Internet-Sicherheit: Passwort-Regeln, Paypal-Guthabenkonto

Konto leergeräumt? Unbekannte Rechnungen erhalten? Posteingang voller Werbemails? Tipps: Passwort checken, Referenzkonto anlegen, Paypal sicherer machen.

Was kann man im Vorfeld gegen diese Gefahren unternehmen? Natürlich gibt es keine hundertprozentige Sicherheit – aber es gibt zwei sehr einfache Maßnahmen, um Surfen, im Internet Einkaufen und Online-Banking sicherer zu machen: erstens eine gute Passwort-Vergabe und zweitens eine restriktive Konto-Politik.

Einladung für den Dieb: Ein einfaches Passwort als Universalzugang

Aus Bequemlichkeit verwenden viele Nutzer ein einziges Passwort für alle Anwendungen, fürs Online-Banking, für Mails, als PS3-Zugang, als Kundenzugang zu Internetseiten oder Online-Accounts bei ebay für Bestellungen zum Beispiel bei amazon und so weiter – ein passwortloses Leben ist heute ja kaum mehr vorstellbar, weil die langjährige persönliche Beziehung und der persönliche Kontakt gerade im Geschäftsleben immer seltener wird.

Wenn Ihre Logindaten eines Angebots geknackt sind, hat der Dieb gleich Zugriff auf alle Ihre Anwendungen, Bankkonten, … Und wer meint, dass beispielsweise der Mailaccount ja nur privat genutzt wird – sollte sich überlegen, dass, wer auf Ihr Mailkonto zugreifen kann, auch über Ihren Mailaccount Millionen Mails verschicken oder online Bestellungen abwickeln kann.

Passwort geknackt?

Diese Ein-Passwort-Politik ist fahrlässig genug – lässt sich aber noch toppen über die Passwort-Wahl: Viele Nutzer benutzen überall als einziges Passwort, das aus dem eigenen Namen, vielleicht noch unter Zugabe des Geburtsdatums, abzuleiten ist. Eine Einladung für Kriminelle: Ihren Namen finden diese auf unzähligen Internetseiten, Ihr Geburtsdatum vielleicht ganz offen bei Facebook ansonsten sind die durchzuspielenden Möglichkeiten beim Geburtsdatum ja endlich – und die Software-Programme der Kriminellen können solche Passwörter automatisiert erzeugen und automatisiert verwenden.

Security-Tipp: Passwörter ändern!

Das bedeutet: Nehmen Sie für jeden Account, jeden Zugang, jedes Konto ein eigenes, besonderes Passwort – das gilt auch für Online-Banking, Paypal, Ebay, Amazon, Mails und so weiter. Kein lesbares, erratbares Passwort, sondern ein kryptisches erstellen, das heißt eine zufällige Kombination von Ziffern und Buchstaben, auf keinen Fall ein Passwort aus „Vorname-Name-Geburtsdatum“ oder Teilen davon.

Sicheres Passwort

Unsinnige, kryptische Passwörter kann man sich mit einigen Tricks trotzdem merken. Zum Beispiel formulieren Sie einen leicht zu erinnernden Satz und stellen daraus das Passwort aus den ersten Buchstaben eines Wortes, allen Sonderzeichen und der ersten Ziffer einer Zahl zusammen: „Ich bin in München-Innenstadt am 1.1.1999 geboren“. Das ergibt „IbiM-Ia1.1.1g“. Oder beim Online-Banking: „Mein 1. Konto hatte ich bei der Sparkasse in Berlin“, was als Passwort „M1.KhibdSiB“.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat dazu mehr Tipps.

Sicherer Geldumgang im Internet: Referenzkonten und Guthabenkonten anlegen

Die zweite Maßnahme betrifft die eigene Geldpolitik bei den Direktbanken, beim Online-Banking, bei Bestellungen im Internet und so weiter. Heutzutage ist der Geschäftsverkehr von Privatpersonen fast so undurchsichtig wie der von Briefkastenfirmen. Fast jeder hat mehrere Konten oder Geldanlagen bei verschiedenen Banken.

