Erste Hilfe bei Erfrierungen

Übermäßig schnelles Aufwärmen ist zu vermeiden. Die richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen sind entscheidend bei Erfrierungen, um dauerhafte Schädigungen bei dem Betroffenen zu vermeiden.

Gerade in der kalten Jahreszeit ist die Gefahr von Erfrierungen besonders groß und das nicht nur bei nicht sesshaften Personen, die vielfach auch im Winter im Freien schlafen (müssen). Auch bei unzureichender Kleidung bei Temperaturen knapp über oder unter dem Gefrierpunkt kann es bei Personen, die einen ganz normalen Lebenswandel führen, zu Erfrierungen kommen, deshalb ist wärmende Kleidung (gefütterte Jacke, Pullover, gegebenenfalls zusätzlich T-Shirt unter dem Pulli, Unterwäsche, Socken, winterfestes Schuhwerk; so genanntes Zwiebelsystem) unerlässlich. Auch manchmal eher als lästig empfundene Accessoires wie Handschuhe und Schal sollten nicht vergessen werden, denn am häufigsten sind Gesicht, Nase, Ohren, Hände (Finger) und Füße (Zehen) von Erfrierungen betroffen.

Zu Erfrierungen kommt es, wenn eine Person über mehre Stunden extremer Kälte ausgesetzt ist. Starker Wind in Verbindung mit niedrigen Außentemperaturen und zu leichter Bekleidung begünstigt Erfrierungen.

Entstehungsbedingungen für eine Unterkühlung

Neben zu leichter, der Witterung nicht angepasster Kleidung spielt auch die körperliche Verfassung eine Rolle. Neben Vorerkrankungen sind Lebensalter, Geschlecht und Gewicht oft entscheidend. Gerade untergewichtige Menschen ohne ausreichende Fettreserven sind eher von Unterkühlungen betroffen als normal- oder leicht übergewichtige Menschen. Kinder und alte Menschen sind in der Regel stärker betroffen als Jugendliche und Erwachsene zwischen 16 und 60. Mangelnde Bewegung im Freien, etwa nach einem Skiunfall, kann die Entstehung von Unterkühlungen und Erfrierungen ebenfalls begünstigen.

Die Symptome einer starken Unterkühlung/Erfrierung

  • Abfall der Körpertemperatur unter 35°C (normal sind beim Menschen durchschnittlich 37°C)
  • starkes Zittern. Kurz vor dem Erfrierungstod fühlen sich die Betroffenen jedoch eher, als wenn sie stark schwitzen und neigen dann sogar dazu, weitere Kleidung abzulegen. Dies hängt mit der durch die Kälteeinwirkung veränderten Durchblutung zusammen, die zwar zur Restwärmespeicherung noch die inneren Organe versorgt, häufig aber nicht mehr die Extremitäten
  • Hautrötungen, stechende Gliederschmerzen, bei Erfrierungen zweiten Grades Blasenbildung, bei schwersten Erfrierungen kann Gewebe sogar absterben. Man spricht hierbei von Hautnekrosen, die durch dunkelblaue bis schwarze Verfärbungen der Hautstellen, an denen Gewebe unwiderruflich zerstört wurde, gekennzeichnet sind
  • die Haut fühlt sich gefühllos an. Wird sie wieder erwärmt, kann es anschließend zu einem starken Jucken in Verbindung mit einer Hautrötung kommen, da der Kreislauf dann wieder von Sparflamme auf Vollversorgung des Organismus umstellt und den gesamten Körper durchblutet.

Erste Hilfe bei Erfrierungen

In jedem Fall ist ein Notarzt zu verständigen, der die weitere Behandlung durchführt! Als Erste-Hilfe-Maßnahmen eignet sich das vorsichtige Aufwärmen des Körpers. Hierzu geeignet ist das Wärmen des Betroffenen mit dem Körper des Helfers oder auch das Handauflegen an den betroffenen Körperstellen. Auch Decken und angewärmte Handtücher sind für vorsichtiges Aufwärmen des Betroffenen hilfreich. Schlagartiges Aufwärmen durch Reiben oder Massieren der betroffenen Körperstellen, den Betroffenen vor eine warme Heizung setzen, Frostbeulen mit dem Fön behandeln, warme Duschen oder Bäder sind unbedingt zu unterlassen! Zusätzliche Gewebeschädigungen sind dann die Folge, da die Erwärmung in den vorgenannten Fällen zu rasch erfolgt.

Es sollten zur Unterstützung des Aufwärmprozesses zwar warme Getränke (zum Beispiel gezuckerter Tee) gereicht werden, auf Alkohol in jedweder Form (Grog, Rum, Irish Coffee und Ähnliches) ist aber in jedem Fall zu verzichten. Blasen, die durch Erfrierungen entstanden sind, sollten mit keimfreien Verbänden abgedeckt werden. Meist heilen diese nach einer Zeit ohne Narbenbildung aus, während bei Nekrosen zumindest Narben zurückbleiben und manchmal sogar die Amputation der betroffenen Gliedmaßen erforderlich ist.

Auf die veränderte Blutzirkulation bei einer starken Unterkühlung wurde bereits hingewiesen. Durch die verengten Blutgefäße kann es im ungünstigsten Fall zu Thrombosen oder Lungenembolien kommen, da das Blut nicht mehr ungehindert zirkulieren kann und es im ungünstigsten Fall zur Verklumpung der Blutplättchen (Thrombus) und zu einem Verschluss eines Blutgefäßes kommen kann. Hier erweist sich die Gabe von Acetylsalicylsäure (Aspirin, ASS) am besten als Erste-Hilfe-Maßnahme, um die Entstehung von Thrombosen zu vermeiden, gleichzeitig sind beide Präparate ebenfalls zur Schmerzlinderung geeignet.

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