Für jede Figur das passende Outfit – Wie Modedesignerinnen Frauen glücklich machen können

„Problemfiguren gibt es nicht“, sagen drei Modedesignerinnen, die unterschiedliche Wege gefunden, ihre Kundinnen glücklich zu machen.

Wohl kaum eine Frau ist 100-prozentig mit ihrer Figur zufrieden. Aber das richtige Outfit kann vermeintliche Schwachstellen kaschieren und die positive Ausstrahlung der Persönlichkeit unterstützen.

Mahi Degenring: Eine Kollektion, die mitwächst

Immer wenn Mahi Degenring ihre neuen Kollektionen vorstellt, weist die Moderatorin der Modenschau darauf hin, dass die Models „zwei Kleidergrößen schlanker wirken, als sie in Wirklichkeit sind“. Das liegt an den raffinierten Schnitten, die Degenring entwickelt hat und immer weiter perfektioniert. Wer genau hinschaut, erkennt Taillierungen, die mal höher oder tiefer angesetzt sind, Sättel, Asymmetrien in der Schnittführung, und viel Strick und Jersey – fließende Materialien, die sich an den Körper schmiegen und seine Vorzüge hervorheben. Die Designerin kombiniert gerne kompakte Stoffe mit Transparentem, Tweed mit Spitze, Cashmere mit Seide, und im Winter alles auch gerne mit Pelz. Ihr Ideenreichtum scheint unerschöpflich – auch was die Verarbeitung angeht. Pelz zum Beispiel wird gelasert, gestrickt oder durch aufgesprühte Farbe harmonisch auf die übrige Kleidung abgestimmt. Nicht ein voller Kleiderschrank, sondern wenige miteinander kombinierbare Teile, die sich von Saison zu Saison ergänzen lassen, das ist die Philosophie, die hinter Mahi Degenrings Kollektionen steht. Auch nach Jahren arbeitet sie Lieblingsstücke ihrer Kundinnen um, damit sie sowohl modisch als auch figürlich passend bleiben.

Cornelia Millack: Mode nach dem Baukastenprinzip

Cornelia Millack arbeitet ebenfalls nach dem Baukastenprinzip. Bei ihren Design-Kollektionen denkt sie schon im Vorfeld darüber nach, wie sie die Schnitte für bestimmte Stammkundinnen verändern kann. Dadurch, dass sie zum Beispiel ein Blazer länger oder kürzer, ein Rock schmal oder leicht ausgestellt schneidert, erreicht sie eine Flexibilität, die ihre Kundinnen zu schätzen wissen. Denn die Passform sei deren größtes Problem, dem in Massen produzierte Kleidung einfach nicht gerecht werden könne. Viele Jahre im Umgang mit Passformschwierigkeiten haben dazu geführt, dass Cornelia Millack eine eigene Schnittlinie entwickelt hat. Gleichwohl kann man in ihrem Geschäft auch „von der Stange“ einkaufen. Das sieht ihre Konzeptkollektion bewusst vor. Wer dann das Ausgesuchte doch lieber in einer anderen Farbe, einem anderen Stoff oder in einer anderen Größe haben möchte, kann es problemlos bestellen. So passt das Kostüm oder der Hosenanzug wie angegossen, obwohl Jacke, Hose und Rock unterschiedliche Größen haben. Cornelia Millack beschäftigt eine Verkäuferin und vier Mitarbeiterinnen, „die fast alles können“. Mit diesem Team erfüllt sie das Gros der Kundenwünsche. Nur für Aufträge über größere Stückzahlen braucht sie die Zuarbeit von anderen Ateliers. Natürlich hat die 48-Jährige auch einen individuellen Service nach Maß zu bieten. So entstehen aus ihren Exklusiven Entwürfen in enger Zusammenarbeit mit ihren Kundinnen Maßkollektionen oder Einzelanfertigungen für besondere Anlässe.

Anne Seibert: Kleidung als persönliches Statement

„Egal welche Figur, auf die Ausstrahlung kommt es an“, findet Anne Seibert. An ihrem Beruf liebt sie nicht nur die handwerkliche Kreativität, sondern auch den Umgang mit Menschen. „Wie beim Friseur muss zwischen mir und der Kundin die Chemie stimmen“, sagt die 46-Jährige. Den Begriff „Problemfigur“ vermeidet sie bewusst. Eher spricht sie vom Akzentuieren und setzt darauf, die Pluspunkte einer Figur zu unterstreichen. „Kleidung ist ein persönliches Statement“, findet sie. „Mit einem in Schnitt, Stoff und Farbe genau auf die Persönlichkeit abgestimmten Kleidungsstück lässt sich das Selbstbewusstsein heben.“ Bis zur letzten Anprobe der Maßanfertigungen ist es aber ein weiter Weg, den Anna Seibert mit ihren Kundinnen geduldig geht. Sie sollen sich in dem gesamten Entstehungsprozess wohlfühlen und auch ruhig eigene Ideen einbringen. Darauf legt die gelernte Schneiderin und studierte Modedesignerin wert.

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