Fernstudium – Worauf ist zu achten?

Lebenslanges Lernen ist wichtiger denn je. Die Möglichkeiten sind enorm. Wer sich für ein Fernstudium entscheidet, sollte wissen worauf zu achten ist.

Ob in der wohlverdienten Mittagspause beim Zeitungslesen, beim gemütlichen Fernsehabend oder an der Bushaltestelle: Fernschulen werben immer und überall für ihr Angebot. Die eine Akademie ist die führende, die andere die größte, die nächste die bekannteste und eine weitere wirbt mit besonderem Service.

Doch was unterscheidet die Anbieter für Weiterbildung voneinander? Was ist zu beachten?

Die Qual der Wahl

Wer sich für ein Studium an einer Fernschule entscheidet, wählt aus einem breiten Spektrum an Lehrgängen. Einen (höheren) Schulabschluss erlangen, eine neue Sprache lernen, Kunst verstehen, kaufmännisches, technisches oder psychologisches Know-how erwerben – für jeden ist etwas dabei.

Ist die Entscheidung erst einmal gefallen, in welchem Bereich gelernt wird, ist es Zeit, sich mit den Rahmenbedingungen zu befassen.

Allgemeine Studiengebühren, Seminare und Prüfungen

Auf den ersten Blick sind keine auffälligen Unterschiede zwischen den einzelnen Bildungsinstituten festzustellen. Die Kosten für die Mehrzahl der Studiengänge an den Fernschulen bewegen sich im unteren dreistelligen Bereich.

Eine Vielzahl der angebotenen Kurse werden mit Seminaren abgerundet. Einige sind freiwillig und andere verpflichtend. Hierbei ist vor allem wichtig zu wissen, ob mit den Seminaren noch weitere Kosten auf den Studienteilnehmer zu kommen.

Wo und wann die entsprechenden Seminare sind, spielt ebenso eine wichtige Rolle. Es ist ratsam, die etwaigen zusätzlichen Kosten wie für die Fahrt, Unterkunft und Verpflegung einzuplanen. Auch ist daran zu denken, in welchen Abständen die Seminare stattfinden und für die betreffenden Tage eventuell Urlaub einzuplanen.

Empfehlenswert ist auch, gleiches für die Prüfungen zu bedenken. Die staatlichen Prüfungen werden von den zuständigen Industrie- und Handelskammern durchgeführt. Die Gebühren sind oft nicht mit in den Lehrgangskosten enthalten. Wichtig ist auch, ob die Fernschule zur Prüfung anmeldet oder ob der Fernschüler dies selber erledigen muss.

Vor Beginn des Fernstudiums sollte unbedingt geklärt werden, ob die Voraussetzungen (Berufsabschluss, Berufserfahrung) für den staatlichen Abschluss vorliegen. Andernfalls ist die Zulassung zur Prüfung gefährdet.

Für Pfennigfuchser lohnt sich daher ein Vergleich allemal.

Kurz bei der Studienberatung nachgefragt und schon ist Licht ins Dunkel gebracht.

Lernmaterial

Gleichermaßen ist es sinnvoll, wenn Klarheit in Hinblick auf das Lernmaterial herrscht:

In welchen Abständen wird das Material geliefert? Entstehen zusätzliche Kosten bei Änderung des Lernrhythmus, z.B. bei schnellerer Arbeitsweise?

Einige Kurse arbeiten nicht nur mit Arbeitsheften, sondern auch mit spezieller Software, je nach Fachrichtung z.B. für Bildbearbeitung oder Konstruktionen. Erfüllt der eigene Computer die Systemvoraussetzungen? Ist die Software Eigentum oder Leihgabe? Kann diese auch für den späteren beruflichen Werdegang von Nutzen sein? Auch diese Fragen dürfen nicht unbeachtet bleiben.

Ebenso ist an altbewährtes Schulzeug zu denken. Ein entsprechender Taschenrechner, Stifte, Textmarker und Blöcke für eigene Notizen dürfen da nicht fehlen.

Fördermöglichkeiten

Ist der Lehrgang gewählt und die gesamten Kosten bekannt, so geht es an die Frage der Finanzierung. Vater Staat bietet hierzu eine ganze Reihe von Möglichkeiten:

  • Steuern sparen – Für Studien-, Seminar- und Prüfungsgebühren, Fachliteratur sowie Arbeitsmittel besteht die Chance der steuerlichen Absetzung. Die Kosten für die Fahrt, Übernachtung und Verpflegung bei Seminarteilnahme können ebenso berücksichtigt werden. Tipps, Tricks und Ratschläge hält der Steuerberater des Vertrauens oder Sachbearbeiter beim zuständigen Finanzamt bereit. Nachfragen lohnt sich!
  • Schüler-BAföG – Wird für Schulabschlüsse gewährt und ist rückzahlungsfrei. Voraussetzungen zur erfolgreichen Bewilligung sind beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung zu erfragen.
  • Meister-BAföG – Bei Aufstiegsfortbildungen wird ein rückzahlungsfreier Zuschuss in Höhe von 30,5 % gewährt und darüber hinaus kann ein zinsgünstiges Darlehen in Anspruch genommen werden. Auf der Seite www.meister-bafoeg.de erfährt man was und wer genau gefördert wird.
  • Bildungsgutschein – Die Bundesagentur für Arbeit fördert eine ganze Reihe von Lehrgängen. Arbeitssuchende oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitnehmer können 100 % der Kosten übernehmen lassen. Welche Lehrgänge für den Bildungsgutschein zertifiziert sind, verrät die gewählte Fernschule. Auskunft darüber, ob und wie gefördert wird, gibt die zuständige Bundesagentur für Arbeit oder auch das Jobcenter.
  • Förderprogramme der Bundesländer – Auch hier wird gefördert, was das Zeug hält. Die Palette reicht vom Weiterbildungs-, Qualifizierungs- oder Bildungsscheck bis hin zur Begabenförderung, Bildungsprämie oder auch Kindergeld. Einen Überblick verschafft die jeweilige Fernschule oder www.foerderdatenbank.de.
  • Arbeitgeber – Nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Arbeitgeber wissen, wie wichtig qualifizierte Fachkräfte sind. Einige sind daher gern bereit das Fernstudium in Form einer Finanzspritze oder auch mit Bildungsurlaub zu unterstützen. Fragen kostet ja nichts.
  • Fernschulen – Zu guter Letzt bieten auch die Weiterbildungsakademien Nachlässe in Höhe von zumeist 10 % für ausgewählte Personenkreise an. Wer zum ausgewählten Personenkreis gehört beantwortet das gewählte Bildungsinstitut.

Was sonst noch wichtig ist

Kleingedrucktes lesen – ein Blick auf die Vertragsbedingungen schützt vor bösem Erwachen!

Hat der/die zukünftige Absolvent/in an alles gedacht und alles hinterfragt? Dann kann es ja losgehen! Viel Glück!

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