Feen als Fabelwesen in den Sagen von Irland 

Feen sind meist weiblich, wunderschön und dem Menschen zugetan. Zusammen mit Kobolden, Trollen und anderen Fabelwesen gehören sie zur Sagenwelt Irlands.

Sagen über Feen kommen praktisch auf der ganzen Welt vor, aber nirgends ist ihre Anwesenheit so präsent wie im Kulturkreis der britischen Inseln, vor allem in Irland. Schon die Kelten berichteten in ihren Erzählungen von diesen Wesen zwischen Himmel und Erde. Später, nach der Christianisierung Irlands, wurden Feen auch als gefallene Engel angesehen. Vielleicht ist das ein Grund für die heute gängige Vorstellung, dass Feen eine Art Schmetterlingsflügel besitzen, mit denen sie fliegen können.

Wie werden die Feen in den Sagen beschrieben?

Es gibt sowohl männliche als auch weibliche Feen, aber die Zahl der weiblichen Feen überwiegt in den alten Sagen. Sie altern so langsam, dass sie ewig zu leben scheinen und immer jung bleiben. Auf der Erde leben sie vorwiegend in Wäldern, Felsgrotten, an Quellen und Gewässern, da sie sehr naturverbunden sind. Alte und neue Erzählungen stimmen weitgehend darin überein, dass die Feen dem Menschen gerne nahe kommen. Ihre Gestalt ist sehr klein und zierlich. Weibliche Feen haben meistens lange blonde Haare, blaue Augen und sind sehr hübsch. Ihre Flügel sind zart und durchsichtig. Diese Sagengestalten lieben Gesang und Musik und wenn sie für das menschliche Auge einmal sichtbar sind, werden sie oft tanzend angetroffen. Die Tanz-Stellen sind später auch an den so genannten Feenringen (kreisförmig angeordnete Fruchtkörper von Pilzen) zu erkennen. Auch ihre Heiterkeit und ihr freundliches Wesen sind Ausdruck ihrer großen Lebensfreude.

Wo leben die Fabelwesen von Irland?

Die eigentliche Heimat der Feen ist eine andere Welt, in der die Zeit wesentlich langsamer vergeht. Hat ein Mensch die Feenwelt besucht, kommt er womöglich Jahrhunderte nach seiner Zeit wieder auf die Erde zurück. Noch heutzutage sollen Feen in den über die ganze Insel verstreuten Feenhügeln wohnen. Dabei handelt es sich um kleine Erhebungen mitten in der Landschaft, die oft bewaldet sind. Kein Ire trägt diese Hügel ab, auch nicht für Baumaßnahmen und die Bauern sparen sie bei ihrer Feldarbeit aus.

Fähigkeiten der Feen in den Sagen von Irland

Feen besitzen magische Kräfte. Sie können sich unsichtbar machen und dadurch urplötzlich auftauchen oder wieder verschwinden. Sie überwachen auch die Felder, um für gute Ernten zu sorgen, denn sie besitzen Macht über die Tier- und Pflanzenwelt. Ihre Zauberkräfte nutzen sie in der Regel für gute Taten. Nur die wenigen bösen Feen missbrauchen diese Macht. Sie nutzen ihre Zauberkräfte, um Menschen zu schaden. Die guten Feen können diese Zauber nicht aufheben. Aber sie haben die Macht, Gegenzauber anzuwenden, mit denen das Unglück abgeschwächt werden kann. Wie in dem Märchen „Dornröschen“. Da Feen sehr hilfsbereit sind und den Menschen Glück und Freude bringen, werden sie sehr geliebt und respektiert. Im englischsprachigen Raum gelten sie deswegen als „das gute Volk“ (Good Folk). Im Gegensatz zu den irischen Kobolden, den Leprechauns, treiben sie mit den Menschen keine Scherze. Verärgern darf man aber auch Feen nicht, sonst entziehen sie dem Menschen ihr Wohlwollen oder bestrafen ihn sogar.

Banshee, die Todesfee in den Sagen von Irland

Die Todesfee Banshee ist ein weiblicher Naturgeist der keltischen Mythologie und verkündet durch Schreie und Wehklagen den bevorstehenden Tod eines Menschen. In den meisten Erzählungen wird sie als alte, ausgemergelte Frau beschrieben, die vor dem Haus des Todeskandidaten sitzt und laut weint. Sie kann aber auch die Gestalt einer jungen Frau oder eines kleinen Tiers wie einer Nebelkrähe annehmen. Da sie vor dem Tod warnt, wird sie als Unglücksbotin angesehen, deren Erscheinen nichts Gutes verheißt. Im Film „Der Kampf der Kobolde – Legende einer verbotenen Liebe“ wird sie als Oberhaupt der Anderswelt dargestellt, die über Leben und Tod bestimmen kann.

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