Geschichte der Eigenbluttherapie

Blut ist ein besonderer Saft , das wusste schon Goethe in seinem Faust. Tatsächlich hat diese Körperflüssigkeit auch Mediziner schon immer sehr interessiert.

Wir haben Blutsverwandte oder besiegeln Freundschaft durch eine Blutsbrüderschaft. Wenn wir Angst haben, „schwitzen wir Blut“ oder uns „erstarrt das Blut in den Adern“. Wer Schuld auf sich geladen hat, an dessen Händen „klebt Blut“. Im Volksmund ist Blut ein ganz besonderer Saft, der mehr mit unserer Seele als mit unserem Körper zu tun hat. Doch auch in der Medizin haben sich Ärzte und Wissenschaftler schon von alters her mit Blut beschäftigt. Dennoch schrecken die meisten Patienten erst einmal zurück, wenn der Arzt oder Heilpraktiker ihnen zu einer Eigenbluttherapie rät.

Schon die alten Ägypter schwärmten von Blut

Mediziner der unterschiedlichsten Kulturen haben sich mit Blut beschäftigt. Im Neiking, der Bibel der taoistischen Ärzte, wird die Einnahme von eigenem Blut als wirksames Heilmittel genannt. Das war bereits 200 Jahre vor Christus, aber leider ist nicht überliefert, wogegen genau die taoistischen Ärzte Blut eingesetzt haben.

In Ägypten ist ein Papyrus Ebers bekannt, das mit 1.500 Jahren vor Christus datiert wird, in dem die Behandlung mit Blut als Heilmittel empfohlen wird. Pharaonen badeten damals in Menschenblut, um sich vor dem gefürchteten Aussatz zu schützen.

Blutbehandlung in der Neuzeit: Erste Transfusionen

Machen wir einen Sprung in die Neuzeit. 1615 übertrug Andreas Libavidus erstmals Blut mit Hilfe eines Silberröhrchens („Shunt“) direkt von einem Menschen zum anderen. Das war damals aber nicht als lebensrettende Maßnahme gedacht, sondern als Verjüngungskur für den Blutempfänger.

1681 wurde gegen Seitenstechen Bocks- oder Schweineherzblut verschrieben.

Die ersten richtigen Transfusionen von Mensch zu Mensch führte James Blundell 1819 durch und rettete damit drei ausgebluteten Wöchnerinnen das Leben. 1874 hatte William Highmore die Idee, Wöchnerinnen das Blut zurückzugeben, das sie bei der Geburt verloren hatten. Das Experiment glückte, die Frauen überlebten.

Eigenblutversuche im 20. Jahrhundert

Hier war es August Bier, der 1905 feststellte, dass Eigenblut, dem Patienten beispielsweise in den Oberschenkel gespritzt, eine Art Reiz für den Körper darstellte. Der Mensch wurde gesund. So handelt es sich bei der Eigenbluttherapie auch um eine so genannte Reiztherapie. Im Blut nämlich befinden sich sämtliche Informationen, die dem ganzen Körper vorliegen, dazu Nährstoffe, Mineralien, Salze, Hormone und auch Immunkörper. Mit dem gespritzten Eigenblut wird dem Körper gewissermaßen ein Spiegel vorgehalten, der das Immunsystem zu einer verstärkten Abwehrreaktion anregen soll.

Noch bevor sich die Mediziner über diesen Effekt im Klaren waren, konnten 1915 achtzehn an Typhus erkrankte Menschen durch ein Eigenblutserum erfolgreich behandelt werden.

1918 wütete in ganz Europa eine gefährliche Virusgrippe, die oft tödlich verlief. Ein österreichischer Arzt half seinen Patienten erfolgreich mit Eigenblutbehandlungen.

1923 berichtete Andreas Läwen von seinen Erfahrungen mit Eigenblut bei der Behandlung von Furunkeln. Seine Therapie ist bis heute selbst in der Schulmedizin eine anerkannte Heilmethode bei Furunkulose. Dabei werden die Furunkel mit Eigenblut unterspritzt.

Das Naturheilverfahren heute

Viele Heilpraktiker und manche Ärzte bieten klassische Eigenblutbehandlungen an. Dabei wird dem Patienten Blut aus der Vene entnommen und ihm unverändert unter die Haut oder in den Gesäßmuskel zurückgegeben. Die meisten Patienten fühlten sich danach fitter.

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