Favismus – die Bohnenkrankheit

Der Favismus ist eine rezessiv verebte Krankheit, bei welcher die Betroffenen mit toxischen Reaktionen auf einen Inhaltsstoff von Hülsenfrüchten reagieren.

Favismus ist eine erblich bedingte Erkrankung, bei der ein angeborener Mangel der Erytrocythen, den roten Blutkörperchen, an Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase (G6PD), einer Zuckerart, auftritt. Die Erytrocyten sind im Körper mit Hilfe des Blutfarbstoffes Hämaglobin für den Sauerstofftransport verantwortlich. Fehlt G6PD dann kann das Erytrocyt seiner Aufgabe nicht mehr vollends nachkommen. Weiterhin wird dessen Lebensdauer stark verringert. Dadurch kann es passieren, dass es zu einer Anämie, einer Blutarmut, kommen kann.

Die Betroffenen des Favismus

Besonders häufig tritt der Favismus bei männlichen Personen aus dem Süd-Italienischen oder afrikanischen Raum auf. Zum einen ist dies durch die x-chromosomal-rezessive Vererbung zu erklären, weshalb Frauen meistens nur Überträger dieser Erkrankung und deshalb häufig selbst nicht betroffen sind. Zum anderen werden geraden in diesen geografischen Gebieten viele Hülsenfrüchte konsumiert, sodass sich der Favismus in diesen Gebieten „eingebürgert“ hat.

Auslöser für Symptome des Favismus

Hülsenfrüchte können als Auslöser neben bestimmten Medikamenten fungieren. Beispielsweise enthalten Bohnen Lectine, ein Protein, dass sich aus Zucker, in manchen Fällen auch Fettmolekülen zusammensetzt. Bohnen an sich haben durch dieses Protein schon eine leicht toxische Wirkung auf den Körper. Der eigentliche Auslöser des Favismus ist der Stoff Wasserstoffperoxid, der in Hülsenfrüchten oder Medikamenten vorkommt. Ist der Konsument von Hülsenfrüchten vom Favismus betroffen, kann durch die Einnahme dieses Stoffes eine Anämie (Blutarmut) auftreten, die sich durch Schüttelfrost, Fieber und Bauchschmerzen bemerkbar machen kann. Eine Anämie bzw. Blutarmut ist das Auftreten von einer verringerten Anzahl an roten Blutkörperchen im Blut.

Der genaue Ablauf einer toxischen Reaktion im Favismus

Durch die im Favismus verringerte bzw. fehlende G6PD-Aktivität können die Erytrocythen schneller abgebaut werden, da sie keinen Zellkern besitzen und somit nicht in der Lage sind, die zerstörte Proteine zu ersetzen . G6PD ist das Enzym, dass die Energie in Form von Nicotinsäureamid- Adenin-Dinucleotid- Phosphat (NADPH) für die notwendige Reaktion des Stoffes Glutathion herstellt.

Glutathion ist für die Arbeit der Erytrocyten unentbehrlich, da es das Hämoglobin der Erytrocythen vor oxidierenden Substanzen schützt. Ist ein Mangel an G6PD, wie beim Favismus, vorhanden, findet im Falle des Verzehrs eines Favismus aktivierenden Stoffes, wie beispielsweise das Lectin von Hülsenfrüchten, eine erhöhte Oxidation des Hämoglobins statt. Ebenfalls oxidations-verstärkend wirken die in den Bohnen vorhandenen Glykoside Vicin und Convicin.

Dies hat zu Folge, dass Peroxide vermehrt die Membran und Schwefel-Wasserstoff-Gruppen der Erytrocyten angreifen können. Dadurch sinkt die Anzahl der roten Blutkörperchen und es kommt zur hämolytischen Anämie.

Prävention bei Favismus betroffenen Menschen

Als Prävention einer Anämie können die an Favismus erkrankten Personen nur die auslösenden Stoffe meiden. Da diese vor allem in Hülsenfrüchte oder Medikamenten auftreten, bietet sich eine Meidung dieser Produkte an. Bei nicht vom Favismus betroffenen Personen kann eine Anzahl von 5-6 rohen Bohnen zu leichten Vergiftungserscheinungen führen. Sofern bietet es sich an, die Hülsenfrüchte ordnungsgemäß zuzubereiten, um Beschwerden vorzubeugen. Bereits ein 15-minütiger Kochvorgang zerstört die Struktur der Bohnenproteine und verhindert so deren Einwirken in den menschlichen Organismus.

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