Gefahr der chemischen Keule im Haushalt

Moderne chemische Putzmittel gehören häufig in den Giftschrank. Experten wenden sich gegen übertriebene Hygiene, aber die Warnungen vor gesundheitsschädlichen chemischen Haushaltshilfen werden häufig in den Wind geschlagen.

Zu Großmutters Zeiten war Hausarbeit ein harter Knochenjob – und wurde wenig gedankt. Die Fortschritte in der Haushaltschemie erleichterten diese Arbeit erheblich. Doch es gibt eine Gegenseite. Die mannigfachen Angebote, häufig chemische Keule genannt, sparen zwar häufig Zeit und Mühe, enthalten aber auch oft Schadstoffe, die nicht unbedenklich sind. Und nur die wenigsten Haushälter sind bereit, auf die vermeintlich notwendigen Errungenschaften der modernen Chemie zu verzichten. Rohrfix und Fußbodenemulsion, Entkalker und Backofenspray, Polsterschaum und Chrompolitur: Die Liste konventioneller Reinigungsmittel auf chemischer Basis erscheint endlos.

Wer liest die Warnhinweise auf chemischen Putzmitteln?

Für jeden Bereich im Haus steht ein Spezialreiniger parat. Doch vielfach gilt: Je spezieller der Reiniger ist, desto mehr Schadstoffe enthält er. Auf den Packungen, Tuben oder Dosen zeigt nicht selten eine ganze Reihe von Warnhinweisen, dass der Umgang mit ihnen nicht allzu sorglos erfolgen sollte. Doch Hand aufs Herz – wer liest sie?

Hier drei exemplarische Beispiele:

Abfluss- und Rohrreiniger, aber auch Backofensprays: Diese Mittel enthalten Natronlauge und häufig Metallpartikel, bei deren Reaktion giftige Substanzen entstehen, die Augen und Haut verätzen können.

Die Alternative: Salz, heißes Sodawasser und Geduld beim Einweichen sind gesünder.

Entkalker: Sie enthalten meist Ameisensäure, die Erbrechen, Husten und Verätzungen hervorrufen kann. Werden solche Reiniger versehentlich verschluckt (zum Beispiel von Kindern), kann das zur Folge haben, dass der Kreislauf kollabiert oder Knochenmark und Nieren geschädigt werden. Die Alternative: Essig oder Zitronensäure entkalken ebenso effektiv.

WC-Reiniger sind ebenfalls mit Vorsicht zu genießen. Denn sie enthalten häufig Chlor. Kommt dann etwa noch Allzweckreiniger hinzu, entsteht Chlorgas – und das ist lebensgefährlich. Scheuermilch und ein Schuss Essig sind eine weniger gefährliche Alternative zu den chemischen Allzweckwaffen.

Mikrofasertücher sind nützlich

Zeit ist Geld, heißt es. Die chemischen Keulen kosten Geld. Sie sparen Zeit in Zeiten, die durch Hast und Eile geprägt sind. Wer die Alternativen nicht nutzt oder glaubt, sie nicht nutzen zu können, für den gibt es einen Kompromiss: So sind etwa Mikrofasertücher eine sinnvolle Hilfe, weil ihre große Oberfläche dazu führt, dass auch geringe Mengen an Reinigungsmitteln, also die sparsame Nutzung, schon spürbare Wirkung entfalten kann.

Keimfreie Umgebung für Kinder ungesund

Experten sagen, viele Reinigungsmittel gehörten nicht in den Putz-, sondern in den Giftschrank. Die chemischen Wirkstoffe können Allergien und Hautreizungen auslösen, sie schwächen das Immunsystem des Menschen und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Schließlich, warnen Ärzte, könnten sie Resistenzen gegen Antibiotika auslösen. Insgesamt wird immer wieder vor übertriebener Hygiene gewarnt. Vor allem für Kinder sei eine keimfreie Umgebung alles andere als gesund. Nur im Kontakt mit Bakterien könne sich das kindliche Immunsystem stärken und ausbilden. Die meisten Keime im Haushalt seien sowieso ungefährlich. Es kommt dabei immer auf das rechte Maß an.

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