Fünf Kilo in vier Wochen abnehmen

Mit der Biorhythmusdiät zum schnellen Erfolg. Die Biorhythmusdiät verspricht durch die Umstellung der Kalorienzufuhr schnelle Abnahmeerfolge ohne Verzicht. Ein Selbstversuch.

Jahresbeginn 2010. Der hektische Dezember mit dem üblichen Weihnachtsstress ist vorüber. Der Jahresabschluss mit den Leckereien zu Weihnachten und Silvester ebenso – und dazu unzählige Süßigkeiten, Plätzchen, Glühwein, Alkoholika und Leckereien. Und wie üblich lautet ein guter Vorsatz zum Jahreswechsel: unbedingt wieder Gewicht abnehmen!

Obwohl man häufig zum ersten Advent aufhört, auf die Waage zu steigen, treibt einem der Schritt auf den Kiloanzeiger spätestens zu Weihnachten die Schamesröte ins Gesicht. Der Vorsatz steht wieder – zum Jahresbeginn soll es radikal mit den Pfunden runter gehen.

Ein populärer Vorsatz zum Jahresbeginn – Gewicht abnehmen

Das neue Jahr hat begonnen, die Diät ist gefunden. Nachdem eine Bekannte von einer erfolgreichen Biorhythmusdiät geschwärmt hat, wird zusammen mit der Partnerin des Herzens und der Küchenzeile diese Technik zur Reduzierung des Hüftgoldes ausprobiert. Nach einem letzten, üppigen Abendessen in einem türkischen Restaurant geht es an einem Montag los.

Nun standen schon einige Diäten auf dem Prüfstand, viele sogar erfolgreich, und einmal sogar mit neun Kilogramm Gewichtsverlust, aber das ist schon zehn Jahre her. Die Essgewohnheiten wurden daraufhin schon lange umgestellt, und die Speisen sind heute kalorienbewusst und fettarm. Und während zu wilden Studententagen noch oft Fertigessen, Burger, Süßigkeiten, Softdrinks und Alkohol auf dem Speiseplan standen, sind es heute Gemüse, Obst, Salate, Suppen, Fisch und mageres Fleisch.

Der große Abnahmeeffekt blieb aber bisweilen aus, gerade wegen der großen Liebe für die deutsche, italienische, asiatische, türkisch-griechische und spanisch-portugiesische Küche. So wurde das Gewicht zu halten schon als Erfolg gewertet.

Die Biorhythmusdiät – abnehmen durch Kalorienumstellung

Die Biorhythmusdiät predigt keine weltbewegenden Erneuerungen, sondern das Grundelement moderner Diäten – eine Nahrungsumstellung und bewusste Kalorienzufuhr über den Tag verteilt, um die beste Wirkung auf den Körper zu erzielen. Der gefürchtete große Verzicht wird dabei vermieden, um damit Hungerattacken und Jojo-Effekten vorzubeugen. Tatsächlich ist vieles erlaubt – solange man die meisten Kalorien und Kohlehydrate bis zum Mittag verzehrt, und nicht am Abend. Das bringt den Stoffwechsel auf Touren und regt die Fettverbrennung an.

Entwickelt vom Ernährungswissenschaftler Patric Heizmann, schlägt er einen festgelegten Ernährungsplan von 7.00 bis 22.00 Uhr vor. Zum Frühstück sind wie gewohnt Brot, Käse, Wurst und Marmelade erlaubt, zuviel Eiweiß sollte man aber wegen der hohen Insulinausschüttung vermeiden. Dasselbe gilt für gesüßte Cornflakes, Zucker, Butter und Weißmehlprodukte. Empfohlen werden dagegen ungesüßtes Müsli, Vollkornbrot, Margarine und Magerjoghurt.

Gegen 10.00 Uhr sollte man als Zwischenmahlzeit kleine Mengen süßes Obst wie Bananen, Melonen oder Weintrauben essen, denn die reichen Nährstoffe sättigen kalorienarm und vermeiden den berüchtigten kleinen Hunger auf Süßes. Zum Trinken über den Tag werden stilles und Mineralwasser, Apfelschorle und Kräutertee empfohlen.

