Günstige Alternative zu TV-Kabelanschluss: DVB-T

Fernsehempfang ohne weitere Gebühren – mit DVB-T-Antenne.

Vielen Nutzern eines Kabelfernseh-Anschlusses in der Mietwohnung ist nicht bewusst, dass es eine preiswerte Alternative zu den Verträgen der Kabelgesellschaften gibt.

Wer eine Mietwohnung mit Kabelanschluss bezieht, hat sich in der Vergangenheit oft keine Gedanken über die Grundversorgung mit TV-Programmen gemacht. Einfach GEZ-Gebühren zahlen und das Fernsehgerät mit der Kabelsteckdose verbinden, und schon waren die frei empfangbaren Programme zu sehen. Allerdings ist der TV-Empfang über das Haus-Kabelnetz keineswegs kostenfrei – doch bei einem Umzug stand bislang in den seltensten Fällen der Vertrag mit einem Kabelanbieter auf der Liste der dringlich zu erledigenden Dinge. Seit einigen Monaten häufen sich aber nun Fälle, in denen Anbieter von Kabel in Deutschland die Kabelverbindungen einzelner Nutzer kappen, weil kein gültiger Vertrag besteht.

Kabelkontrolleure bringen das Ende des kostenfreien Fernsehempfangs

Große deutsche Kabelanbieter senden seit 2008 verstärkt Vertreter aus, um neue Kunden mit einem Vertrag fürs digitale Kabelfernsehen zu binden. Das macht sich für den Fernsehnutzer meist bemerkbar, in dem der Bildschirm des Fernsehers schwarz bleibt – denn die Mitarbeiter der Kabelunternehmen sperren kurzerhand den Kabelempfang in den Wohnungen, wenn ihnen kein Vertrag vorliegt. Dann können nicht einmal mehr die öffentlich-rechtlichen Sender empfangen werden.

Solche Kabelkontrolleure müssen genau wie GEZ-Mitarbeiter nicht in die Wohnung gelassen werden. Allerdings können sie – sobald sie Zutritt zum Hausflur haben, in dem sich meist der Verteiler der Kabelleitungen befindet – den Anschluss kappen. Damit stellen sie den Nutzer einerseits vor vollendete Tatsachen und verschaffen sich damit andererseits eine fragwürdige Verhandlungsposition. Das überrascht viele Nutzer, da ihnen nicht einmal bewusst ist, dass sie eine Leistung von dem betreffenden Anbieter in Anspruch nehmen. In der Regel bietet der Mitarbeiter dann auch gleich an der Wohnungstür einen Vertrag an, der gegen eine nicht unbeträchtliche Grundgebühr allerlei Zusatzleistungen des digitalen Fernsehens via Kabel bieten soll.

Die kostenpflichtige Versorgung mit Kabelfernsehen und ihre Nachteile

Doch von der Unterzeichnung solcher Angebote sollte dringend abgeraten werden, ohne sich vorher über Alternativen informiert zu haben. Zur Not lassen sich solche Haustürgeschäfte mit einer Frist von zwei Wochen widerrufen, und zwar vorsichtshalber schriftlich per Einschreiben mit Rückschein. Es kommt auch vor, dass beim Abschluss eines hochwertigen Kabelanschluss-Vertrages ein Erlass der aus unrechtmäßiger Kabelnutzung entstandenen, rückwirkenden Gebühren in Aussicht gestellt wird. Das ist insofern rechtens, weil auch solch unbewusst in Anspruch genommene Leistungen in Rechnung gestellt werden können.

Auch wer bislang mit dem Empfang der frei empfangbaren Sender zufrieden war und nicht unbedingt an weiteren Angeboten wie Pay-TV, Video on Demand oder einer elektronischen Programmzeitschrift interessiert ist, der muss bei Vertragsabschluss mindestens mit einer monatlichen Grundgebühr von 16,90 Euro rechnen, um bis zu 32 analoge Fernsehsender zu empfangen. Dabei ist durchaus problematisch, dass eben auch die ehemals frei empfangbaren Privatsender wie RTL, Pro7 und Sat1 mit der Digitalisierung des Fernsehempfangs zwangsweise kostenpflichtig werden, was von Verbraucherschützern scharf kritisiert wird. Zusammen mit den GEZ-Gebühren kommt damit eine beträchtliche monatliche Summe zusammen – die sich aber durchaus komfortabel reduzieren lässt. Und zwar, in dem man ganz auf Kabelfernsehen verzichtet und sich für eine andere, moderne und günstigere Variante des TV-Empfangs entscheidet.

Fernsehempfang über DVB-T-Zimmerantenne als Alternative zum teuren Kabelfernsehen

Es gab Zeiten, in denen nur wenige Nutzer in städtischen Zentren in den exklusiven Genuss von Kabelfernsehen kamen – der Rest sah rauschintensiv über Hausantenne fern oder installierte eine Satellitenschüssel an der Fassade. Letzteres ist vielen Bewohnern von Mietshäusern nicht gestattet. Dann war man von Wetter und Funkabdeckung abhängig, deren Zusammenspiel schon mal zu hektischen Neuausrichtungsversuchen führte, wenn die an zehn Fingern abzuzählenden Sender mal was Sehenswertes im Programm hatten.

Der Tanz mit der Zimmerantenne soll nun eine ernstzunehmende Alternative zum komfortabel störungsfreien Fernsehempfang via Kabel sein? Nein, denn moderne Antennen mit DVB-T-Technik (Digital Video Broadcasting – Terrestrial) empfangen keine analogen TV-Signale wie noch in den 1990er Jahren, sondern ein digitales Signal, welches mittlerweile fast in ganz Deutschland ausgestrahlt wird. Aus technischer Sicht ist eine leistungsstarke Antenne sowie ein DVB-T-Reciever, etwa in Größe eines Taschenbuchs, zum Empfang des Signals erforderlich, die zusammen schon ab 50 Euro im Elektronikfachhandel oder in Online-Shops erhältlich sind. Damit können ebenfalls über dreißig frei empfangbare Sender gesehen werden. Meist ist auch eine Teletext-Funktion mit Programmvorschau integriert. Die Anschaffungskosten sind einmalig, der Empfang selbst ist kostenfrei, ganz ohne Mindestvertragslaufzeiten oder Kündigungsfristen. Dann kann auch wieder der GEZ-Mann einen Besuch im zeitgemäßen Heimkino abstatten.

Vor- und Nachteile des DVB-T Fernsehempfangs im Überblick

  • + Geringe Anschaffungskosten & einfache Inbetriebnahme der modernen Geräte
  • – Platz zur TV-nahen Aufstellung für Antenne und Reciever erforderlich
  • + DVB-T mittlerweile nahezu flächendeckend in Deutschland verfügbar
  • – vorübergehend wetterbedingte Störungen des Übertragungssignals möglich
  • + digitale Bild- und Tonqualität ohne Rauschen
  • – keine Kompatibilität mit Pay-TV-Systemen wie etwa SKY
  • + DVB-T Reciever bereits häufig in modernen Flachbild-Fernsehern integriert
  • – digitaler Radio-Empfang technisch möglich, aber nocht nicht verbreitet
  • + größere Programmvielfalt als beim analogen Antennen-Empfang
  • – eine weitere Fernbedienung nötig, nämlich für den Reciever
  • + keine zusätzlichen Kosten, Vertragsbindungen, Grundgebühren

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