Eine einfache Möglichkeit der Sicherheits-Erhöhung bietet sich bei den „Neben-Konten“ mit dem so genannten Referenzkonto. Das ist das einzige Konto, auf das dann Geldüberweisungen gehen können. (Bei manchen Banken, so der garantibank, ist sogar der Geldeingang, also die Überweisung auf das betreffende Konto, nur über ein Referenzkonto möglich.)

Haben Sie also bei der Sparkasse ein Konto und ebenso ein Depot mit einem Verrechnungskonto bei Cortal Consors, dann können Sie bestimmen, dass Geldabgänge vom Cortal Consors-Konto nur auf Ihr Sparkassenkonto überwiesen werden können. Wurde der Zugang zu Cortal Consors geknackt, nützt das den Dieben nicht viel, denn sie können Ihr Geld nur auf Ihr Referenzkonto schaffen. Eigentlich kann da dann nichts mehr passieren.

Sicherer im Internet einkaufen: Guthabenkonto bei Paypal möglich?

Eine schöne Erfindung ist Paypal, das ja theoretisch das Einkaufen im Internet sicherer macht. Tatsächlich ist das Einkaufen selbst auch einfacher und sicherer geworden durch Paypal. Nur Paypal selbst ist natürlich nicht per se, von alleine, sicher. Ist Ihr Paypal-Passwort geknackt, kann der kriminelle Hacker ja nicht nur an Ihr Paypal-Konto heran, sondern auch Ihr Girokonto oder Ihre Kreditkarte leerräumen. Denn das macht Paypal ja so praktisch – Sie haben ein zwischengeschaltetes, reines Internet-Einkaufskonto, so dass Sie dem Verkäufer nicht Ihre Kontodaten übermitteln müssen, trotzdem aber über Paypal auf Ihr Girokonto zugreifen und mit den dortigen verfügbaren Geldmitteln im Internet einkaufen können.

Was ist ein Guthabenkonto?

Schön praktisch, aber dadurch auch schön einfach, an Ihr Geld heranzukommen. Im Fall des Falles ist das Paypal-Konto auch schnell gesperrt, und oft ist ein Missbrauch auch relativ einfach nachzuweisen, so dass Paypal Buchungen wieder rückgängig macht und Geld rückbuchen lässt. Aber nicht immer. Da Sinn und Zweck von Paypal das Bezahlen an andere ist, nützt einem das Referenzkonto wenig. Und gerade bei Paypal-Konten (aber selbstverständlich nicht nur bei diesen) für Jugendliche bietet sich die zweite Sicherungsmaßnahme an: das Guthabenkonto.

Ein Guthabenkonto ist ein Konto, bei dem man nur das Geld ausgeben kann, was sich tatsächlich darauf befindet, es kann also zum Beispiel nicht überzogen werden. Im Falle von Paypal kann man dann nur für den Betrag einkaufen, der sich auf dem Paypal-Konto befindet. Und ein Hacker kann auch nur dieses leerräumen.

Paypal: Sicherheits-Einstellungen

Paypal müssen Sie dafür so einstellen, dass Ihr Bankkonto nicht für Zahlungen per Lastschrift belastet wird. Diese so genannte Abmeldung vom Lastschriftverfahren ist einfach und funktioniert so:

  1. Loggen Sie sich unter Paypal.de in Ihr Paypal-Konto ein.
  2. Klicken Sie auf „Mein Profil“, „Mehr …“.
  3. Wählen Sie nun in der linken Spalte unter „Bankdaten“ aus, dann den Link „Aktualisieren“ neben „Bankkonten“.
  4. Wählen Sie das Bankkonto aus und klicken Sie bitte auf „Status ändern“.
  5. Im nächsten Bildschirm nochmals auf „Status ändern“ klicken.
  6. Dann auf „Vom Lastschriftverfahren abmelden“.

Achtung: Die nächste Bestellung darf nicht mehr kosten als Sie als Guthaben auf dem Konto haben – oder vorher das Paypal-Konto entsprechend auffüllen.

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