Grundlagen Rechnersysteme: LAN-Technologien, ATM, FDDI

LAN-Datenübertragung: Neben Ethernet und Token Ring werden auch ATM (Asynchronous Transfer Mode) und FDDI (Fiber Distributed Data Interface) eingesetzt.

Die Vernetzung von PCs im Local Area Network (LAN) wird nach verschiedenen Modellen umgesetzt: Neben Ethernet (Fast-Ethernet, Giga-Ethernet) und Token Ring werden auch ATM (Asynchronous Transfer Mode) und FDDI (Fiber Distributed Data Interface) eingesetzt. Abbildung 2 unten zeigt die LAN-Topologie schematisch. Unter Topologie wird im Zusammenhang mit Rechnernetzen der Aufbau oder die Struktur von Verbindungen in einem Rechnernetz verstanden.

ATM (Asynchronous Transfer Mode)

ATM wurde 1988 von der CCITT (jetzt ITU-TSS) als Transportmechanismus für B-ISDN ausgewählt. B-ISDN ist ein Netzwerk für die parallele Nutzung für (Bild-)Telefone und Datenkommunikation. ATM erlaubt eine flexiblere Bandbreitenzuteilung als der alternativ diskutierte Synchronous Transfer Mode. Es handelt sich um ein Multiplexverfahren.

ATM arbeitet mit einer sternförmigen Topologie: Alle Geräte sind sternförmig mit einem ATM-Switch verbunden, der eingehende Datenpakete mit hoher Geschwindigkeit auf den jeweils richtigen Ausgang weiterleitet. Definiert werden u.a. folgende Schnittstellen: 155 MBit/s und 622 MBit/s optisch, 155 MBit/s und 51 MBit/s über Kupferkabel (Kategorie 5 bzw. 3). Der ATM-Stern ist unten schematisch abgebildet (Abb. 1).

FDDI (Fiber Distributed Data Interface)

FDDI wurde vom Accredited Standards Committee (ASC) X3T9.5 entwickelt und ist ein ANSI-Standard. Dieser ist inzwischen von der ISO übernommen worden (ISO 9314). FDDI ist speziell auf hohe Bandbreiten, größere Entfernungen und die Verwendung von Lichtwellenleitern (Glasfaser) zugeschnitten worden. Derzeit gibt es drei physikalische Implementierungen für FDDI:

  • MMF-PMD ->Multimode Fiber,
  • SMF-PMD ->Singlemode Fiber,
  • TP-DDI ->FDDI auf Basis einer Twisted Pair-Verkabelung (Kupfer)

Ein FDDI-Ring kann bei Verwendung von Glasfaser als Übertragungsmedium einen maximalen Ringumfang von 200 km haben und dabei bis zu 1000 Stationen einbinden. Benachbarte Stationen dürfen bis zu 2 km voneinander entfernt sein. FDDI spielt seine Vorteile nur aus, wenn zum Beispiel Router, andere Switches oder Server weit entfernt voneinander aufgestellt sind. Vom Kostenaspekt ist der Einsatz von FDDI auch nur dann vertretbar, wenn nur ein homogenes Netzwerk betrieben wird. Fast-Ethernet ist dann wesentlich günstiger, wenn die Server oder Internetworking-Geräte zentralisiert betrieben werden. Werden dazu noch mehrere Gigabit-Netze gewünscht, um die Gesamtbandbreite zu erhöhen, dann wird der Einsatz von Gigabit-Ethernet noch einmal günstiger als eine vergleichbare FDDI-Lösung.

Hier gibt es mehr zu Netzwerkarchitekturen: Client/Server-Prinzip, Heterogene Netze und Network-Computing. Einen Überblick zu Ethernet und Token-Ring gibt es unter LAN-Technologien (I).

Überblick LAN-Technologien (II)

  • ATM: Verkehrssteuerung, flexible Bandbreitenzuteilung, sternförmige Topologie.
  • FDDI: FDDI-Ring bei Verwendung von Glasfaser als Übertragungsmedium kann max. Ringumfang von 200 km haben und dabei bis zu 1000 Stationen einbinden. Nur dann sinnvoll, wenn Geräte weit entfernt voneinander aufgestellt sind und ein homogenes Netzwerk betrieben wird.

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