Nach dem Sommer: Krebsgefahr – Checken Sie jetzt Ihre Haut

Der Sommer geht zu Ende. Zeit für eine Prüfung der Haut. Die Sonnenmonate haben sie besonders gestresst. Häufige Folge: weißer Hautkrebs.

Die Tage haben immer weniger Sonnenstunden und T-Shirts werden von Pullovern abgelöst. Der Sommer geht langsam aber sicher zu Ende. Bald beginnt die Zeit der Herbstspaziergänge und Kaminabende. Doch nun ist auch der richtige Zeitpunkt, unsere Haut genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Sonnenmonate haben sie besonders gestresst. Mit 100 000 Neuerkrankungen pro Jahr ist allein der weiße Hautkrebs eine der häufigsten Folgen.

Im Frühjahr und Sommer sind besonders die „Sonnenterassen“ des Körpers, also Gesicht, Kopfhaut, Hals und Dekolleté und Hände, häufig ungeschützt der Sonne ausgesetzt. Die ultraviolette Strahlung kann mit der Zeit die oberen Hautschichten schädigen und weißen Hautkrebs verursachen. Um Veränderungen der Haut festzustellen, sollten Sie regelmäßig zum sogenannten Hautkrebs-Screening gehen.

Prognose: Jeder zweite Deutsche von weißem Hautkrebs betroffen

Da weißer Hautkrebs im Laufe von Jahrzehnten entsteht, sind überwiegend ältere Menschen betroffen. Das Thema Sonnenschutz hat sich erst in den letzten Jahren wirklich etabliert, so dass viele der heute über 50-Jährigen ihre Haut lange Zeit ungeschützt der gefährlichen Sonnenstrahlung ausgesetzt haben. Was viele nicht wissen: Nicht nur Sonnenbrände schädigen die Haut, bereits die Bräunung ist der Versuch der Haut, sich vor der schädlichen UV-Strahlung zu schützen. Zukünftig wird jeder zweite Deutsche von einer Frühform von weißem Hautkrebs betroffen sein, prognostizieren Experten. Daher ist es wichtig, die Haut regelmäßig auf Veränderungen abzusuchen, insbesondere für ältere Menschen. So genannte aktinische Keratosen, eine Frühform von weißem Hautkrebs, können sich unterschiedlich äußern: Meist zeigen sich auf der Haut rötliche, schuppige Flecken. Die betroffenen Stellen können aber auch bräunlich oder gelblich gefärbt sein. Oftmals verdickt die oberste Hautschicht und fühlt sich wie raues Sandpapier an.

Um Anzeichen für Hautkrebs früh erkennen zu können, sollte regelmäßig ein Hautkrebs-Screening durchgeführt werden. Denn früh erkannt sind sowohl der weiße als auch der noch bösartigere schwarze Hautkrebs häufig heilbar. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung dieser Vorsorgeuntersuchung hat die Politik reagiert: Seit Juli 2008 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für das Hautkrebs-Screening für Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre. Bei der schmerzfreien Untersuchung wird die Haut von einem Haut- oder Hausarzt auf verdächtige Veränderungen von Kopf bis Fuß untersucht. Hilfsmittel können hierbei eine Lupe sowie eine starke Lampe sein. Je nach Hauttyp dauert das Screening zehn bis 30 Minuten.

Leberflecke, Warzen, Muttermale… Wie gefährlich sind Hautveränderungen?

Er ist das Markenzeichen von Topmodel Cindy Crawford: der Leberfleck über ihrer Lippe. Doch die 44-Jährige, die sich aktiv für die Hautkrebsvorsorge einsetzt, lässt ihn regelmäßig überprüfen und hat sich bereits drei Muttermale entfernen lassen. Denn manche Hautveränderungen können durchaus gefährlich werden!

Fast alle Menschen haben Leberflecke. Pigmentierte Fehlbildungen der Haut, die meist harmlos sind. Im Laufe der Jahre können es immer mehr werden, vor allem, wenn man sich häufig ungeschützt in der Sonne aufgehalten hat. Leberflecke, die dauernd gereizt werden, können entarten.

Ein Muttermal ist ein spürbar verdickter Fleck, der sich aus der Haut herauswölbt. Ursache ist eine Ansammlung von fehlgebildeten Pigmentzellen. Sie produzieren den Farbstoff Melanin, deshalb ist ein Muttermal meist mittel- bis dunkelbraun. Ob man dazu neigt, hängt von den Genen ab. Ein Alarmsignal ist es, wenn ein Muttermal schnell wächst, juckt, blutet oder sehr dunkel ist. Dann sollte es entfernt werden.

