Formalien bei Bewerbungsschreiben

Häufig gemachte Fehler und mögliche Abhilfe. Auch wenn bei der Erstellung von Bewerbungen nicht alle Formalien der DIN5008 maßgeblich sind, sollten einige Fehler vermieden werden.

Bei der DIN5008 handelt es sich um die Deutsche Industrie-Norm (DIN), die die formalen Kriterien für Geschäftskorrespondenz festlegt, beispielsweise Seitenränder, Aussehen des Adressfeldes und Ähnliches. Bei Bewerbungen muss die DIN5008 zwar nicht vollumfänglich eingehalten werden, einige Punkte sollten jedoch im Anschreiben trotzdem unbedingt eingehalten werden.

Das Adressfeld

Früher gab es eine Leerzeile zwischen der Straßen- oder Postfachangabe und der Zeile, in der Postleitzahl und Ort aufgeführt sind. Diese Leerzeile entfällt mittlerweile, so dass die Anschrift folgendermaßen aussehen muss:

Muster KG

Frau Michaela Schwarz

Morgensternweg 13

45147 Essen

Auch der Zusatz „z. H.“ oder „z. Hd.“ wird dem Ansprechpartner oder der Ansprechpartnerin nicht mehr vorangestellt.

In einigen Stellenausschreibungen wird die Person, an die die Bewerbung gerichtet werden soll, mittlerweile nur noch mit Vor- und Nachnamen angegeben, also beispielsweise mit Thomas Mustermann oder Anke Bayer. Dennoch wird dem Adressaten aus Höflichkeitsgründen der Zusatz Herrn/Frau vorangestellt, was insbesondere bei Vornamen, die sowohl für Männer als auch für Frauen gebräuchlich sind (beispielsweise Andrea – im Deutschen handelt es sich um einen weiblichen Vornamen, im Italienischen heißen auch Männer häufig Andrea), sinnvoll ist.

Ist der Adressat der Bewerbung männlich, heißt es korrekt „Herrn Thomas Mustermann“ und nicht, wie oft auch fälschlicherweise in Stellenausschreibungen zu lesen „Herr Thomas Mustermann“.

Bewerbungen ins Ausland

Früher war es üblich, der Postleitzahl und dem Ort noch das Länderkürzel voranzustellen. Also hieß es zum Beispiel CH-4003 Zürich oder GB-London LJ2002. Dieses Länderkürzel entfällt heute, stattdessen wird das Land in der deutschen Schreibweise in Großbuchstaben in die letzte Zeile gesetzt. Korrekt würde das Adressfeld folgendermaßen aussehen:

Rütli AG

Frau Johanna Moser

Berggasse 47

4003 Zürich

SCHWEIZ

Zusätze bei Hausnummern

Vielfach findet sich fälschlicherweise in Stellenanzeigen die Schreibweise „Schweriner Straße 18 a“. Korrekt ist jedoch die Schreibweise ohne Leerzeichen zwischen Hausnummer und Zusatz, so dass es heißen müsste „Schweriner Straße 18a“.

Bei Bewerbungen, die persönlich/vertraulich versendet werden sollen

Normalerweise wird zuerst der Firmenname und dann der Ansprechpartner genannt. Soll eine Bewerbung jedoch persönlich/vertraulich an eine bestimmte Person im Unternehmen verschickt werden, sieht das Adressfeld korrekterweise so aus:

Persönlich/Vertraulich

Frau Michaela Schneider

Assistentin der Geschäftsführung

Weißstein GmbH & Co. KG

Schwarze Straße 26

45326 Essen

Der Umgang mit Titeln des Ansprechpartners

Diese sollten in jedem Fall aufgenommen werden und gehören je nachdem direkt in die Zeile des Ansprechpartners. Im Folgenden finden sich einige Beispiele für korrekte Nennungen:

  • Herrn Prof. Dr. Max Müller
  • Frau Dr. Sabine Weber
  • Herrn Dipl.-Ing. Wolfgang Sauer

Nur Professoren- und/oder Doktortitel müssen später in der Anrede wiederholt werden („Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Müller, …“), akademische Grade hingegen jedoch nicht, so dass bei Herrn Dipl.-Ing. Wolfgang Sauer in der Anrede richtigerweise heißen muss „Sehr geehrter Herr Sauer,…“.

Funktionsbezeichnungen wie „Dekan des Fachbereichs Erziehungswissenschaften“ oder „Assistentin der Geschäftsführung“ hingegen kommen in eine Extra-Zeile direkt unterhalb des Ansprechpartners:

Universität Duisburg-Essen

Herrn Thomas Mustermann

Dekan des Fachbereichs Erziehungswissenschaften

Universitätsstraße 2

45141 Essen

Der Betreff

Das Wort „Betreff“ oder die früher gebräuchliche Abkürzung „Betr.“ wird selbigem schon lange nicht mehr vorangestellt. Bei Bewerbungen auf eine konkrete Stellenanzeige entfallen auch die Worte „Bewerbung als …“. Aktuell sieht die richtige Schreibeweise folgendermaßen aus:

  • Industriemechaniker – Ihre Stellenausschreibung in der WAZ vom 25. Juli 2008 – Kennziffer: XY127

Lediglich bei Initiativbewerbungen empfiehlt es sich, selbige auch als solche zu kennzeichnen.

  • Initiativbewerbung als Teamassistentin
  • Initiativbewerbung als Teamassistentin in Anlehnung an Ihr Stellenangebot in der FAZ vom 2. Februar 2017

Aufzählungen der eigenen Kernkompetenzen

Manche Bewerber zählen ihre Qualifikationen und Kernkompetenzen in Stichworten mit Bullet Points auf. Hinter dem letzten Bullet Point folgt ein Punkt.

  • gelernte Bürokauffrau, staatlich geprüfte Sekretärin
  • zehn Jahre Berufserfahrung auf Geschäftsführungs- und Vorstandsebene
  • hohe Vertriebsaffinität.

Keine halben Absätze!

Manche Bewerber neigen dazu, aus Platzgründen nur halbe Absätze zu machen. Zwischen zwei Absätzen sollte jedoch eine komplette Leerzeile stehen.

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