Kurse und Seminare erfolgreich planen und gestalten

Engagierte und kompetente Kursleiter fördern mit ihren Kenntnissen und Erfahrungen den Erwerb notwendiger Qualifikationen in der Aus- und Weiterbildung.

Wer erwerbstätig ist oder sein möchte, benötigt für die berufliche Tätigkeit die erforderlichen Qualifikationen. Als erforderliche Qualifikationen kommen ganz unterschiedliche Fähigkeiten und Kenntnisse in Betracht. Notwendig sein können allgemeine Kompetenzen, wie z.B. Lesen und Schreiben oder die Fähigkeit, mit anderen Menschen zusammenarbeiten zu können. Es kann sich aber auch um spezielle Qualifikationen handeln, wie z.B. einen Bagger führen, Exportgeschäfte abwickeln oder Computer reparieren. In entwickelten Industriegesellschaften werden für die meisten beruflichen Tätigkeiten Qualifikationen gefordert, die über allgemeine Fähigkeiten wie Rechnen, Lesen, Schreiben oder Kraftanwendung weit hinausgehen.

Erwerb der nötigen Qualifikationen

Qualifikationen für die Erwerbstätigkeit werden bevorzugt in Betrieben, in berufsbildenden Schulen, in Hochschulen und durch die Nutzung verschiedener Weiterbildungsangebote erworben. Zur Weiterbildung werden von Betrieben, von den zuständigen Kammern oder von anderen Trägern organisierte Bildungsveranstaltungen angeboten. In diesen Kursen, Seminaren, Projekten oder Zirkeln sind häufig erfahrene Berufspraktiker als nebenberufliche Ausbilder oder Kursleiter tätig, die ihre Erfahrungen und Kenntnisse aus der aktuellen Praxis in die Veranstaltungen einbringen sollen. Dies erfordert neben einer soliden fachlichen Basis auch pädagogische Fähigkeiten der Kursleiter.

Pädagogische Qualifikationen sind im Bildungswesen nützlich, um effektive Prozesse des Lehrens und des Lernens zu ermöglichen. Kernbestandteile dieser pädagogischen Qualifikation sind das effektive Lehren, das fundierte Planen der Lehrtätigkeit sowie Fähigkeiten zur Diagnose der lernrelevanten Ausgangslage und zur Förderung von Lernprozessen.

In der beruflichen Bildungspraxis werden allerdings zur Planung von Lehr- und Lernprozessen häufig zunächst nur die fachlichen Aspekte berücksichtigt. Dies ist naheliegend, da die Fachkenntnisse den zentralen Inhalt vieler Lehrstunden bilden. Für das wirksame Lehren sind jedoch weitere Faktoren zu beachten. Zur Vorbereitung einer konkreten Lehrstunde, eines thematisch zusammengehörenden Blocks von Lehrstunden, eines gesamten Kurses, eines Seminars oder eines Qualifizierungsprojektes müssen aus pädagogischer Sicht neben den Inhaltsaspekten zusätzlich die konkreten Ziele, die Ausgangslage der Lernenden, die in Aussicht genommenen Lehr- und Lernformen, die zweckmäßige oder eventuell vorgeschriebene Form der Erfolgskontrolle und auch die zur Verfügung stehende Zeit berücksichtigt werden. Für diese umfassende Lehrplanung sind einerseits Fachkenntnisse unerlässlich. Ohne genügend Fachkenntnisse gelingt selten eine klare Strukturierung und Gliederung der Lehrinhalte. Andererseits sind bei der Zielformulierung, bei der Festlegung der Lehrformen, bei der Stufung des Schwierigkeitsgrades und bei der Zuordnung der Zeitansätze pädagogische und lernpsychologische Gesichtspunkte von großer Bedeutung. Ohne klare Vorstellung von den pädagogischen und lernpsychologischen Zusammenhängen lässt sich auch ein hervorragendes Fachwissen kaum wirksam vermitteln.

Strukturierung des Vorgehens

In der didaktischen Planung sind also zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen. Nicht immer liegen zuverlässige Angaben zu allen bedeutsamen Merkmalen vor, auch sind nicht alle Entwicklungen in Lernprozessen genau vorhersehbar und planerisch erfassbar. Die Vielfalt der Einflussgrößen lässt sich in der Regel besser beachten, wenn sich eine konsistente Vorstellung über den Zusammenhang dieser Größen herstellen lässt. Hierzu dienen Modelle.

Zur Planung und Analyse von Bildungsgängen sowie einzelner Lehr- oder Studieneinheiten sind im Verlauf der letzten 5 Jahrzehnte in Deutschland zahlreiche Modelle entwickelt worden. In der Praxis bewährt hat sich ein vereinfachtes Modell, das in der ursprünglichen Fassung von dem deutschen Pädagogen Schulz entwickelt wurde. Im Kern enthält das vereinfachte Modell vier Variablen und zwei Gruppen von Bedingungen. Die Lehrziele stehen nach diesem vereinfachten Strukturmodell in einem wechselseitigen Zusammenhang mit der Ausgangslage der Lernenden und Lehrenden, den Vermittlungsvariablen und der Erfolgskontrolle. Eingebettet sind diese Elemente in bestimmte institutionelle Bedingungen, die wiederum in allgemeine gesellschaftliche Verhältnisse eingebunden sind.

Zu beeinflussen sind vor allem die vier Variablen. Hierzu können in Kurzform wichtige Empfehlungen formuliert werden:

  • Klare Zielvorstellungen erleichtern die Planung und die Durchführung des Unterrichts. Noch wichtiger: Sie erleichtern den Lernenden das Verständnis!
  • Das hauptsächliche inhaltliche Ziel einer Bildungsmaßnahme muss auch in zeitlicher Hinsicht den größten Stellenwert einnehmen.
  • Praxisbeispiele und fachsystematische Darstellungen müssen sich ergänzen.
  • Je besser es gelingt, die Bedürfnisse und Interessen der Teilnehmer in den Unterricht zu integrieren, desto größer ist der gesamte Lernerfolg.
  • Methoden und Medien müssen auf die übrigen Variablen und Bedingungen abgestimmt werden. Meistens gibt es mehrere gut geeignete Möglichkeiten.
  • Abwechslung ist besser als Eintönigkeit. Also nicht immer nur eine Methode, nicht immer nur ein Medium.
  • Keine Lehrtätigkeit ohne Erfolgskontrolle.
  • Für eine realisierbare Planung sind realistische Zeitansätze erforderlich.

Oberste Zielsetzung der Kurse, Seminare und sonstigen Bildungsveranstaltungen ist der Lernerfolg der Teilnehmer, eine teilnehmerorientierte Planung kann dazu beitragen.

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