Magenschonende Ernährung – was dem Magen gut tut?

Egal ob Magengeschwür, Magenschleimhautentzündung oder Reizmagen, bei Magenproblemen ist eine magenschonende Ernährung wichtig.

Die meisten Menschen leiden heute gelegentlich unter Magenbeschwerden wie Sodbrennen, Völlegefühl oder Aufstoßen. Treten diese Beschwerden nur selten oder in Verbindung mit bestimmten Speisen, Medikamenten oder Alkohol auf, sind sie normalerweise harmlos. Frei verkäufliche Medikamente gegen Sodbrennen können in diesen Fällen schnell helfen. Treten die Beschwerden jedoch dauerhaft auf und werden sogar schlimmer, ist Vorsicht geboten. Besonders, wenn es zusätzlich zu Magenschmerzen oder sogar Erbrechen kommt, sollte schnell ein Arzt aufgesucht werden. Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre gehören zu den häufigsten Erkrankungen des Magens. Die Ursache ist häufig das Bakterium Helicobacter pylori oder auch Alkohol- bzw. Nikotinmissbrauch, Stress und in vielen Fällen die Einnahme von Medikamenten.

Die ersten Anzeichen eines Magengeschwüres sind Schmerzen und ein Druckgefühl im Oberbauch sowie vor allem ein Nüchternschmerz. Der Magen schmerzt dann besonders im nüchternen Zustand, nach dem Essen wird es oft besser. Die Magenschleimhautentzündung und das Magengeschwür sollten auf jeden Fall ärztlich behandelt werden. Neben der Einnahme der verordneten Medikamente ist es außerdem wichtig, eine magenschonende Ernährung einzuhalten.

Was ist eine magenschonende Ernährung?

Darüber, was zu einer magenschonenden Ernährung gehört, findet man besonders im Internet widersprüchliche Meinungen. Heilpraktiker und Anhänger alternativer Ernährungsformen empfehlen teilweise sogar den völligen Verzicht auf tierische Eiweiße, da diese angeblich zu einer Übersäuerung des Körpers führen würden. Diese Theorie ist jedoch wissenschaftlich nicht bewiesen. Die Schulmedizin rät von einem Verzicht auf tierische Eiweiße grundsätzlich ab. Menschen, die unter Magenerkrankungen leiden, sind häufig geschwächt und leiden nicht selten sogar unter Gewichtsverlust. Wenn das Essen Probleme bereitet und der Magen schmerzt, ist der Appetit meistens nicht besonders groß. Zudem wird je nach Magenerkrankung teilweise auch die Aufnahme einiger Nährstoffe aus der Nahrung (besonders Vitamin B12) vermindert. Daher ist es besonders wichtig, dass über die Ernährung alle benötigten Nährstoffe aufgenommen werden.

Als gesichert gilt, dass eine magenschonende Ernährung leicht verdauliche Kost beinhalten sollte. Alles, was den Magen belastet, ist zu vermeiden. Auch stark blähende Speisen wirken sich bei Magenproblemen eher ungünstig aus, da die Luft im Bauch auf den Magen drücken und zu Sodbrennen führen kann. Im Rahmen einer magenschonenden Ernährung sollte deswegen auf blähende und schwer verdauliche Speisen wie beispielsweise Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte (eine Ausnahme bilden feine Haferflocken), Zwiebeln, Knoblauch und Lauch, Kohlgemüse und größere Mengen Rohkost verzichtet werden. Viele dieser Speisen sind zwar normalerweise gesund, sollten jedoch bei Magenerkrankungen zur Entlastung des Magens gemieden werden.

Auch auf scharfe Gewürze wie Chili, Pfeffer und Senf sollte vorsichtshalber bei akuten Magenproblemen verzichtet werden, dies gilt ebenfalls für alle stark säurehaltigen Lebensmittel wie beispielsweise Fruchtsäfte, saures Obst, Essig oder sauer eingelegte Gemüse. Auch kohlensäurehaltige Getränke sind nicht empfehlenswert.

Ernährung bei Magengeschwüren – besser ohne Kaffee, Alkohol und Zigaretten

Allgemein ist bekannt, dass Alkohol, Kaffee und Nikotin dem Magen nicht unbedingt gut tun. Bei Magenproblemen und vor allem bei einem Magengeschwür wird deshalb von allen Ärzten empfohlen, den Genuss von Alkohol, Kaffee und Nikotin weitestgehend einzuschränken. Dies gilt ganz besonders für hochprozentigen Alkohol und säurehaltige Alkoholika wie Wein oder Sekt. Bier wird im allgemeinen besser vertragen. Wer auf seinen morgendlichen Kaffee nicht verzichten kann, sollte ihn mit möglichst viel Vollmilch verdünnt trinken. Koffeinfreier Kaffee ist übrigens nicht magenschonend, es werden allerdings von einigen Herstellern magenschonende Kaffees angeboten, die etwas weniger Säure enthalten, jedoch auch nur in kleinen Mengen empfehlenswert sind.

Fett in der magenschonenden Ernährung

Ob Fett bei Magenproblemen nun gut oder schlecht ist, ist tatsächlich umstritten. Einig sind sich Mediziner jedoch darin, dass extrem fetthaltige Speisen bei akuten Magengeschwüren und Magenschleimhautentzündungen eher ungünstig sind. Dies liegt allein darin, dass solche Speisen schwer verdaulich sind und zu einer vermehrten Magensäureproduktion führen. Andererseits hat Fett eine gewisse Pufferwirkung und schützt die empfindliche Magenschleimhaut vor den aggressiven Säuren. Tatsächlich kann eine fettarme Ernährung, vor allem wenn sie arm an ungesättigten Fettsäuren ist, die Entstehung von Magengeschwüren sogar begünstigen. Dies gilt allerdings eher im Vorfeld, ist der Magen bereits geschädigt, sollte man mit dem Fettkonsum auf jeden Fall vorsichtig sein und ausprobieren, was man verträgt. Für die magenschonende Ernährung kann allgemein empfohlen werden, auf extrem fetthaltige Speisen zu verzichten, das Fett jedoch nicht komplett aus der Ernährung zu streichen. Man sollte also ruhig normale Vollmilchprodukte verzehren, wie üblich Butter aufs Brot streichen und Öle zum Kochen in vernünftigen Mengen verwenden. Auf den Genuss von beispielsweise Buttercremetorte, Currywurst mit Pommes, Pizza mit viel Käse oder Gänsebraten sollte in der magenschonenden Ernährung jedoch verzichtet werden.

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