Gesunde Ernährung : Die Macht der Gewohnheit

Dass eine gesündere Ernährung die Lebensqualität verbessert, ist wohl jedem bekannt. Dass der Weg dorthin einfach sein kann, nicht unbedingt.

Dieser Artikel ist keine Auflistung von Ernährungstipps à la „10 Tipps zum Abnehmen“ oder „Fit für den Sommer„, wie man sie im Internet in großer Anzahl findet, sondern er geht auf die Psychologie und die strategischen Überlegungen bei der Ernährungsplanung ein und soll den Leser zum Umdenken bewegen.

Von nichts kommt nichts

Die Überschrift klingt wie eine abgedroschene Floskel, bewahrheitet sich aber im Zusammenhang mit gesunder Ernährung. In erster Linie ist damit gemeint, dass man sich mit Ernährung und der Physiologie des menschlichen Körpers auseinandersetzen muss, um eine passende Ernährungsstrategie festlegen zu können.

Ein erster Schritt zum Abnehmen ist die Analyse die derzeitigen Ernährung. Es gilt die Schwachpunkte herauszufinden, wie zum Beispiel zu häufiges Zurückgreifen auf Fastfood, zu viele Süßigkeiten spät abends oder keine ausreichende Versorgung mit Eiweißen. Wer gerne strukturiert arbeitet, kann sich eine Liste machen mit Problemzonen und Lösungsvorschläge daneben schreiben. Dieser Artikel behandelt den Teilbereich der Vermeidung von Gewohnheiten, dessen Beachtung verhältnismäßig schnell zu Verbesserungen führen kann.

Wichtig anzumerken ist, dass allein durch die Beschäftigung mit Ernährung massive Verbesserungen erreicht werden können. Dazu ist noch gar keine Disziplin oder Einschränkung im Bezug auf Genuss notwendig. Zwei einfache Beispiele wären das Umsteigen von Kuhmilch auf Sojamilch und der Wechsel von Weißbrot zu Vollkornsorten. Weiters lohnt es sich, fettarme Produkte auszuprobieren und man wird feststellen, dass der Unterschied im Geschmack minimal ist.

Die Macht der Gewohnheit

Ein weiterer Effekt beim Wechsel von einem Produkt auf ein anderes ist die Entwöhnung von Produkten, die ein Leben lang als selbstverständlich angesehen wurden. Die Macht der Gewohnheit ist ein faszinierendes Phänomen, denn nach 2-3 Wochen der Umstellung nimmt man den Unterschied in der Regel gar nicht mehr wahr. Ein neues Selbstverständnis im Denken entsteht und die aktuelle Ernährungspolitik wird gar nicht mehr hinterfragt. Schillerndes Beispiel dafür ist der Verzicht auf Zucker beim Kaffee und in weiterer Folge der Verzicht auf Milch oder Milchschaum. Wer diesen Prozess schrittweise durchführt, wird am Ende schwarzen Kaffee ohne jegliche Aufwertung des Grundproduktes genießen können.

Schwieriger gestaltet sich das Umsteigen bei Süßigkeiten. Dieses Problem lässt sich einfach im Keim ersticken, in dem man Süßigkeiten seltener und in geringeren Mengen kauft. Oft entsteht das Verlangen nach Süßem nämlich dadurch, dass man an die Schokolade in der Naschlade denkt und dadurch einem nahezu unwiderstehlichem Reiz ausgesetzt ist. Wenn nichts Süßes zu Hause ist, entwickelt man dieses Verlangen gar nicht. Natürlich ist es trotzdem in jeder noch so gesunden Ernährung gestattet, hin und wieder zu naschen.

Das erste Stück ist das Beste

Allerdings sollte man sich dabei den Gesetzen der Gewohnheit bewusst machen. Man stelle sich beispielsweise acht Stück Schokolade, also zwei Rippen, vor seinem geistigen Auge vor. Wie groß ist der Unterschied im Genuss vom ersten zum letzten Stück? Zweifelsfrei enorm! Hier besteht definitiv ein Verbesserungspotential im Sinne der gesunden Ernährung. Der Mehrwert an Genuss ist höher, wenn man zweimal am Tag zwei Stück Schokolade ist, als wenn man eine halbe Tafel auf einmal verschlingt.

Man stelle sich bloß als bezeichnende Analogie vor, dass man eine mehrstündige Busreise antritt und vergessen hat, Wasser einzupacken. Der erste Schluck Wasser, nachdem man ausgestiegen ist, wirkt erlösend und schmeckt unheimlich gut, obwohl Wasser eigentlich geschmacksneutral ist. Wenn man dann einmal einen halben Liter getrunken hat, merkt man schon, dass Wasser wieder annähernd wie gewohnt schmeckt mit dem zusätzlichen Effekt, dass man sich kurzfristig besonderes wohl fühlt.

Alles in allem soll dieser Artikel das Bewusstsein des Lesers schärfen, vor allem dahingehend, wie einfach es sein kann, seine Ernährung zu verbessern. Die gebrachten Vorschläge sind ein Schritt nach vorne, ohne dass man allzu starke Entbehrung fühlen oder viel Zeit für Ernährungsplanung aufwenden muss.

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