Erfolgreichere Personalführung mit dem Reiss-Prinzip

Die Beachtung der 16 Lebensmotive nach dem „Reiss-Profile“ erlaubt es, Teams zu bilden, in dem die Mitarbeiter harmonisch und erfolgreich zusammen arbeiten.

Menschen sind grundsätzlich verschieden, haben unterschiedlich ausgeprägte Stärken und Schwächen sowie individuelle Interessen. Dennoch müssen all diese Menschen miteinander auskommen und möglicherweise im Team zusammen arbeiten. Spannungen und Reibungen können Sie innerhalb Ihres Teams bedeutend reduzieren, wenn sich Ihre Mitarbeiter einfach besser verstehen, sich respektieren und akzeptieren lernen. Das ist alles andere als eine platte „Moralvorstellung“, sondern durchaus sehr einfach umsetzbar.

Reiss-Profile

Prof. Dr. Steven Reiss vom Lehrstuhl für Psychologie und Psychiatrie an der Ohio State University (USA) entwickelte ein Modell zur Beschreibung der Erwachsenenpersönlichkeit. Reiss geht davon aus, dass die menschliche Persönlichkeit in genau 16 grundlegenden Lebensmotiven abgebildet werden kann. Diese Lebensmotive sind bei jedem Menschen vorhanden, jedoch individuell stärker oder schwächer ausgeprägt. Entsprechend werden Sie in jedem Menschen ein anderes Verhaltensmuster erkennen.

Wenn Sie diese Lebensmotive verstehen und sie deuten können, haben Sie die Chance, sehr effektiv zusammen arbeitende Teams aufzustellen und Ihr Personal grundsätzlich optimal einsetzen zu können.

Ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, zwei Teammitglieder lassen nach der Auswertung ihrer Reiss-Profile in den Lebensmotiven „Macht“ und „Anerkennung“ eine sehr große Ausprägung erkennen. Zweifellos haben Sie es mit ausgesprochen ehrgeizigen und hoch motivierten Mitarbeitern zu tun, die jedoch ihren Ehrgeiz möglicherweise über das Ziel des Teams stellen und letztendlich eher kontraproduktiv agieren werden. Wenn Sie diese beiden Mitarbeiter gemeinsam an einem Strang ziehen lassen, werden sie in einem Wettbewerb aufgehen und somit von den Zielen des Teams abweichen.

Reiss weißt also darauf hin, dass es nicht allein auf die individuelle Erscheinung eines Menschen, sondern darauf ankommt, wie dieser sich so in die Gemeinschaft integrieren kann, dass er selbst darin ein Gefühl der Zufriedenheit erfahren kann. Ein zufriedener Mitarbeiter ist ein motivierter Mitarbeiter!

Entscheidend ist hierbei, dass Reiss keine Aussagen über die „Qualität“ des Menschen vornimmt. Die Bewertung sagt nicht aus, ein Mensch habe Stärken oder Schwächen, was grundsätzlich als Bewertung in positiv und negativ assoziiert werden würde, sondern Reiss hebt mit seinem Modell die Ausprägung der persönlichen Leitmotive hervor. Stellen Sie sich dazu eine Metapher vor: Ein Kollege isst sehr gerne Fleisch, ein anderer dagegen lieber vegetarisch. Von der „Speisekarte“ kann es also abhängen, wie motiviert der jeweilige Mitarbeiter an diesem Tag sein wird, ohne dass darauf auf fachliche oder gar menschliche Eigenschaften geschlossen wird.

Die 16 Lebensmotive

Jeder Mensch besitzt diese 16 Lebensmotive, jedoch liegen die Unterschiede in den jeweiligen Ausprägungen. Wenn Sie diese Ausprägungen innerhalb Ihres Teams kennen, können Sie so sehr effektiv kooperierende Arbeitsgruppen aufstellen.

  • Macht
  • Teamorientierung
  • Neugier
  • Anerkennung
  • Ordnung
  • Sparen/Sammeln
  • Ziel-/Zweckorientierung
  • Idealismus
  • Beziehungen
  • Familie
  • Status
  • Rache/Kampf
  • Schönheit
  • Essen
  • Körperliche Aktivität
  • Emotionale Ruhe

Personalentscheidung nach dem Reiss-Profil

Betrachten Sie noch einmal das Beispiel zum Motiv Körperliche Aktivität. Dies macht deutlich, wie schnell eine Vernachlässigung der psychologisch belegten Eigenschaften einer menschlichen Persönlichkeit zu Fehleinschätzungen und sogar ungerechten Beurteilungen führen kann. Ein hier sehr schwach geprägter Mensch ist sicher nicht die erste Wahl bei der Besetzung einer Zusteller-Position. Hier müsste er täglich lange Wege zurücklegen und möglicherweise anstrengende Aufstiege in die oberen Etagen der Wohnblocks absolvieren. Ein sportlich schwach motivierter Mensch ist dabei unzufrieden und wird im Vergleich zu seinen Kollegen keine zufriedenstellende Leistung bringen können. Im Extremfall wird er als „faul“ und „arbeitsscheu“ angesehen.

Der gleiche Mitarbeiter kann allerdings engagiert und hoch motiviert herausragende Erfolge im Call Center an einer Servicehotline oder in einer Büroaufgabe erbringen. Hier wiederum werden es sportlich stark geprägte Menschen sehr schwer haben.

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