Ein Muttermal wird oft mit einer Alterswarze verwechselt. Sie entsteht meist nach dem 40. Lebensjahr, ist nicht ansteckend und ungefährlich. Trotzdem sollte sie untersucht werden. Alterswarzen lassen sich mit dem Laser entfernen.

Sommersprossen – Pigmentflecken in der obersten Hautschicht – schmücken Menschen mit hellem Haar und heller Haut. Im Sommer sind die braunen, ungefährlichen Flecke stärker zu sehen als im Winter.

Nach einer Verletzung entstehen Narben. Um eine Wunde zu verschließen, bildet die Haut Bindegewebe, oft zu viel des Guten: Wülste entstehen. Narben sind lediglich ein kosmetisches Problem und lassen sich teilweise weglasern.

Wer am ganzen Körper mehr als 40 Pigmentflecken, viele Sommersprossen oder einzelne große Male hat, sollte einmal im Monat auf Fleckenfahndung gehen. Bei einer ungleichmäßigen Form, ausgefransten Rändern, verschiedenen Tönungen, großen Durchmessern oder einer Vorwölbung der Male sollten Sie vorsichtshalber den Hautarzt aufsuchen.

Haut regelmäßig checken lassen

Hauttumore treten recht häufig auf; vor allem Fälle von weißem Hautkrebs haben sehr zugenommen. 80 von 100 000 Menschen erkranken daran, im Schnitt im Alter von 60 Jahren. Alle gesetzlich Krankenversicherten können sich kostenfrei beim Hautarzt einem Hautcheck unterziehen. Dieser ist ohne Altersbegrenzung möglich. Dabei wird die Haut mit dem sogenannten Auflichtmikroskop untersucht. In einem beratenden Gespräch erläutert Ihnen der Arzt Ihr individuelles Risikoprofil. Die Krankenkassen zahlen ihren Mitgliedern ab 35 Jahren alle zwei Jahre eine Untersuchung zur Früherkennung von Hautkrebs. Bei einem Hautscreening werden Form und Farbe sowie Merkmale aller Muttermale mittels einer Kamera dokumentiert und durch ein Computer-Diagnose-System analysiert. Hautkrebs, der früh erkannt wird, ist zu 100 Prozent heilbar.

Selbstdiagnose mit der ABCDE-Regel

Die schlimmste Krebsart – der so genannte „schwarze Hautkrebs“ – endet tödlich, wenn er nicht rechtzeitig entdeckt wird und sich bereits Metastasen gebildet haben. Vor allem Leberflecke und Muttermale, aber auch andere Hautverfärbungen sollten beobachtet werden. Die Deutsche Krebshilfe rät vor allem hellhäutigen Menschen mit blonden und rotblonden Haaren, sich monatlich auf Hautveränderungen hin zu untersuchen. Doch wann ist ein Leberfleck ungefährlich? Und wann ist der Gang zum Arzt sinnvoll? Experten raten zur Selbstdiagnose mit der so genannten ABCDE-Regel.

Harmlose Leberflecke und Muttermale können im Laufe der Jahre zu Melanomen werden. Hautärzte beurteilen Flecken nach mehreren Kriterien, die als ABCDE-Regel bekannt geworden sind. Sie eignen sich auch für die Selbstdiagnose und zeigen auf, bei welchen Anzeichen dringend ein Facharzt aufgesucht werden sollte:

A: Melanome haben oft eine ungleichmäßige Form, daher ist der Aspekt der Asymmetrie ein frühes Warnsignal.

B: Melanome haben meist ausgezackte oder fransige Ränder (Border). Ist ein Fleck dagegen glatt abgrenzbar und geht nicht zackenförmig in das Gewebe über, ist es ein gutes Zeichen.

C: Die dunkle Farbe (Colour) gibt den Melanomen den Namen „Schwarzer Hautkrebs“. Vorsicht, wenn Leberflecke oder Muttermale plötzlich dunkler werden. Auch eine ungleichmäßige Färbung mit schwarzen, braunen und weißen Stellen gibt Anlass zur Besorgnis.

D: Leberflecke, Muttermale oder andere Hautveränderungen, die sehr schnell größer werden und einen Durchmesser von mehr als zwei Millimeter haben, sollten in jedem Fall schnellstens von einem Hautarzt kontrolliert werden.

E: Erhabene Flecke, also solche, die aus der Haut herausragen, sind deutliche Warnzeichen, ebenso eine zerklüftete Oberfläche.

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