Sättigungsbeilagen sind nur bis zum Mittagessen erlaubt

Zum Mittagessen gegen 13.00 Uhr sind auch größere Mengen Eiweiß erlaubt. Wenige Kartoffeln, Naturreis, gedünstetes Gemüse und mageres Fleisch oder Fisch sind empfehlenswert, Nudeln dagegen weniger. Und natürlich gilt zu allen Tageszeiten – Zucker- und Fettbomben wie Süßigkeiten, Kuchen, Softdrinks, Bratwürste, Burger und Paniertes sind tabu!

Gegen 16.00 Uhr folgt ein zweiter Obstsnack, quasi als „Tea-Time-Ersatz“ – diesmal mit weniger süßem Obst wie Äpfeln, Birnen, Orangen, Kiwis oder Grapefruits. Auch eine Tasse ungesüßter Kaffee ist okay.

Um 19.00 Uhr steht das Abendessen an. Und hier liegt der Clou – Gemüse, Suppen, Salate, mageres Fleisch und Fisch sind erlaubt, die gängigen Sättigungsbeilagen wie Nudeln, Kartoffeln, Reis und Brot haben hier aber nichts zu suchen! Damit werden viele Kohlehydrate vermieden, die auf das Hüftgold ansetzen, zumal man sich abends weniger bewegt. Die bekannten Miniabendessen wie die Brotzeit mit fettiger Wurst oder die „magere“ Ofenkartoffel mit Dip sind ebenso verboten.

Abgespecktes Abendessen ohne Verzicht zu üben

Der Phantasie bei den Speisen ist keine Grenzen gesetzt, solange man fettes Essen und die Sättigungsbeilagen meidet, und Abwechslung beugt Appetitgelüsten vor. Gegen 21.00 bis 22.00 Uhr empfiehlt Heizmann noch etwas Naturjoghurt und etwas Wasser mit Zitrone als Schub für die Fett abbauenden Wachstumshormone.

Nun kann man diese Diät auch etwas anpassen und sich z.B. den Joghurt zur nächtlichen Stunde schenken. Diesen kann man durch zwei Esslöffel mageren Fruchtjoghurt als Nachtisch zum Abendessen ersetzen. Als kleine Sünde am Wochenende ist ein Glas Bier zur Sportschau erlaubt, denn Fußball mit Leitungswasser zu genießen, hat keinen Stil. Und für den Samstag- oder Sonntagnachmittag sei auch ein kleines Stück Kuchen ohne Sahne gegönnt.

Gewissenhaft wird die Diät zu Beginn des Monats Januar gestartet, nach der letzten Kontrolle des Hochgewichts mit schlechtem Gewissen – vom Body Mass Index (BMI) ganz zu schweigen. Und wie immer nach den Feiertagen fällt das Gewicht im neuen Jahr so schnell wie ein Stein zu Boden.

Obstsnacks als Vorbeugung gegen den Hunger nach Süßem

Aber der Reihe nach. Am Frühstück und am Mittagessen hat sich nicht viel geändert. Die Obstsnacks beugen dem kleinen Hunger nach Süßem zwischendurch vor. Das Abendessen schmeckt ebenfalls sehr und sättigt genügend, auch wenn man zuerst Kartoffeln oder Nudeln auf dem Teller vermisst.

Nach einer Woche diszipliniertem Essrhythmus erfolgt der gefürchtete Gang auf die Digitalwaage, und der Schock fällt positiv aus! 2,1 Kilogramm sind bereits in sieben Tagen verloren gegangen! Die gute Nachricht motiviert auch beim zweimaligem Gang pro Woche ins Fitnessstudio.

Bald folgt die erste Bewährungsprobe. Beim Gang ins Stammcafé locken leckere Schokoberliner mit Karamelstückchen … doch nach einigen Sekunden Schockstarre verneinen die Sinne die Verlockungen der zuckersüßen Stimme der Backwarenverkäuferin, und man begnügt sich mit einem Kaffee ohne Zucker und genießt diesen ohne Neid beim Blick auf die gefüllten Teller der Mitgäste.

