Grünpfeil an der Ampel – wie funktioniert das?

Das Grünpfeilschild an der Ampel kommt aus der DDR und gilt seit 1994 in der ganzen BRD, bei falscher Anwendung gibt es ein Bußgeld und Punkte in Flensburg. Bei Rotlicht an der Ampel trotzdem nach rechts abbiegen zu können, oder im Linksverkehr nach links, ist keine deutsche Besonderheit. Andere große und autobegeisterte Nationen tun es schon lange, die USA, bis auf New York City, Kanada, bis auf Montreal, Australien, Frankreich und noch einige andere – dort gilt, dass man immer dann bei Rotlicht abbiegen darf, wenn es kein Zusatzschild explizit verbietet. In Deutschland ist das Abbiegen nach rechts bei Ampelrotlicht immer dann erlaubt, wenn ein Zusatzzeichen, der Grünpfeil, es erlaubt.

Im bundesdeutschen Straßenverkehr ist allerdings zu beobachten, dass die Umsetzung dieses Schildes vielen Verkehrsteilnehmern in den alten Bundesländern immer noch ein Rätsel ist. Hier trifft es meist eher Menschen, die vor 1994 ihre Fahrerlaubnis erworben haben, denn in den Fahrschulen wird der Umgang mit dem Grünpfeil seitdem gelehrt. Dabei ist die Regelung für den Grünpfeil eigentlich klar und eindeutig und die Anwendung leicht, wenn man weiß, wie es geht.

Der Grünpfeil an Ampeln ist kein grüner Ampelpfeil

Es gibt an Ampeln zwei Möglichkeiten für grüne Pfeile, sie unterscheiden sich deutlich in ihrem Aussehen und natürlich auch in ihrer Anwendung, denn es sind zwei verschiedene Verkehrszeichen. Der grüne Ampelpfeil ist immer von einem Licht grün erleuchtet, denn er ist ein Ampelzeichen. Er befindet sich entweder neben dem Grünlicht einer Ampel oder ersetzt mittels Streuscheibe das Grünlicht. Einzelne grüne Ampelpfeile, die nach dem Abbiegen zum Räumen einer Kreuzung auffordern, befinden sich oft separat auf der Kreuzung, in der Regel nicht in der Nähe einer Ampel. Dieser Pfeil bedeutet: zügiges Befolgen des Pfeils, man hat freie Fahrt und muss den sonstigen Verkehr nicht über das übliche Maß hinaus beachten.

Der Grünpfeil an einer Ampel leuchtet nicht, er ist ein grüner Pfeil auf einer schwarzen Metallplatte, siehe Bild oben. Er ist immer direkt an der Ampel angebracht, immer rechts neben der Streuscheibe für das Rotlicht und immer zu sehen, unabhängig von der Ampelschaltung. Dieser Pfeil bedeutet: ein Rechtsabbieger kann hier bei Rotlicht abbiegen, muss aber nicht, das Abbiegen erfolgt nachrangig, alle Vorfahrtsberechtigten müssen passieren können.

Wie verhält man sich an einem Grünpfeil richtig?

Die Verkehrsregeln in Deutschland sehen vor, dass vorrangig den Anordnungen der Polizei Folge zu leisten ist. Wenn kein Polizist zu sehen ist, haben Ampeln, die Wechsellichtzeichen, das Sagen. Sind auch diese nicht vorhanden oder aber abgeschaltet, folgt man den parallel angebrachten Verkehrszeichen und wenn es auch diese nicht gibt, gilt rechts vor links. Beherzigt man diese Regel konsequent, kann mit dem Grünpfeil eigentlich nichts schief gehen. Sieht man ein rotes Licht an einer Ampel und es ist kein Polizist da, was ja der Regelfall ist, hält man an der Haltlinie an. Immer. Der Grünpfeil erlaubt zudem anschließend das Abbiegen nach rechts, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Zunächst einmal gilt diese Möglichkeit nur für das jeweils erste Auto auf dem rechten Fahrstreifen. Und es obliegt dem Fahrer, ob er von der Regel Gebrauch macht, es gibt keine Benutzungs- und damit Abbiegepflicht. Biegt also das erste Auto ab, muss auch das nächste Auto wieder an der Haltlinie halten, völlig unabhängig davon, ob die Verkehrssituation ein Durchfahren ermöglicht hätte oder nicht. Querende Fußgänger und Radfahrer dürfen nicht behindert oder gefährdet werden, sie haben absoluten Vorrang. Ist auch dies abgeklärt, kann man sich weiter in die Kreuzung hervortasten und muss eventuell wiederholt anhalten, diesmal an der Sichtlinie, um dem Querverkehr auf der Straße Vorrang zu gewähren. Erst jetzt darf man vorsichtig nach rechts abbiegen und sollte dabei nicht aus den Augen verlieren, dass mittlerweile eventuell die Ampelphase schon gewechselt hat und die Fußgänger der Straße, auf die man einbiegt, Grün haben. Auch diese haben einen absoluten Vorrang.

Was passiert bei Fehlern in der Benutzung des Grünpfeils?

Der häufigste Fehler an einem Grünpfeil ist das fehlende Halten. Das Auto muss vor dem Abbiegen an der Haltelinie vollständig zum Stehen gebracht werden! Viele Fahrer fahren allerdings durch und halten, wenn überhaupt, an der Sichtlinie an, bevor sie abbiegen. Hat man Glück und kein Fußgänger oder Radfahrer hat von seinem Grün Gebrauch gemacht, bleibt immer noch der Rotlichtverstoß. Denn als dieses wird das Überfahren der Haltelinie bewertet und mit einem Bußgeld von 70 Euro belegt, dazu kommen die Verwaltungsgebühren und drei Punkte in Flensburg. Das Behindern oder Gefährden des querenden Verkehrs kostet extra. Bei mehrfachen Verstößen gegen die gleiche Regel werden die Sanktionen meist erhöht und können schnell zum Verlust der Fahrerlaubnis führen. Wer sich nicht damit beschäftigen möchte, wie aktuell der Stand ist, wenn man einen Führerschein machen will, sollte sich also merken: Bei Rot an der Ampel anhalten!

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