Kinderfahrzeuge: welches Fahrgerät für welches Alter?

Welches Kinderfahrzeug eignet sich für Einjährige und welches ab zwei Jahren? Und wann ist eigentlich das erste Fahrrad fällig?

Schon mit gerade mal einem Jahr beginnt bei kleinen Kindern der Geschwindigkeitsrausch. Sie lieben einfach alles, was Rollen hat! Doch die Auswahl an Kinderfahrzeugen ist groß, da kommt unweigerlich die Frage auf: Wann genau kann welches Fahrgerät zum Einsatz kommen?

Gehfrei und Rollwagen

Viele Eltern und Großeltern kennen ihn noch aus ihrer eigenen Kindheit: den allseits bekannten Gehfrei. In diesem Gerät bewegen sich Babys, die noch nicht selbst laufen können, strampelnd und hüpfend vorwärts. Was so niedlich aussieht, hat allerdings seine Tücken! Experten warnen ausdrücklich vor dem Einsatz des Gehfreis als „Lauflernhilfe“. Unfallstatistiken zeigen deutlich, dass Babys in diesen Geräten nicht sicher sind. Die relativ häufigen Stürze führen manchmal zu schweren Kopfverletzungen. Außerdem verzögert ein Gehfrei den Lauflernprozess eher, da die hiermit erlernten Bewegungen nicht der natürlichen motorischen Entwicklung entsprechen. Besser geeignet für Kinder, die sich in der Phase des Laufenlernens befinden, sind Rollwagen, die sie vor sich herschieben müssen. Achten Sie beim Kauf auf entsprechende Sicherheitszertifikate!

Das Rutschauto oder Bobby Car

Das Rutschauto ist den meisten Menschen unter dem Namen „Bobby Car“ bekannt, es ist allerdings auch unter anderen Markennamen auf dem Markt erhältlich. Kinder ab etwa einem Jahr rollen darauf voll Freude durch Wohnung und Garten. Sie lernen zum ersten Mal das Lenken und Bremsen und können mit den kleinen Flitzern zwar noch ungefährliche, aber für Kleinkindverhältnisse berauschende Geschwindigkeiten erzielen. So genannte Flüsterräder sorgen für gute Schalldämpfung, damit sich Eltern und Nachbarn nicht allzu sehr durch Fahrgeräusche gestört fühlen. Ein Rutschauto bietet sich besonders als Geschenk zum ersten Geburtstag an.

Laufrad, Dreirad und Tretroller

Derzeit hochaktuell ist das Laufrad für Kinder. Die dreirädrige Form des Kinderlaufrads bietet für den Anfang mehr Sicherheit, denn es kann nicht so schnell umkippen. Es ist geeignet für Kinder, die gerade laufen gelernt haben und sich für neue Fortbewegungsarten interessieren. Das nur mit zwei Rädern ausgestattete Laufrad ist ein passendes Geschenk zum zweiten Geburtstag, denn ab diesem Alter können die Kinder allmählich das Gleichgewicht genügend halten. Das Dreirad zum Trampeln ist ebenfalls ab etwa zwei Jahren gut geeignet, doch viele Kinder benötigen zum Erlernen der komplizierten Trampelbewegung eine längere Übungsphase. Wenn die Kleinen allerdings beides können, das Gleichgewicht Halten auf dem Laufrad und das Trampeln auf dem Dreirad, dann sind sie reif für den ersten, eigenen Drahtesel. Kinderroller gibt es in unterschiedlichen Größen. Die Kleinkindversion ist ab etwa zwei Jahren geeignet, wobei nicht jedes Kind tatsächlich schon so früh den erforderlichen Bewegungsablauf lernt. Größere Tretroller für Kindergarten- und Schulkinder bereiten auch den etwas älteren Rennfahrern noch viel Freude.

Fahrrad mit und ohne Stützräder

Die meisten Kinder, die vorher das Laufradfahren sicher erlernt haben, benötigen auf dem Fahrrad von Anfang an keine Stützräder. Motorisch geschickte Fahrer können sogar schon mit etwa drei Jahren die ersten, wahrscheinlich noch etwas wackligen Runden fahren. Doch da das Fahrradfahren ein so komplizierter motorischer Prozess ist, kann man nicht von jedem Kind erwarten, dass es so früh klappt. Einige brauchen noch für geraume Zeit die Sicherheit der Stützräder und schaffen es dann vielleicht mit fünf oder gar sechs Jahren zum ersten Mal, wirklich frei zu fahren. Doch Achtung: Die Fähigkeit, zu trampeln und dabei das Gleichgewicht zu halten, ist nicht ausreichend für eine selbstständige Teilnahme am Straßenverkehr!

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