Die Biorhythmusdiät – sichtbarer Erfolg schon nach einer Woche

Die zweite Woche geht ohne kulinarische Fehltritte vorbei, nicht ohne einen gewissen Stolz. Das Gewicht geht weitere 1,5 Kilogramm runter, und die angekündigten 10 Pfund Gewichtsverlust der Biorhythmusdiät scheinen kein Fernziel mehr zu sein. Die übrige Schokolade und die restlichen Plätzchen von Weihnachten finden den Weg in den Mülleimer.

Am Kühlschrank prangt jetzt ein viel versprechender Speiseplan – jede Woche einmal abends ein Salat, garniert mit etwas Putenstreifen, Thunfisch oder gebratener Leber mit Äpfeln, ein weiteres mal Eintopf oder Suppe mit Inhalt, aber ohne Kartoffeln, ansonsten Gemüse, Rote Bete, Fisch und Fleisch, und einmal sogar Gyros, fettarm zubereitet ohne Pita oder Reis. Sogar fettarmer Grünkohl mit magerem Kassler findet den Weg auf den Teller.

Am Ende der dritten Woche zeigt die Waage weitere 1,5 Kilogramm weniger an, während draußen der schlimmste Winter seit Jahren mit Schneestürmen und Blitzeis tobt. Das schlechte Wetter hält vom Besuch in der Kneipe oder Restaurant ab, was in diesem Falle sein Gutes hat.

11 Pfund Gewichtsverlust nach vier Wochen Diät

Zum Monatsende sind vier Wochen Diät vergangen, und man vermisst die Kartoffeln oder das Brot zum Dinner nicht mehr. An diesem Wochenende gehen weitere 500 Gramm über Bord, und die Abnahmemenge verringert sich nach einem Monat etwas, wie erwartet.

Um der Sehnsucht nach den weggelassenen Beilagen vorzubeugen, werden die Reste des Abendessens am nächsten Mittag mit einigen Kartoffeln, einer Scheibe Brot oder etwas Nudeln oder Reis vertilgt, was zu dieser Mahlzeit in Maßen zulässig ist.

Das miese Wetter und die kilometerlangen Eisflächen in den Straßen verhindern leider regelmäßige Bewegung in Form von Spaziergängen, und so muss man sich mit dem Laufband im Sportstudio als einziger eisfreier Schnelllauffläche begnügen. Und nach mittlerweile 5,6 verlorenen Kilogramm sind die angepeilten 10 Pfund Minus auf dem Gewichtskonto längst überschritten. Und es geht munter weiter.

Die Biorhythmusdiät motiviert zu mehr Selbstdisziplin

11 Pfund sind immerhin fünfeinhalb Packungen Zucker oder Milch, die man nun bei jedem Schritt weniger mit sich herum trägt, was den Knochen und Gelenken, den Organen und der Kondition deutlich entgegen kommt. Ganz zu schweigen vom Wohlgefühl, das man beim Anblick des deutlich kleineren Bauches bemerkt – und beim allmählichen Schlottern der Jeans um die Hüftknochen.

Mitte Februar ist das Gewicht insgesamt fast sieben Kilogramm runter, was zum Weitermachen motiviert. Und trotz kleiner, wahrscheinlicher Sünden zu Ostern, zu den Feiertagen und beim ersten Urlaub werden der Speiseplan und die Essdisziplin weiter beibehalten. Und vielleicht steht sogar irgendwann der Durchbruch der 10-Kilogramm-Schallmauer an.

Ganz subjektiv betrachtet ist die Biorhythmusdiät ein voller Erfolg – auch für einen erklärten Genussmenschen und Diätskeptiker. Ob ein Erfolg garantiert ist, liegt bei jedem selbst, denn jeder Mensch ist ein anderer Diättyp. Aber, wenn man sich einigermaßen an den Speiseplan hält und sich nicht selbst betrügt, hat man gute Chancen auf Erfolg, im Kampf gegen die überflüssige „Bauchmuskulatur“ und das zierende Hüftgold.

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