Lernstrategien für den Produktionslerntyp

Machen, um zu lernen. Erfolgreiche Strategien zur Verbesserung des Lernverhaltens für den Produktionslerntyp. Es gibt Menschen die neue Informationen und Lerninhalte besonders gut über den visuellen, auditiven oder taktilen Kanal verarbeiten können. Und es gibt Menschen die etwas selbst ausführen oder produzieren müssen, um erfolgreich zu lernen. Um herauszufinden zu welchem Lerntyp man gehört, ist nur ein einfacher Lernertypentest von Nöten.

Lernstrategien für Produktionslerner

Das Grundprinzip für eine erfolgreiche Lernstrategie für Produktionslerner lautet ‚Machen, um zu lernen‘. Die eigene Produktion muss also unbedingter Bestandteil sein, damit eine Strategie effektiv auf das Lernen wirken kann.

Produktionsstrategien sind bei Weitem die wirksamsten Lernstrategien, denn was man einmal selbst gemacht hat, vergisst man deutlich schwerer als etwas das nur gelesen oder gehört wurde.

Produktionsstrategien beim Vokabellernen

Beim Erlernen neuer Vokabeln sollten Produktionslerntypen möglichst viele Begriffe praktisch umsetzen, sofern dies möglich ist. Geht es beispielsweise um die Begriffe laufen, tanzen oder spielen, sollten diese Tätigkeiten am Arbeitsplatz durchgeführt oder zumindest imitiert werden, während das fremdsprachige Wort dazu laut ausgesprochen wird. Einfache Sachverhalte und Zusammenhänge sollten weitestgehend nachgestellt werden, während zeitgleich die fremdsprachige Beschreibung mitgesprochen wird.

Ist die praktische Nachstellung nicht möglich, kann auf wiederholtes lautes Vorlesen und Abschreiben wichtiger oder schwer greifbarer Sachverhalte zurückgegriffen werden. Auch Basteln, das Formen von Knetmasse, das Anfertigen von Zeichnungen und Lernkarten (Vokabelkartei) sind effektive Lernstrategien, die man nicht nur als Produktionslerntyp in das eigene Lernverhalten einbauen kann und sollte.

Lernstrategien für Produktionslerntypen bei komplexen Lerninhalten

Komplexe Lerninhalte lassen sich oft nur schlecht praktisch umsetzen. Dennoch sollte ein Lerner versuchen möglichst viele praktische Umsetzungswege zu finden. Bei mathematischen Formeln oder Regeln, kann dies die direkte Anwendung bedeuten. Das heißt, das Rechnen von einigen Aufgaben zu diesem Thema.

In der Physik können oft einfache Experimente durchgeführt werden, um sich komplexe Inhalte näher zu bringen. Anleitungen und Ideen dazu, finden sich sowohl in vielen Physikbüchern, als auch im Internet.

Bei Textarbeit in einer Fremd- oder Muttersprache, können eigene Texte und Zusammenfassungen schriftlich verfasst, also produziert, werden. Auch das laute Lesen und Aussprechen von Texten oder Zusammenfassungen der wichtigsten Punkte, ist eine Produktion und daher als Lernstrategie empfehlenswert.

Das Anfertigen von Übersichten, Mind Maps, Lernkarten, Schaubildern, Diagrammen, Sprachaufnahmen und Zeichnungen zu einem Thema – kurz jedwede AKTIVE Auseinandersetzung mit neuen Informationen oder Lerninhalten, kann als Lernstrategie für Produktionslerner angesehen werden. Wichtig ist dabei vor allem, dass die jeweilige Strategie einen Nutzen für den jeweiligen Lerner hat. Es bietet sich daher an, zahlreiche Strategien zu testen und dann kritisch zu hinterfragen ob sie einen positiven Einfluss auf die eigene Lerngeschwindigkeit und die eigene Lernqualität haben. Dabei sollte allerdings beachtet werden, dass jede Strategie eine gewisse Anlaufphase benötigt. Bis sich zum Beispiel neue Aktivitäten nicht mehr fremd anfühlen und bewusste Tätigkeiten Zeit hatten automatisierter abzulaufen, können, bei regelmäßiger Anwendung und Beschäftigung mit der Strategie, um die 2Wochen vergehen. Man sollte daher jeder Strategie eine echte Chance und Bewährungszeit geben, bevor man sie verwirft.

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