Laser-Zieleinrichtungen.

Elf der so modifizierten wurden ab September 1970 vom 13. Bombergeschwader vom Stützpunkt Ubon in Thailand aus eingesetzt. Während der Operation „Tropic Moon III“ gelang ihnen zeitweise die Unterbrechung des Nachschubweges der Vietkong. Doch die Partisanen fanden Wege, auch dieser Bedrohung aus der Luft auszuweichen.

Die Produktion der Canberra

Insgesamt wurden 1.352 Canberras gebaut. Darunter waren 403 Marttin B-57. In verschiedenen Versionen wurden Maschinen diese Typs an Äthiopien, Argentinien, Australien, Chile, Ecuador, Frankreich, Indien, Kanada, Neuseeland, Pakistan, Peru, Rhodesien, Südafrika, Schweden, Venezuela und in die Bundesrepublik Deutschland geliefert.

Die Canberra bei der Bundeswehr

Die Bundeswehr beschaffte 1963 drei unbewaffnete Canberra. Die wurden bis 1993 vom Amt für Militärisches Geowesen für Luftbildaufnahmen eingesetzt.

Die Canberra im Museum

Eine Electric Canberra im auffälligen Orange hatte ihre letzten Flug 1994 mit dem Ziel Gatow und ist im Luftwaffenmuseum der Bundeswehr zu sehen.

Die Daten der English Electric Canberra B(I).Mk 58

  • Besatzung: 2
  • Länge: 19,96 Meter
  • Höhe: 4,74 Meter
  • Spannweite: 19,31 Meter
  • Tragflügelfläche 89,50 Quadratmeter
  • Leergewicht: 10.519 Kilogramm
  • max. Startgewicht: 23.234 Kilogramm
  • Antrieb: zwei Rolls-Royce Avon-109-Strahltriebwerke mit jeweils 3402 Kilopond Schub
  • max. Geschwindigkeit in Seehöhe: 821 km/h
  • max. Geschwindigkeit in 12.200 Meter Höhe: 901 km/h
  • Marschgeschwindigkeit: 650 km/h
  • Dienstgipfelhöhe: 14.630 Meter
  • Reichweite: 1300 Kilometer
  • Bewaffnung: Vier 20-mm-Hispano-Mk V-Maschinenkanonen, max. 1350 Kilogramm im Bombenschacht und bis zu 900 Kilogramm an Unterflügelstationen

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